Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Transkript

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00:00:06: Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zum Podcast ehrlich gesagt von EchteMamas.

00:00:10: Hier nehme ich euch mit in ehrliche, lustige und tiefe Gespräche mit tollen Gästen!

00:00:15: Es geht um ernste, spannende und bewegende Themen also um alles was uns als Mamas, Frauen Eltern oder einfach Menschen beschäftigt die Familie und das Leben lieben.

00:00:25: Diese Woche ist Meda Amiri bei mir zu Gast angehen wie Juristin dreifache Mama und Content Creatorin und ich sage es direkt Ich feiere diese Frau wirklich.

00:00:35: Ich habe Ihre Vorbereitungen auf Instagram verfolgt und dann dachte ich zwischendurch echt so, wie hält sie das bitte aus?

00:00:42: Drei Kinder.

00:00:43: Ein Berg aus Gesetzestexten – das wäre mein Tod!

00:00:46: Kaum Schlaf und trotzdem immer weiter.

00:00:48: Das war nicht dieses typische Busy-Sein sondern... Das war einfach knallhart.

00:00:54: Wir sprechen darüber wie Sie und Ihr Mann Lukas diese Zeit als Familie überhaupt gestemmt haben, warum Gleichberechtigung nicht vom Himmelfeld und weshalb sie sich auch gegen ziemlich festgefahrene Rollenbilder stellt.

00:01:05: Und wir reden über ihre Geschichte.

00:01:07: Neda wurde in Afghanistan geboren und kam als Kind nach Deutschland.

00:01:10: Sie erzählt, warum Bildung für sie so viel mehr ist als ein Abschluss und wesalb Kinder mit Flucht- und Migrationsgeschichte oft mit ganz anderen Voraussetzungen ins Leben starten – als viele von uns!

00:01:21: Das Gespräch hat mich sehr bewegt, weil es zeigt was möglich ist wenn man als Familie zusammenhält und gleichzeitig überhaupt nichts schön redet.

00:01:28: Ich liebe es!

00:01:29: Sie redet nicht schön ich liebe es.

00:01:31: Bevor's mit der Folge los geht hier noch eine kleine Empfehlung in eigener Sache am dritten September im Kuriohaus in Hamburg statt.

00:01:44: Es wird ein Tag voller echter Begegnungen, voller neuer Energie und Gänsehautmomenten vielleicht

00:01:49: mit

00:01:49: hunderten Müttern.

00:01:51: Hunderte Mütter die so fühlen wie du!

00:01:52: Amin?

00:01:53: Wie geil ist das

00:01:54: denn?!

00:01:54: Trifft deine Lieblingscreatorinnen live sowie bekannte Gesichter von Social Media und TV – ich weiß schon wer kommt also kann's empfehlen.

00:02:02: Plus hol dir Tipps und Tricks in Vorträgen, Liveklassen & Masterclasses von und mittexpertinnen Oder

00:02:10: genieß

00:02:10: einfach einen schönen Tag mit anderen Mamas und hopp ne gute

00:02:13: Zeit.

00:02:13: Bring ruhig deine Familie mit, feier mit uns einen ganz besonderen Tag der in Erinnerung bleibt!

00:02:19: Mit dem Code FestivalMamas also F-E-S-T-I V-A-L M... A... M.. A S?

00:02:26: Wow!

00:02:27: Schenken wir die und deinen liebsten den Eintritt zum Festival.

00:02:30: Wenn du also vorbei kommst freuen wir uns krass auf dich Und den Link schicke ich packe dir nochmal in die Show Notes.

00:02:36: Jetzt wünsche ich dir aber ganz viel Spaß mit Neda Amiri.

00:02:44: Liebe Neda Amirik, herzlich willkommen!

00:02:46: Danke für die Ehrlichkeit.

00:02:47: Schön dass du da bist.

00:02:49: War ja nicht so weit, ne?

00:02:50: Nee, ich

00:02:51: komm'

00:02:51: mich auch.

00:02:52: Ich bin bergümpft.

00:02:53: Ja ist okay, ich auch.

00:02:54: Haben wir gerade ja schon gesagt, ich bin immer ein bisschen aufgeregt.

00:02:57: Weil man kennt sich ja auch nicht so richtig und soll direkt so deep sein.

00:03:00: aber ey das machen wir jetzt einfach.

00:03:03: Liebe Nedah wie geht's dir?

00:03:07: Gut also...ja

00:03:09: Ich glaube, ja.

00:03:10: Also es ist viel los sind hier auch jetzt in drei Tagen starten die Sommerferien in Hamburg

00:03:15: und Kuchen in der Pipeline.

00:03:16: Ja

00:03:16: also das ist echt eine Abschlussfeier nach der anderen und ich habe irgendwie das Gefühl ich

00:03:23: hab schon wieder

00:03:24: überall ein Fuß und eine Hand und ich bin überall und nirgendwo so.

00:03:28: aber es ist okay bald sind Ferien und dann pass das.

00:03:31: Habt ihr was vor den Ferien?

00:03:32: Ja wir fliegen am Samstag nach Mallorca

00:03:36: Und wie lange seid ihr denn da?

00:03:37: Zwei Wochen.

00:03:38: Perfekt!

00:03:39: Ich freu mich richtig doll, weil ich hab auch nicht so viele Jobs und kann dann wirklich einfach mal so zwei drei Tage am Stück

00:03:46: Urlaub machen.

00:03:47: Ja.

00:03:48: Das war jetzt schon lange nicht mehr so.

00:03:51: Weil du hast Anfang Mai... Ich hatte hier ein Date.

00:03:56: aber du meinst das bist du nicht ganz sicher.

00:03:59: Du studierst Jura Und hast jetzt dein erstes Staatsexamen geschrieben?

00:04:04: Wie viele Exam gibt es eigentlich?

00:04:05: Es gibt

00:04:06: zwei.

00:04:07: Also der akademische Teil oder

00:04:11: Der Studenten-Teil?

00:04:12: Ja.

00:04:12: Studierend Universitäts...

00:04:14: Genau, der universitäre Teil!

00:04:15: Das war das Wort was ich gesucht

00:04:17: habe.

00:04:17: Das ist dann mit dem ersten Examen abgeschlossen und das zweite Examen beinhaltet den Vorbereitungsdienst.

00:04:23: Da muss man verschiedene Stationen durchlaufen wie Kanzlein, Wahlstation, Staatsdienst... Ach krass

00:04:29: okay.

00:04:31: Hast du schon Dates?

00:04:31: Also wann fängt das nächste an

00:04:33: Kapitel?

00:04:33: oder muss man sich da noch verwerben?

00:04:34: Erstmal muss man bestehen weil nur mit deinem Zeugnis kannst du dich ... auf den Vorbereitungsdienst bewerben.

00:04:42: Und ich hatte jetzt, ähm... Ich hau das jetzt raus!

00:04:45: Ich hatte mich jetzt dafür entschieden, mich für den Dezember zu bewerden,... ...aber dafür müsste ich im September dann die Mündliche bestehen und dann habe ich irgendwie noch eine Woche um mich zu be werben.

00:04:58: Also wenn das alles klappt und ich dann Platz bekomme weil Hamburg ist halt super... Beliebt und es ist eher schwierig, einen Platz zu bekommen hier in Hamburg.

00:05:09: Also mal schauen!

00:05:10: Aber eine Freundin von mir ist hier Richterin in Hamburg?

00:05:13: Ah, ja leider geht das immer nur über die Barne.

00:05:16: Schade!

00:05:17: Stimmt, das ist ein bisschen mehr Serious als unsere Medienbubble.

00:05:21: Du ich kenne da jemanden

00:05:22: wie ich besorgt dir den Scheiß.

00:05:25: Ja krass.

00:05:26: Und deine Examszeit hast du ja auf Instagram geschert und ich bin dir gefolgt, ich habe immer nur gedacht Alter man konnte dir zusehen wie die Energie immer weiter runter gegangen ist.

00:05:38: Ich fand es so heftig.

00:05:39: deswegen hab' ich jetzt gerade gefragt wie's dir geht.

00:05:41: Du hast ja jetzt... Wie lange ist das her?

00:05:42: Ein Monat?

00:05:43: Nee,

00:05:43: zweieinhalb

00:05:44: Warte mal

00:05:47: Im Mai.

00:05:48: irgendwann Anfang Mai war die ja also zwei Monate knapp.

00:05:52: Und jetzt hast du dich erholt?

00:05:54: Hast du das Gefühl?

00:05:55: Nee, tatsächlich gar nicht.

00:05:57: Es war nämlich super viel los.

00:05:58: wir hatten Trauerfall dann ist noch ein Familienmitglied im Krankenhaus gewesen und es noch nicht zu Hause und man weiß nicht ob die Person wieder nachhause kann.

00:06:06: und es gab auch viele Themen bezüglich der Kinder.

00:06:10: das war tatsächlich auch schon während der heißen Examsphase so und ja so Themen die einfach richtig ins Markt gehen und die man nicht so abschütteln kann.

00:06:20: also die letzten zwei Monate waren wirklich wild.

00:06:25: Ja, wir mussten als Eltern echt irgendwie schauen dass da alle gut raus kommen.

00:06:31: Also so richtig erholt habe ich mich davon noch nicht.

00:06:33: und

00:06:34: dann denkt man so jetzt hab ich hier die... weil also ein Todesfall

00:06:38: mein Beileid.

00:06:39: erstmal ist ja etwas was man halt überhaupt nicht planen kann und dann hast du irgendwie deine Examenzeit und denkst ja okay danach kann ich mich dann erholen und dann kommt sowas ey.

00:06:47: Ja

00:06:48: genau.

00:06:48: Also das Leben?

00:06:51: Okay, hoffentlich geht es dann auf Mallorca.

00:06:54: Ja, also ich fange ja im August wieder an zu lernen ohne zu wissen ob ich bestanden habe.

00:06:59: Weil die Mündliche ist ja dann kurz nachdem man erfährt ob man bestanden hat, hat man dann die mündliche Prüfung.

00:07:04: das heißt man muss schon mal anfangen wieder zu lernen.

00:07:06: und ich merke so richtig Ich werde auch nicht mehr den Punkt erreichen indem ich mich so richtig erhole weil ich mit dem Kopf eigentlich schon wieder dabei bin zu lernen.

00:07:14: Aber passt!

00:07:15: Also hoffen wir immer dass ich bestand hab und dass es dann ein für alle Mal erledigt ist.

00:07:20: Auf jeden Fall hast du bestanden Und wenn dich da mal was habt dann rufe ich sich an Keine Ahnung, jemand, mein Auto crashed oder so.

00:07:26: Weißt du schon in welche Richtung

00:07:27: du gehst?

00:07:27: Ja also ich will in Richtung Migrationsrecht.

00:07:30: mit deinem Verkehrsunfall kann ich dir dann nicht so richtig

00:07:32: weiterhelfen.

00:07:33: Schade!

00:07:35: Ist okay, das was du anstrebst ist viel wichtiger als ein doger Autounfall.

00:07:40: Ja cool und während du... Du hast drei Kinder ne?

00:07:43: Wie alt sind die?

00:07:44: Zwei, sieben und zehn.

00:07:46: Oh mein Gott,

00:07:46: du hast noch so'n kleines

00:07:48: Bruder-Baby.

00:07:49: So'n Fleischklüßchen.

00:07:52: Das ist ein Junge, ne?

00:07:53: Und der kommt ja nachts noch bei dir ins Bett und so.

00:07:55: Der schläft tatsächlich in seinem eigenen Bett durch... Wow!

00:08:00: Aber da ist schon noch eine Kuschelmaus hier.

00:08:03: Kennst du das?

00:08:04: Morgen ist er ganz weich und riecht so ein bisschen nach Schweiß.

00:08:07: Ja aber Baby-Schweiß.

00:08:09: Genau, das meine ich.

00:08:11: Ich kann grad sagen, der Schweiß meines Mammes war nicht so ordentlich.

00:08:13: Der ist noch

00:08:13: so ganz niedlich.

00:08:16: Oh ja, und diese Kinderhaare morgens.

00:08:18: Und die kleinen verschlafenen Glubschie-Augen.

00:08:21: Die gehen auch irgendwann weg.

00:08:23: Am Anfang haben sie diesen süßen Mundgeruch.

00:08:27: Ich weiß

00:08:27: genau was es meint!

00:08:28: Irgendwann ist der Weg... Also wenn mein ältester Sohn morgens in meinen Bett springt, dann habe ich das Gefühl, dass ich zereise.

00:08:34: Weil er ist einfach dreißig Kilomuskelmasse und Knochen ...

00:08:40: Und der ist halt einfach nicht mehr so ... Ja, der ist ja hart.

00:08:42: Also er ist ein harter kleiner Mensch, weißt du?

00:08:45: Der ist halt nicht mehr schwammelig!

00:08:47: Ja, kenne ich.

00:08:49: Okay das heißt also ihr habt drei Kiddies und du hast mal eben dein Staatsexamen geschrieben.

00:08:53: Wie hast du es gemacht?

00:08:54: Ihr müsst ja irgendwie... Also hast du auch bei Instagram gezeigt, dein Mann übernimmt.

00:08:59: in dem, in der Phase in der du so viel lernen musstest hat er schon sehr viel Kehrarbeit übernommen.

00:09:03: Du brauchtest ja den Backup.

00:09:05: oder wie liebt das

00:09:06: bei euch?

00:09:06: Aber das war jetzt... Wie liebt

00:09:07: einen Alltag ab bei

00:09:08: euch?!

00:09:09: Also vorab Das war auch lange geplant.

00:09:11: Wir müssen das sehr akribisch planen, organisieren weil wir mussten natürlich unser Familienmodell komplett umändern.

00:09:18: Vorher war es ganz anders?

00:09:19: Ja vorher

00:09:20: war ich fast zu hundert Prozent selbst also alleine für die Kerbe zuständig habe gearbeitet.

00:09:26: damals hatte ich noch einen normalen Job mit normalen Arbeitszeiten wo man anwiesen sein musste irgendwo wie zum Beispiel Protokollantin am Gericht und habe Jura studiert, Vollzeit und Klausuren- und Hausarbeiten geschrieben.

00:09:39: Und das war knallhart!

00:09:40: Wenn die Kinder krank waren, war ich diejenige, die zu Hause war.

00:09:45: Das ging zehn Jahre so.

00:09:47: Wir haben dann entschieden... als der Wunsch nach einem dritten Kind kamen, haben wir ein Jahr lang darüber gesprochen ob wir es wirklich umsetzen können weil wir haben eben kein sogenanntes Dorf.

00:09:57: Wir sind zu zweit.

00:09:57: Wir können die Kinder an niemandem abgeben Und es war klar, wir machen das nur wenn mein Studium und meinen Abschluss nicht darunter leidet.

00:10:07: Diskussion, also es war keine Diskussion.

00:10:09: Es waren Austausch.

00:10:10: Wer will eigentlich was und was ist eigentlich möglich?

00:10:13: Kommen wir dann zu dem Ergebnis okay ich werde direkt nach der Schwangerschaft Ich habe ja am Ende meiner Schwangersschaft noch meinen Schwerpunktsklausur geschrieben Und bin dann raus hab das Kind geboren und bin dann direkt weiter in die Examshaussarbeit Unmündliche Prüfung und ich habe gesagt ich mache kein Jahr mehr Pause.

00:10:31: wenn du nicht bereit bist zu Hause zu bleiben kriegen wir kein drittes Kind.

00:10:36: Genau und er meinte, nein ich will weniger arbeiten.

00:10:39: Ich möchte mehr bei der Familie sein.

00:10:40: auch er wollte seinen Lebensmittelpunkt verändern.

00:10:45: dann waren wir uns einig okay er geht dann fast ein ganzes Jahr in Elternzeit und wird dann seine Stunden danach reduzieren damit ich meinen Abschluss machen kann Cool.

00:10:54: Weil sonst wäre es so topisch zu sagen mit drei Kindern, ich übernehme die gesamte Kehrarbeit.

00:10:59: Nein das geht gar nicht!

00:11:00: Es funktioniert nicht.

00:11:02: und wenn wir

00:11:02: dann rennen beide ins Burnout und den Kindern tut's auch nicht gut und der ganzen System ist dann einfach so unter Beschuss, dass is' einfach zu viel.

00:11:10: Ja cool.

00:11:11: Ich hab gerade noch in irgendeinem Podcast gehört... Achso genau, ich glaub mit Tiggis war er bei Echte Papas aus.

00:11:16: Gibt ja einen Pondant zu uns.

00:11:17: Echte Mamas ehrlich gesagt gibt´s echte Papaz.

00:11:21: Und da spricht er darüber, dass er manchmal das Gefühl hat, dass den Männern gar nicht klar ist was sie quasi dadurch gewinnen wenn Sie sagen hey ich arbeite weniger.

00:11:31: Sondern es ist immer so eine Mehr ist, dass es quasi ein Verlust wäre in Ihrer Männlichkeit im Leben, dass wenn Sie jetzt weniger arbeiten und sich auf die Kinder konzentrieren so weißt du?

00:11:42: Sondern dass das aber eigentlich ein totaler mehr Gewinn ist und dass die meisten Männer dann merken achso Ja, das ist ja voll schön.

00:11:49: Na ja, weil seien wir mal ehrlich?

00:11:51: Weil Männer gesellschaftlich darüber definiert werden wieviel sie verdienen und welche Jobs die haben.

00:11:55: Das

00:11:56: erlebe ich dem Freundeskreis meines Mannes in dem.

00:11:59: also da ist die Frage ja also wird du dich jetzt nicht mehr beruflich weiterentwickeln was es jetzt der nächste Schritt?

00:12:05: also das sind dann so die Themen.

00:12:08: wenn man als Mann und Vater so definiert wird, dann definiert man sich wahrscheinlich auch selbst darüber.

00:12:13: Und

00:12:14: dann wirkt das natürlich wie ein Verlust, wenn man sagt, man arbeitet weniger um mehr bei der Familie zu sein.

00:12:19: Na ja voll!

00:12:20: Was macht denn dein Mann eigentlich?

00:12:22: Ja ich würde da ungern drüber reden weil...

00:12:24: Hey, das ist doch kein Problem.

00:12:26: Tun wir einfach so, als wäre er zum Beispiel Schulleiter.

00:12:31: Keine Ahnung!

00:12:33: Ist ja eigentlich ganz cool.

00:12:34: Ja, ist doch egal.

00:12:36: Aber okay also das heißt er war dann ein Jahr in älteren Zeit.

00:12:38: und war das die Zeit?

00:12:39: Zehn Monate.

00:12:40: Und war es die Zeit wo du so krass viel gelernt hast?

00:12:41: dann?

00:12:42: Ich sehe noch diese Videos

00:12:44: von dir.

00:12:44: Von deinem Schreibtisch der Hohen runter fährt und ich immer dachte wie kann dieser Schreibtische überhaupt hoch und runter fahren?

00:12:48: Die Bücher wegen achtzig tausend Kilo!

00:12:51: Das aussetzt wird ein kleines Kind drauf liegen.

00:12:53: Nee, das kommt tatsächlich sehr viel spiel... Also eineinhalb Jahre später oder zwei Jahre später.

00:12:58: Und das war auch ne krasse Zeit, also da haben wir auch gesagt okay, das überleben wir als Familie nur wenn wir ganz klar aufteilen was ist die Priorität?

00:13:07: Dein Job ist nicht die Prioriteit.

00:13:09: du hast jetzt zehn Jahre Karriere gemacht und du hast da einen festen Fuß deine feste Position.

00:13:14: er hat das auch mit seinen Vorgesetzten kommuniziert.

00:13:17: es war klar in den Monaten geht... Ist das der Rahmen und er kann nicht drüber gehen.

00:13:26: Das war klar.

00:13:26: Ich lerne, wann immer ich kann und wenn das dann abends ganz spontan um neunzehn Uhr ist weil ich merke dass ich jetzt noch Kraft habe, dann werde ich mir das nehmen.

00:13:36: Und so hat mir das besprochen und genau und das waren dann diese eineinhalb Jahre in denen das so.

00:13:43: Das war schon eine krasse

00:13:44: Zeit.

00:13:45: Wir haben das denn die Kinder verpackt, stelle ich mir vor?

00:13:46: Weil bei uns ist es auch so dass eigentlich arbeitstechnisch und auch Kohle technisch ist bei uns eigentlich alles fifty-fifty.

00:13:53: aber sobald ich zu Hause bin ja also in der Theorie ist alles fiftie-fifty.

00:13:59: Aber sobalde ich zuhause bin kennst du ja auch Bin ich dann doch diejenige die Auch emotionale Kehrarbeit viel mehr leistet einfach aufgrund dessen weil ich in dem moment als die Person, die ich bin.

00:14:11: Vielleicht auch einfach weil ich Nora bin?

00:14:12: Ich könnte auch ein Mann Georg heißen und trotzdem so sein aber ich bin irgendwie verfügbarer als Mensch ist einfach so mein Typ, weißt du?

00:14:19: Und das heißt sobald irgendwas emotional ausufert ist erste Adresse Mama-Mama-Mamma.

00:14:25: Auch selbst wenn ich arbeite, selbst wenn nicht bei mir im Studio sitze und sage es darf keiner reinkommen... ...weil ich arbeide, ich nehme jetzt was auf!

00:14:32: Das ist wichtig.

00:14:33: Dann klopft es trotzdem ganz leiser in der Tür.

00:14:36: Ich denke so hey Papa ist doch in der Küche.

00:14:39: Also wie war das bei euch?

00:14:40: Genau so.

00:14:41: Ich saß ja, also mein Schreibtisch steht ja im Wohnzimmer und diese Tür ist zwanzigmal in der Stunde aufgegangen.

00:14:48: Und wir haben ja drei Kinder!

00:14:49: Also wenn jedes Kind zehn mal reinkommt...

00:14:50: Also jede Minute!

00:14:53: Und genau so war das.

00:14:56: Man stellt sich das jetzt so vor, dass Lukas alles allein übernommen hat und ich hatte richtig gute friedliche zehn Stunden am Tag um zu lernen.

00:15:04: Und das stimmt halt einfach nicht nur mit der Kamera nicht auf also die Platzen rein.

00:15:10: wenn es Streit gibt bin ich die erste Adresse.

00:15:11: Wenn es Themen gab in der Schule war ich die erster Adresse und Lukas musste sich das auch richtig erkämpfen.

00:15:17: aber am Ende war's auch oft so, dass er alle drei Kinder geschnappt hat und einfach rausgegangen ist Tausend verschiedene Aktivitäten gemacht hat, Hauptsache nicht zu Hause sein.

00:15:27: Weil es dann nicht funktioniert hat.

00:15:28: und ja dennoch war ich nicht einfach weg.

00:15:31: Also ich war immer noch zur Hälfte da.

00:15:33: Das ist einfach... das wäre eine Lüge zu sagen Es war zehn Jahre so dass er irgendwie Fokus auf seinen Beruf gelegt hat und ich war da.

00:15:42: Und dann haben wir jetzt umgeswitched und Ich habe seine Besitzung über einen

00:15:45: So ein Gespräch mit den Kindern.

00:15:47: Bitte setzt euch!

00:15:49: So funktioniert das auch nicht.

00:15:52: Aber für dich ja auch emotional ein krasser Switch, ne?

00:15:54: Also hattest du da nicht ganz oft so Momente von... Nein jetzt kann ich nicht für sie da sein!

00:16:00: Ja, ganz doll aber ich habe auch da viel an mir selbst gearbeitet.

00:16:03: Das war vor allem glaube ich so vier Monate vom Examen als ich wusste okay Jetzt geht's um die Wurst man meldet sich dann irgendwann an und hat einen festes Datum und es war so Okay Neda Willst Du das jetzt machen?

00:16:14: Oder bist du das nicht?

00:16:16: Welchen Preis hast du dafür bezahlt und welchen Preis hat deine Familie eigentlich dafür bezahlen?

00:16:21: Reist dich zusammen, die Kinder haben einen guten Vater.

00:16:25: Vertrau ihm und vertraue darauf dass deine Kinder das überstehen weil ich will ja auch also Ich will ja auch nicht die Mama sein, die dann rausgeht und plötzlich zerbricht die Familie.

00:16:38: Jede Mutter wünscht sich doch eigentlich dass wenn man mal raus geht das die Familie immer noch steht und funktioniert.

00:16:46: Also egal in welcher Kombination.

00:16:47: Und dann habe ich gesagt okay du musst dich jetzt einfach zusammenreißen.

00:16:51: Wenn der kleine Abends weint weil er von dir ins Bett gebracht werden kann ist es blöd.

00:16:57: aber er hat einen liebevollen Vater der ihm zehn Bücher vorliest.

00:17:01: Er wird's überstehen.

00:17:02: Und es hat nicht lange gedauert, da hat der Kleine zum Beispiel komplett umgeswitscht und ich durfte ihn dann irgendwann nicht mehr ins Bett bringen, morgens durfte ich ihn nicht in den Arm nehmen... Dann war seine Bezugspersonen der Papa.

00:17:14: Krass!

00:17:15: Aber das ist ja auch

00:17:15: interessant ne?

00:17:16: Genau.

00:17:17: Spannend.

00:17:17: Ja und jetzt ist es wieder komplett andersrum.

00:17:19: also jetzt bin ich wieder namens von Gott sei Dank.

00:17:23: Okay, ich bin zurück.

00:17:24: Ich hätte gerne diesen Job zurück.

00:17:30: Genau.

00:17:30: Und also es war so ein Gespräch mit mir selbst und die Entscheidung, was will ich jetzt eigentlich machen?

00:17:36: Will ich das jetzt zu Ende bringen oder nicht?

00:17:37: Ja, ja

00:17:38: voll.

00:17:39: Ich kann dich total nachvollziehen.

00:17:40: Also bei uns ist es aus...ich bin auch relativ viel weg dann auf Reisen weil ich dann irgendwie Gigs hab oder was auch immer für Auftritte und so.

00:17:46: Dann kenne ich dieses, dass meine Kinder wenn sie sich dann das iPad schnappen und dann rufen Sie an Mama!

00:17:52: Ich vermisse Dich so und so und es gab Momente.

00:17:56: Ich dachte, was mache ich hier?

00:17:57: Nein.

00:17:58: Aber genau wie du sagst, wenn du dich auf dich besinnst und sagst okay, warte mal kurz es geht ja gerade auch nicht nur um mich Es geht ja um die ganze Familie.

00:18:05: Du machst in dem Moment deinen Examen, du willst Juristin werden In dem Moment, du willst ja jetzt auch performen, den Schuh auch zumachen Wenn man sich da klar wird Man muss sich halt selber klarwerden für sich in eine Tüte packen und sagen, nee das mache ich jetzt hier für mich und für uns.

00:18:25: Und dann kannst du es auch kommunizieren!

00:18:27: Dann verstehen sie's auch?

00:18:31: Genau aber man muss sich einfach bewusst dafür entscheiden und dass also beide Eltern teilen und dann kann man es den Kindern kommuniziert.

00:18:40: und du bist ja auch nicht weg weg weg forever weg genau so.

00:18:43: das sind ja Momente am Tag

00:18:45: Genau.

00:18:45: Ja, ja,

00:18:46: aber ich kann mir vorstellen so Reaktionen auf Instagram weil da sieht man natürlich dann eher nur das wo du dann lernst und so.

00:18:51: Da gab es ja auch bestimmt ein paar oder habe ich auch gelesen so ein paar vor allem Frauen

00:18:57: irgendwie.

00:18:57: Ich würde sagen zu ninety-neinzig Prozent sind das Mütter.

00:19:00: Es ist

00:19:00: so schade die dich dann da so baschen und sagen wie kannst Du nur und so dieses weiß nichtes Rabenmutter vielleicht mal gefallen weiß ich nicht.

00:19:07: Aber

00:19:08: ja also Rabemutter nicht direkt und wobei doch tatsächlich auf YouTube aber vor allem Schade, welchen Preis deine Kinder dafür zahlen müssen, dass du Karriere machen möchtest.

00:19:20: Und die Kinder sind noch so klein genießt es doch und wenn sie groß sind kannst du immer noch was machen.

00:19:30: Das ist so die eine Hälfte und die andere Hälftes.

00:19:33: Du hast so ein Glück mit deinem Mann.

00:19:37: bei uns wäre das gar nicht möglich weil... Baustellen... Also das

00:19:44: schwingt ja auch so ein bisschen mit.

00:19:45: Sei froh, dass du das kannst!

00:19:47: Dass du so einen Mann hast?

00:19:48: Ja und viele also die meisten fragen mich auch was er beruflich macht weil sie glauben, dass es konkret an seinem Job hängt.

00:19:58: und ich sage ist es irrelevant, was er brüfflich macht.

00:20:02: Es ist immer eine Entscheidung, weil jeder Vater hat ihr auch ein Privatleben.

00:20:08: Am Ende bei dem einen Job ist es flexibler als beim anderen Job Aber mit Organisation und Planung geht es in jedem Job, egal was der Mann macht.

00:20:19: Ja auch da wenn man sich als Paar sicher ist ne?

00:20:22: Es ist eine Entscheidung.

00:20:25: Wie fühlst du dich dann mir solche Reaktionen kommen?

00:20:27: Also ich hatte früher sehr viel daran zu knabbern weil ich habe mich dann ja selbst an mir gezweifelt und dachte stimmt das also gerade als der kleine wirklich ein Säugling war?

00:20:37: Ich hab dann dieser Hausarbeit geschrieben und er hat mein Brust genuckelt Und das war so.

00:20:42: Das war schwer für mich dann solche Kommentare zu lesen, weil ich mich selbst... Ich habe meine Entscheidung in Frage gestellt.

00:20:48: Ist das richtig?

00:20:50: Stimmt es eigentlich und das hat schon viel mit mir gemacht aber ich bin dann immer wieder dazu zurückgekommen dass genau das Richtige ist aus ganz vielen verschiedenen Gründen.

00:21:00: Genau nur mit dieser anderen Seite der ja diese andere Baustelle von.

00:21:07: du hast ja so ein Glück mit deinem Mann Da habe ich große Probleme mit.

00:21:11: Da harre ich sehr mit, weil das einfach...

00:21:16: Weil du denkst?

00:21:16: Nee!

00:21:18: Genau er ist ein toller Typ.

00:21:19: Er ist ein richtig toller Typ.

00:21:22: Das stelle ich gar nicht in Frage und er ist ganz besonderer Mensch aber nicht, weil er seine Socken wäscht oder seine Kinder zur Schule

00:21:28: bringt.

00:21:29: Ja, das

00:21:29: macht ihn nicht als Mensch besonders sondern andere Eigenschaften.

00:21:34: Auch das war ja nicht von vornherein so gewesen, sondern es war einfach ganz viel Beziehungsarbeit und Familienarbeit, was wir da jahrelang gemacht haben.

00:21:44: Ganz viel Kommunikation!

00:21:46: Wir sind jahrelang aneinander gerieben.

00:21:47: deswegen... Er hat zum Beispiel sehr lange von mir erwartet dass ich Nein to Five lerne.

00:21:54: Solange die Kinder weg sind.

00:21:55: in der Betreuungszeit soll ich lernen und danach soll ich bitte für die Kinder da sein.

00:21:59: das war seinen Wunsch.

00:22:01: Glaubt man gar nicht wenn man Lukas jetzt heute so

00:22:02: sieht?

00:22:03: Doch das kann ich mir gut vorstellen.

00:22:04: Ich habe auch einen Mann also ich kenne ja auch viele Beziehungen.

00:22:08: Ich weiß, was du meinst.

00:22:09: Man glaubt es nicht, weil er kommt natürlich rüber wie Super-Carrie und ist ja bestimmt auch ein Supertyp.

00:22:15: Das merkt man sofort so und dass er halt voll einsteigt und das er dich da total geil unterstützt und so.

00:22:20: Aber

00:22:20: er hat es mit Sicherheit vielleicht auch nicht vorgelebt bekommen und musste das auch erst mal kurz lernen.

00:22:25: Auch dass es für ihn halt auch, wie vorhin schon gesagt, auch einen Mehrwert hat!

00:22:30: Also eins muss man ja nicht vergessen, all diese tollen Männer sind ja trotzdem wie wir tollen Frauen in diesen patriarchalen Strukturen groß geworden.

00:22:37: So ist es!

00:22:38: Ja und wenn ich sehe was für ein Familienmodell eher groß geworden ist dann wundere ich mich was für einen Familienmodel wir heute haben weil das ist das komplette Gegenteil von dem was wir heute leben was er als Kind erlebt hat.

00:22:52: Da ging es wirklich darum zu sagen, nein ich mache das nicht.

00:22:55: Ich fordere das!

00:22:56: Ja.

00:22:57: Ich will das nicht und da saßen wir stundenlang auf der Couch und haben genau darüber geredet.

00:23:03: Wir haben sehr viel darüber geredet und die Schritte in die Richtung waren sehr klein.

00:23:06: Und sehr langsam, weil auch zum Beispiel auch ein Faktor das umfällt was dir immer das Gefühl gibt dass es falsch.

00:23:13: ich werde ja immer als bistig dominant und herrisch dieses Wort herrish.

00:23:19: Ich werd dann so eingeordnet.

00:23:21: Ich habe dann die Hosen an der Beziehung und Lukas ist dann der Unterwürfige Der ordnet sich unter der macht nur was ich sage.

00:23:29: also das ist auch so etwas Krass.

00:23:34: Aber ich verstehe das total, also ich versteh ja dass die Menschen das denken weil das ist halt das Bild von einer Frau die so agiert wie du es machst

00:23:42: und in

00:23:42: eurer Beziehung.

00:23:43: Ja

00:23:44: genau.

00:23:44: So dann sind die Schritte in die Richtung sehr langsam.

00:23:48: Der hat ein Drachen zu Hause.

00:23:49: Kennst du den so?

00:23:50: Haare

00:23:50: auf den Zähnen.

00:23:51: Nicht auch super gut!

00:23:52: Ja

00:23:52: stimmt, haare auf dem Zähn.

00:23:53: Stimmt ist euch auch schon ein bisschen ewig nie mehr gehört.

00:23:57: Aber auch immer noch mit so einem sexuellen Ding dahinter.

00:24:00: aber... Na genau was.

00:24:01: Weißt du was ich

00:24:01: meine?!

00:24:04: Was wollt ihr eigentlich Leute?

00:24:06: Was wollt Ihr eigentlich?

00:24:08: Das war viel Arbeit und jetzt einen normaler Alltag.

00:24:15: das hätte ich noch gerne gewusst.

00:24:16: wie ihr da so.

00:24:17: Also wie sah denn, wie sah diese Woche aus?

00:24:19: Wie lange ging die ganze Examszeit?

00:24:21: Zwei... also die Examsvorbereitung eineinhalb Jahre und dann habe ich zwei Wochen die schriftlichen Examen geschrieben.

00:24:29: Genau!

00:24:29: Und in dieser Zeit?

00:24:32: Ich hab wirklich zwischendurch gedacht kann immer bitte jemand... also man konnte dir zu sehen wie deine Augen ringen ist.

00:24:37: sorry Die wurden immer größer und ich dachte so oh mein Gott sie crasht gerade ganz das System weil du ja auch dein überschlafproblem gesprochen hast.

00:24:46: Es war so schlimm.

00:24:47: Ich kann nicht in Worte fassen, ich hatte wirklich auch nicht mal mehr Kraft mir Socken anzuziehen.

00:24:52: also Schminken war schon lange Sohne also da war gar nichts mehr.

00:24:56: und in diesen zwei Wochen war es Also man muss sagen die zwei wochen die waren tatsächlich noch Mit am leichtesten, es waren eher die Wochen vor dem Examen.

00:25:07: Weil ich wusste in diesen zwei Wochen, indem ich das schriftliche Examen ablege da gehe ich hin Da schreibe ich und dann gehe ich nach Hause und schlafe Ich esse und schlage Und das war klar!

00:25:19: Ich musste mich nicht mehr zusammenraffen und alle meine Einzelteile zusammenfügen um zu lernen.

00:25:25: Das heißt Es war schon so ein bisschen.

00:25:26: Man wusste mit jeder Klausur steht die Freiheit da am Ende wartet sie oft nicht.

00:25:31: Aber gerade so die drei, vier Wochen vorm schriftlichen Examen waren wirklich knallhart weil ich immer noch sehr viel gelernt habe und ich hab glaube ich zwei Monate keinen Tag Pause gemacht.

00:25:41: Ich hab von Montag bis Sonntag gelernt und ich saß dann auch noch um dreiundzwanzig Uhr und hab gelernt

00:25:50: Ja klar, man legt sich dann ja ins Bett und es geht halt weiter.

00:25:52: Es

00:25:52: geht dann weiter?

00:25:53: Man denkt ja eigentlich wahrscheinlich nicht.

00:25:55: Ich mach jetzt aber weiter.

00:25:57: Und selbst wenn du sagst ne, du musst jetzt chillen, du muss jetzt schlafen sonst um die Energie zu kriegen heißt das ja noch lange nicht dass dein System sagt ja okay wenn du deinen Kopf das sagst da machen wir das so

00:26:05: Genau und da haben wir es organisiert, dass Lukas einfach zu hundert Prozent war er für die Kinder zuständig.

00:26:12: Das heißt ich habe geschlafen solange ich schlafe konnte und ich bin ins Bett gegangen wann ich wollte.

00:26:18: und ich wusste er steht morgens auf Er weckt die Kinder, er sorgt dafür, dass sie pünktlich zur Schule kommen.

00:26:23: Er macht die Brotdosen und geht einkaufen.

00:26:26: Er bringt den kleinen Zucchiter, er holt ihn wieder ab, er bringt die Kinder zu den Hobbys... ...und er streicht alle seine Hobbies für diese Zeit!

00:26:36: Und ja, er kocht Abendessen, er räumt auf.

00:26:39: Und alles, was ich übernehmen konnte von Tag zu Tag.

00:26:42: Das war cool und das habe ich dann gemacht.

00:26:44: Aber wenn ich nicht konnte, war ich raus!

00:26:47: Wo du jetzt gerade die Aufzählung machst finde ich es grad so heftig weil selbst in Beziehungen, also selbst in meiner merke ich grade... Alles was du aufzählst, ich glaube ist doch noch nicht Fifty-Fifty aufgeteilt, weißt du was ich meine?

00:26:59: Es geht SO schnell, weil man als Frau ja auch so trainiert ist.

00:27:04: Dann mach ich das noch mal eben.

00:27:06: Also meine Wege, wenn ich von der Arbeit komme ist immer noch mit inbegriffen, ach dann gehe ich nochmal kurz auf den Weg fürs Einkaufen.

00:27:14: oder weiß ich nicht?

00:27:14: Das heißt es ist gar keine Aktion an sich sondern alles fließt miteinander über und am Ende merkst du gar nicht was du alles

00:27:21: geschafft hast.

00:27:22: Genau!

00:27:22: Und das habe ich lange gemacht bis so zwei drei Monate vor dem Examen und jetzt bin ich da wieder drin.

00:27:28: aber in dieser Zeit war's auch Lukas Wader auch eine... Der hatte krasse Position übernommen, weil der hat sich auch innerlich dazu entschieden mich komplett zu supporten.

00:27:41: Ich weiß nicht was er da innerlich mit sich selbst gemacht hat, was für Gespräche er mit sich selber geführt hat aber er war dann so immer wenn ich gesagt habe ich kann das mal machen, war ja du machst es nicht.

00:27:50: Du schreibst ein Examen.

00:27:51: Jedes Mal wenn ich angefangen hab' ich mach das noch schnell, dann musst du nicht.

00:27:54: Da hat er gesagt nein!

00:27:56: lernst oder legst dich auf die Couch.

00:27:59: Du machst einfach was mit dir, ich mache das und der hat mich in diesen drei Monaten da immer wieder rausgekickt aus dieser... Ich übernehme diese Rolle, dann merke auch welchen Beitrag ich dazu leiste.

00:28:09: eigentlich, dass es nicht Fifty-Fifty

00:28:12: ist, weil man ist ja da so reingeboren und erzogen worden und hat das jahrelang gemacht und das war auch eine krasse Hilfe, dass das eben nicht passiert aber

00:28:22: dass er quasi auch so ein bisschen das Zapt an die Hand genommen hat und gesagt hat, nein.

00:28:26: Das haben wir so abgesprochen?

00:28:27: Genau!

00:28:27: Du ziehst

00:28:28: es jetzt durch.

00:28:29: Wir ziehen das jetzt durch... Ding dong!

00:28:31: Da mussten wir kurz einmal da so putzen Pause machen und dann haben wir uns versabbelt und haben den Faden verloren.

00:28:35: aber folgendes so ging es weiter ich erzählte Neda von einem Tipp meiner Therapeutin und da schließen wir jetzt auch direkt an.

00:28:44: Ding dong naja auf jeden Fall.

00:28:46: und da hat sie gesagt ja okay ah du war ich aufs Erschöpft und so.

00:28:48: Dann schreibt doch mal auf setz dich mal mit deinem Mann an den Tisch und schreib mal auf, was ihr macht.

00:28:52: Und nun mal so in Stunden!

00:28:53: Ja...

00:28:55: Also ich arbeite meine Arbeitszeit hat schon mehr Stunden.

00:28:57: und dann haben wir mal, ey dann hab' ich gesehen krass, ich habe in der Woche mehr Hausarbeit, Kehrarbeit

00:29:01: usw.,

00:29:03: acht Stunden mehr.

00:29:04: Überlegt man?

00:29:05: Überlegt ist das für eine Zeit.

00:29:06: Das

00:29:06: ist ein fucking Arbeitstag.

00:29:11: also ne?

00:29:12: Ja.

00:29:12: Noch einmal alles so richtig aufgeschrieben Also auch vor allem mal die kleinen Sachen aufgeschrieben.

00:29:18: Auch sowas wie Kinderverabredungen organisieren, die man eben so macht per WhatsApp oder so.

00:29:23: Geburtstagsgeschenke für Freundinnen oder die Organisation für die Geburtstage der eigenen Kinder?

00:29:29: Ja

00:29:30: ja das sind alles kleine Tropfen, die den Topf vollmachen am Tag.

00:29:36: Krass!

00:29:36: Wie hast du dich denn gefühlt?

00:29:40: Da muss man ja auch so richtig von seiner Rolle loslassen in dem Moment.

00:29:43: Wenn der Mann, wenn dann dein Partner sagt hey Luca sagt nee ich mach das jetzt und du machst jetzt das und das.

00:29:48: Ich glaube meine erste Reaktion wäre auch ein bisschen so Du hast mir gar nichts zu sagen.

00:29:52: Ja habe ich auch schon auf Team gesagt.

00:29:54: Du entscheidest nicht was ich mache?

00:29:55: Ich

00:29:55: möchte jetzt aber kurz etwas helfen weil es hilft mir.

00:29:58: Du

00:29:58: bestimmst nicht über mich.

00:30:00: Wie so ein kleines Geliebig.

00:30:02: Ich darf das selber entscheiden!

00:30:04: Ja total, aber ich muss sagen Also die drei Monate vor dem schriftlichen Examen, ich war eigentlich gar nicht mehr available.

00:30:12: Ich war gar nicht anwesend.

00:30:14: Mein Körper war da.

00:30:16: Innerlich war ich...ich habe nicht mehr geschlafen und ich saß nur am Ess-Tisch und ich erinnere mich doch genau wie die Kinder dann erzählt haben, wie ihr Tag war und ich bin so abgeschwefft.

00:30:29: Ich fahre einfach dann weg und plötzlich hab' ich so ins Leere geguckt, schaffe ich das Examen?

00:30:35: Kann ich mir das merken?

00:30:36: Und Lukas hat mich nur angucken meinte nur so So, also ich habe dann auch nicht mehr richtig gegessen und ich hab ja schon lange nicht mehr geschlafen.

00:30:47: Also das war auch... Ich weiß nicht wie ich das überstanden hätte wenn Lukas diese Positionen nicht eingenommen hätte.

00:30:56: So, genau.

00:30:56: Und haben deine Kinder, hattest du auch mal so Momente wo deine Kinder gesagt haben, Mann, Mama also die sich darüber aufgeregt haben?

00:31:02: Nee, die waren... Also wir haben sie ja jetzt jahrelang mitgenommen.

00:31:04: ich habe ja jetzt so ein Jurastudium geht ja auch ein paar Jahre hier.

00:31:07: Ja stimmt, die wurden ja auch quasi mit vorbereitet und

00:31:10: Wir reden sehr viel mit unseren Kindern.

00:31:12: Da ist ganz, ganz großer Austausch weil es uns wichtig ist dass sie nicht auf der Strecke bleiben und das kommunizieren wenn ihnen was auf der Seele liegt.

00:31:20: und wir haben sehr viel kommuniziert warum ich jetzt gerade einfach raus bin Und die waren sehr süß weil die sich gegenseitig auch so abgeholt haben.

00:31:28: also wenn mein mittleres Kind reinkam dann kam der Große und meinte lass Mama jetzt oder Dann sind die vorbeigekommen.

00:31:33: wenn ich mal auf der Couch brach lag und wurde gestreichelt und Mama brauchst du was?

00:31:39: So Also sehr süß.

00:31:40: Aber wenn sie dann kam und wirklich etwas war, was nur Mama jetzt klären konnte, war ich dann natürlich auch da.

00:31:45: also das war kein... Ich bin jetzt nicht für dich available emotional weil ich für meinen Examen lerne Und so war es eigentlich eine richtig schöne.

00:31:56: Wir waren einfach als Familie füreinander da.

00:31:59: Das war eigentlich ne ganz besondere Zeit Wollte

00:32:01: ich grad sagen, dass klingt eigentlich so sogar noch mehr zusammen gemacht.

00:32:04: Genau, es war richtig... also wir waren dann so richtig in unserer Bubble und wir waren füreinander da.

00:32:11: das war eigentlich total schön.

00:32:14: Das ist richtig schön!

00:32:15: Ja?

00:32:16: Ich krieg ein bisschen Känze auf

00:32:17: gerade.

00:32:20: Oh krass, geil dass da kein Kind Crash-Out gegangen ist.

00:32:24: Also

00:32:24: ja

00:32:25: weil es hätte auch eine Reaktion kommen können.

00:32:31: Genau, also meine Mittlere war schon irgendwann so dass sie gesagt hat Mama wann hörst du endlich auf zu lernen?

00:32:37: Das hat sie dann zwischendurch schon gesagt.

00:32:39: Dann habe ich es erklärt und dann Events mit ihr geplant.

00:32:42: Ich hab zum Beispiel gesagt wenn ich Examen geschrieben hab bist du vielleicht mal krank und wir verbringen den ganzen Tag auf der Couch Und wenn man krank ist darf man Fernsehen gucken und

00:32:53: darf

00:32:54: nicht zur Schule gehen.

00:32:57: So, dann haben wir so Events geplant und das war dann cool.

00:33:00: Das haben wir auch nachgeholt alles.

00:33:05: Ich liebe es auch so alleine Events mit den Kindern zu machen.

00:33:07: Das ist so schön!

00:33:08: Boah ich liebe dass wir uns auch schon viel zu lange nicht mehr gemacht aber das macht so einen Spaß und dann aber auch was Cooles machen.

00:33:12: Nicht nur einfach so... Ich habe gemerkt zweimal waren wir denn so shoppen jeweils alleine.

00:33:17: Aber das ist dann immer so nach einer Stunde

00:33:19: man ist

00:33:19: ja nicht zusammen.

00:33:20: Man guckt dann so, findest du das schön?

00:33:22: Aber irgendwann merkst du, eigentlich ist auch alles voll.

00:33:25: Also die Fühler haben jetzt alles aufgenommen innerhalb von einer Stunde.

00:33:28: Eigentlich muss man wirklich was zusammen

00:33:30: machen

00:33:31: gemeinsam total oder was malen oder keine Ahnung.

00:33:36: Hekeln?

00:33:37: Das hab ich echt.

00:33:38: glaube ich kann gar nicht hekeln!

00:33:39: Das ist super easy und das kannst du mit deinen... aber

00:33:41: da kann man nur eine Raub hekeln.

00:33:44: Dann macht ihr halt zehn Raub.

00:33:48: Eine Raub-Family einfach.

00:33:49: Raubentag Oder Bildmann oder so weiss ich nicht.

00:33:53: Ich hab jetzt auch mal geguckt, weil ich eigentlich ganz geil finde... Wirklich mal unter Anleitung.

00:33:58: Weil ich kann... Kannst du gut malen?

00:34:01: Boah!

00:34:01: Gut würde ich anzweifeln aber es reicht für meine Kinder.

00:34:05: Ja okay

00:34:06: also mittlerweile die werden ja auch älter.

00:34:09: Die sind noch besser.

00:34:12: Okay, das ist ein Elefant.

00:34:13: Nein!

00:34:15: Aber ich hätt mal Bock auf so einen Malkurs oder so.

00:34:17: Oder irgendwie so Töpfe oder irgendein so'n Kram... Ich glaub', das muss man einfach und wenn man... Und das Ding ist dass man damit ja auch wieder sein

00:34:22: du füllst

00:34:23: wieder das Verbindungstopf auf und dann hast du ja auch viel mehr Energie für dich in deiner Arbeit oder was weiß ich?

00:34:31: Irgendwie so'nen Trip alleine oder wie auch immer.

00:34:33: Voll!

00:34:33: Ja also

00:34:34: Töpfel finde ich cool.

00:34:35: Ich möchte jetzt mit meiner Tochter ein Nähkurs machen weil ich finde es gerade mit dieser Bildschirmzeit, Digitalisierung im Kindern fehlen so handwerkliche Fähigkeiten und ich will meine auffrischen.

00:34:46: Und sowas finde ich cool.

00:34:47: Das kann man übrigens mit allen Kindern machen.

00:34:49: Mein Sohn näht auch total gerne.

00:34:51: Ja nähen ist auch geil vor allem da hat man so schnell Resultate.

00:34:54: Man häkeln das ist ja schon sehr viel quatschen bis es fertig ist.

00:34:58: Du hast direkt einen Kissen!

00:35:00: Aber

00:35:00: Tipp mit dem Häkeln?

00:35:02: Dicke Wolle dicke Nadeln dann bist du sehr schnell durch.

00:35:04: Du bist so schlau.

00:35:05: Nee bin nicht.

00:35:06: Ich habe mich einfach von anderen Lüttern

00:35:08: erfahren Mutterschneue.

00:35:13: Okay,

00:35:14: was ja auch noch ein Thema von dir ist... ...ist dass du nach Deutschland geflüchtet bist?

00:35:18: Du bist Afganin und du bist in Afghanistan geboren, ne?

00:35:21: Das stimmt!

00:35:21: Ja Und wie

00:35:22: alt warst du als ihr nach Deutschland gekommen seid?

00:35:24: Ich war sechs.

00:35:25: Du warst sechs?

00:35:26: Hast du guckst so manchmal wie alt ist deine Tochter?

00:35:29: Sieben oder guckest du sie manchmal an und denkst krass in deinem Alter?

00:35:33: Alle drei Kinder weil wir waren ja sehr lange auf der Flucht.

00:35:36: Wir waren insgesamt fünf Jahre auf der flucht

00:35:39: Also, als du eins warst.

00:35:44: Und ich habe das regelmäßig mit meinen Kindern, dass ich sie anschaue und denke wow wie unterschiedlich unsere Lebensrealitäten eigentlich sind oder gewesen sind meine als Kind und eure heute voller Dankbarkeit.

00:35:55: aber für mich ist es auch... Ich höre ja auch immer über Instaneda.

00:35:59: Du bist so bodenständig und so voller Emotionen und tatsächlich ist es also wegen meiner Geschichte weil Das endete ja jetzt nicht mit der Ankunft in Deutschland, das ging ja sehr lange weiter.

00:36:11: Mit Asylheim Frauenhaus und... Magst du das erzählen?

00:36:14: Ja bis zum gewissen Teil können wir da gerne drüber sprechen.

00:36:17: ich muss einfach mal schauen wie ich mich dabei fühle.

00:36:19: aber ich bin einfach auch dauerhaft emotional weil dann gerade in den schönen Momenten Ich auf meine Kinder stau und denke Wahnsinn dass sie heute dieses Leben leben dürfen.

00:36:31: Und eigentlich war die Geschichte anders geschrieben und wir haben die Geschichte umgeschrieben.

00:36:36: Das ist etwas, was mich permanent berührt.

00:36:39: Ich bin jetzt schon wieder heulen.

00:36:41: Heul ruhig!

00:36:42: Hey dafür sind wir da.

00:36:46: Ja krass.

00:36:49: Also wenn du möchtest erzähl deinen Weg.

00:36:52: Ihr seid mit zwei... Du bist deine Mama?

00:36:54: Mit meinen Eltern und meinen zwei Geschwistern.

00:37:00: Bist

00:37:00: du in der Mitte?

00:37:01: Nee, ich

00:37:01: bin die Jüngste.

00:37:03: Ja genau und tatsächlich waren auch noch andere Familienmitglieder da.

00:37:06: also wir waren nicht alleine Genau Okay.

00:37:10: Und dann als du sechs warst, dann bist du also hier angekommen und dann wart ihr erst mal in einem Flüchtlingsheim.

00:37:14: oder wie hat man ein Asylheim?

00:37:15: Das war crazy.

00:37:16: das waren nur Container, das siehst Du ja heute auch und das waren Container auf der Elbe.

00:37:21: Interessant weil ich wohne ja heute ganz nah an der Elben.

00:37:23: irgendwie ist das verrückt.

00:37:26: Da hatten wir einfach ein Container, in dem wir geschlafen haben und so Stahlbetten.

00:37:33: Es gab eine Gemeinschaftsküche und Sanitärräume für alle und das war alles super schmuddelig.

00:37:40: Und da war nichts von zu Hause.

00:37:43: aber wir waren dann mal froh endlich laut reden zu dürfen, endlich lachen zu dürfen und einfach mal länger irgendwo zu sein.

00:37:52: Das war für mich als Kind total crazy!

00:37:56: Und war das klar, dass das eure Endposition wird?

00:38:00: Deutschland, Hamburg.

00:38:01: Ja, das war von vornherein klar, weil andere Familienmitglieder bereits hier waren.

00:38:04: Ah ja okay!

00:38:05: Dann sozusagen die Letzten, die dann noch nachkamen.

00:38:08: Okay und wie lange wart ihr denn in dem Heim?

00:38:11: Das kann ich gar nicht genau sagen, weil ich war sehr jung.

00:38:15: Ich erinnere mich an viele Stationen und alle Unterkünfte.

00:38:18: Wie genau, wie lange wir da waren, kann ich nicht immer genau sagen.

00:38:22: Kannst du dich noch daran erinnern...

00:38:25: weil du

00:38:27: jetzt so ein richtig kassen Bildungsweg eingeschlagen hast auch.

00:38:31: War für dich früh klar, hast du das so beobachtet?

00:38:33: Ich stelle mir so vor eine kleine Nähe da, die dann dann in so ne deutsche Schule kommt und dann sprichst du die Sprache nicht und siehst es alles.

00:38:39: Und war dir dann... kam irgendwann der Moment wo du dachtest ich glaube ich muss krass lernen damit ich mich hier irgendwie...

00:38:47: Nein!

00:38:47: Ankommen.

00:38:48: Das hatte

00:38:48: ich... also daran kann ich mich nicht erinnern.

00:38:52: Klar, ich kam... Ich weiß noch, ich war in der Vorschule und konnte kein Wort Deutsch.

00:38:56: Und alle haben mit Händen und Füßen versucht mir etwas beizubringen.

00:39:00: Ich weiß gar nicht... ...ich wusste eigentlich schon immer das ich studieren möchte.

00:39:03: Das war von vornherein für mich klar.

00:39:05: Ich weiss gar nicht warum.

00:39:07: Hab ja dann trotzdem zuerst eine Ausbildung gemacht und danach erst mein Studium begonnen.

00:39:11: Aber woher jetzt der Wunsch kam?

00:39:13: Also ich komme ja ursprünglich aus einer Akademiker-Innenfamilie.

00:39:17: Meine Marm hat Kabul studiert und meine Tanten haben alles studiert.

00:39:22: Wir haben dabei in unserer Geschichte einfach einen kleinen Bruch, weil hier in Deutschland habe ich nichts davon bemerkt.

00:39:29: Weil wir in Deutschland einfach eine neue Identität angenommen haben die Familie, die wir damals waren und die Identität, die meine Eltern und meine Mutter in Afghanistan hatten, die existierte hier nicht.

00:39:39: es wird ja hier nichts anerkannt und Meine Mutter hat dann angefangen bei der Bäckerei zu arbeiten hatte zwei Jobs hat geputzt.

00:39:47: also Es gab einfach ein kompletten Bruch in unserer Geschichte, sodass ich als Kind, Jugendliche oder auch Erwachsene nie die – wie soll ich es nennen?

00:39:59: Gunst und Vorteile einer Akademikerin-Familie irgendwie erleben durfte.

00:40:03: Durch die neue Sprache durch eine neue Kultur, durch das nicht anerkennende Abschlüsse existiert eigentlich dieser Teil unserer Familie gar nicht mehr.

00:40:12: also diese Identität.

00:40:14: Das heißt du aber deine Schwester hat Studiert oder so.

00:40:17: Beide haben studiert,

00:40:19: also meine mittlere Schäste hat jetzt gerade ihren Doktor gemacht mit Soma Cum Laude.

00:40:23: Wow!

00:40:23: Respekt.

00:40:24: Ich

00:40:25: bin sehr stolz auf Sie.

00:40:26: Probs

00:40:26: gehen raus auf die Schwerze.

00:40:28: Ich glaube

00:40:28: sie ist

00:40:29: die erste in unserer Familie, die das gemacht hat.

00:40:33: Genau.

00:40:34: Das heißt

00:40:34: ihr geht jetzt den Weg wieder... Ihr seid wieder zurück auf dem Fahrt quasi?

00:40:38: Ja.

00:40:40: Gab's Menschen, die dir oder euch besonders geholfen haben, hast du noch Kontakt?

00:40:48: Also es gab Einzelpersonen, zum Beispiel als wir im Frauenhaus waren.

00:40:53: Da gab es eine Sachbearbeiterin die stand meiner Mutter mit Herz und Seele bei und hat sich wirklich um alles gekümmert.

00:41:01: Ich weiß leider nicht mehr wie sie heißt aber das war eine ganz ganz tolle Person Die sich unserer Geschichte gewidmet hat und unsere Familie.

00:41:10: Und ja an diese Person erinnere ich mich noch und an die Anwälte in meiner mutter die sie in der Scheidung, also durch die Scheidungen geführt hat.

00:41:26: Und an einer Lehrerin auf meinem Gymnasium, das war kurz vor meinem Abitur, an die erinnere ich mich auch noch, die mir sehr viel geholfen hat dabei zu bleiben und sich nicht die Herausforderung hinzugeben...

00:41:46: ...und zu sagen I can't do it!

00:41:49: Ja krass, jetzt bist du fast Juristin.

00:41:53: Wahnsinn!

00:41:54: Mit drei kleinen Kindern?

00:41:55: Ja und das ist wahrscheinlich auch immer meine Motivation.

00:41:59: Ich habe gesagt wenn ich Volljuristin sein sollte eines Tages dann werde ich als allererstes Migrationsrechtlerin.

00:42:10: Also das ist so dein Ansporn quasi.

00:42:12: Deine Geschichte... vielleicht auch die Missstände, die du gesehen hast, erlebt hast wo du sagst, da will ich rein und da will dich einfach helfen.

00:42:20: Ja

00:42:20: und ich denke mir okay bei uns ist es fast dreißig Jahre her.

00:42:24: wie werden die Umstände heute sein?

00:42:25: Sie werden nämlich nicht besser sein als damals eigentlich.

00:42:29: Ist eher schwieriger geworden.

00:42:31: Ja

00:42:33: gut, mega!

00:42:36: Eneda vielen vielen Dank für deine Offenheit und für deine Geschichte.

00:42:40: Ich finde

00:42:41: das so geil was du machst ey ich feier dich hart ab und bitte bleib weiterhin Wütend in Anführungsstrichen,

00:42:49: wie man es bebleibt.

00:42:50: Herrisch!

00:42:51: Was war's noch?

00:42:52: Lass deine Haare auf den Zähnen raus.

00:42:54: Siehe dir bitte nicht nur nicht in deiner Haar auf den Armen sondern auch nicht die auf deinen Zählen.

00:43:01: Danke danke danke und ich wünsche dir alles

00:43:04: Gute.

00:43:04: Vielen Dank das wünschte ich dir auch.

00:43:06: Danke schön.

00:43:06: Tschüssi.

00:43:09: Vielen lieben Dank fürs zuhören.

00:43:11: Ich hoffe ihr hattet eine schöne Zeit mit uns und hört nächste Woche natürlich wieder rein Abonniert gerne den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst.

00:43:18: Kommentiert außerdem fleißig hier bei Spotify und folgt uns bei Instagram auf echteMamasPunktEhrlich gesagt!

00:43:26: Wir hören uns natürlich nächste Woche wieder und ich erinnere euch nochmal ganz kurz ans EchtemamasFestival am dritten September.

00:43:33: Ich werde auch da sein, ich freue mich krass drauf.

00:43:35: und ja also markiert euch das Datum Bis nächste Woche eure Nora.

Über diesen Podcast

Echt. Echter. Ehrlich gesagt.

🎆 Neues Cover, 🎶 neuer Jingle, 🎙️neue Stimme.

Der neue Echte Mamas Podcast geht deep: Jetzt spricht Nora Becker mit echten Eltern über echte Gefühle. Und zwar über die schönen, aber auch die schwierigen! Denn wir wissen genauso gut wie ihr: Das Leben als Eltern ist wunderbar erfüllend, kann aber auch fordernd – und manchmal sogar überfordernd – sein.

Nora fragt ihre Gäste das, was sonst keiner fragt. Wir laden euch ein, mit uns zuzuhören, was unsere Gäste wirklich beschäftigt. Herzlich willkommen bei "Ehrlich gesagt"!

Mehr über Echte Mamas erfahrt ihr unter www.echtemamas.de und auf https://www.instagram.com/echtemamas.ehrlichgesagt - jetzt folgen, abonnieren, kommentieren, liken und weitersagen!

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