Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Transkript

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00:00:06: Hallo

00:00:06: ihr Lieben

00:00:07: und herzlich Willkommen zum Podcast ehrlich gesagt von EchteMamas.

00:00:10: Hier

00:00:11: nehme ich euch mit in ehrliche, lustige und tiefe Gespräche mit tollen Gästen!

00:00:15: Es geht um ernste, spannende und bewegende Themen also um alles was uns als Mamas, Frauen Eltern oder einfach Menschen beschäftigt die Familie und das Leben lieben.

00:00:25: Diese Woche zu Gast Julian Sengelmann.

00:00:28: Ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich hmmm warum schon wieder ein Typ kann ich auch verstehen aber ehrlich gesagt Das ist zwar ein Mama-Podcast, aber irgendwie wollte ich mit ihm unbedingt ins Gespräch kommen.

00:00:40: Denn Julian Sängelmann ist zwar keine

00:00:42: Mama, aber er ist Papa von einer Tochter,

00:00:45: Moderator, Sprecher, Sänger, Pastor, Autor und jemand der sich beruflich unpersönlich seit Jahren mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt Und ich liebe einfach mich mit ihm zu unterhalten.

00:00:58: I like it a lot!

00:01:00: Wie gehen wir mit Trauer um?

00:01:02: Mit Verlust, mit Einsamkeit – wie bleiben wir mit unseren Kindern verbunden wenn sie größer werden?

00:01:07: und warum glauben die eigentlich immer perfekt sein zu müssen?

00:01:12: beim Thema Einsamkeit und Mütter da hat es kurz gehackelt.

00:01:15: Ich glaube ich weiß nicht ob ich mich nicht richtig erklärt habe oder er ist wirklich nicht so richtig geschneit hat.

00:01:19: ganz interessant auch zu sehen.

00:01:21: Es gibt glaube ich Themen Da kann man als Papa tatsächlich nicht wirklich anknüpfen.

00:01:27: Aber hey, hört es euch an!

00:01:30: Eigentlich wollten wir über sein Buch sprechen und dann haben wir plötzlich was Eltern sein, übers Scheitern, übertraue über Eiswutanfälle, Social Media... Und deswegen man sich gesprochen also über alles worüber man eigentlich viel öfter

00:01:40: ehrlich reden sollte.

00:01:41: Ich hoffe ihr habt genau soviel Freude beim Zuhören wie wir beim Quatschen hatten.

00:01:46: Es war sehr lustig aber auch

00:01:49: sehr tief.

00:01:50: Also viel Spaß mit Julian Sengerman!

00:01:53: Fangen einfach mal an.

00:01:54: Also die heutige Folge steht für mich unter dem Titel.

00:01:57: Wie finden wir halt in einer Welt, die uns überfordert und wie bleiben wir in ihr miteinander verbunden?

00:02:02: Weil das kannst du

00:02:04: beantworten.

00:02:05: Die einen sagen so, die anderen sagen

00:02:06: auch so.

00:02:07: Ich würde sagen, du kannst es damit... Lieber Julian, herzlich willkommen!

00:02:10: Schön dass du da bist hier bei Ehrlich gesagt echte Mamas.

00:02:14: Du bist ja einiges ne?

00:02:15: Du hast ja so achtzehn Rollen deinem Leben einmal.

00:02:18: Fahrer Musikersprecher Schauspieler Moderator Manager?

00:02:22: Habe ich mir gedacht, für dich.

00:02:23: Ja du musst dein Leben ja managen.

00:02:24: Ach so!

00:02:25: Dann bist du ja quasi auf... Richtig schlecht drauf.

00:02:26: Bist doch bestimmt auch ein bisschen Steuerberater.

00:02:29: Aus anderen Gründen musste ich mich gerade da einlesen ein bisschen.

00:02:32: Du

00:02:32: bist ein bisschen so schübt der immer sich dann so einlässt und dann ist er das Autor und Vater.

00:02:38: Das ist das Beste.

00:02:39: Ja geil okay meine Frage bei uns Sohn bist ja auch noch weil die Frage wäre gewesen welche Rolle hat dich am stärksten geprägt?

00:02:46: Vater und Sohn sein auf jeden Fall.

00:02:49: Wie alt ist deine Tochter?

00:02:50: Meine Tochter hat gerade zehn geworden.

00:02:52: Richtig riesengroßes Supergehöl.

00:02:54: Egal, ich habe sie jetzt übergegangen in die nächste Schule.

00:02:57: Krass!

00:02:57: Dann sind wir ja voll gleich meine Tochter auch.

00:03:00: Ja und wie erlebst du das?

00:03:03: Ich finde es auch mega schön.

00:03:04: Ich find's richtig, richtig cool.

00:03:05: Ich hatte ein bisschen Angst davor, weil ich auch immer denke... Also die haben ja dann schon so kleine Auswüchse von Pubertät und so?

00:03:12: Aber bis jetzt, aber vorgestern hat ein Vater zu mir gesagt, wenn ihr denkt das wär Pubertäd, weil sie sich so ein bisschen geschämt haben und so war der gesagt, wait for it!

00:03:21: Und ich dachte nämlich schon so ach das sieht ja voll klar, ich finde wir machen das ziemlich gut.

00:03:24: Wir sind

00:03:25: supercool.

00:03:25: Das ist es noch nicht, ne?

00:03:26: Wir kommen da

00:03:26: ganz einfach

00:03:27: durch.

00:03:28: Nein deswegen, ich find' das gerade richtig süß, Ja, ich versuche natürlich immer die Verbindung zu halten.

00:03:34: Das merke ich schon, dass sie sich so ein bisschen ab... Ich finde, sagen wir mal so es geht so mehr in Extremer.

00:03:40: Es gibt dann Momente wo sie so ganz verbunden sein will und ganz doll Mama haben will Und dann gibt's halt Momente, wo sie mich so richtig abstößt

00:03:46: Ist bei uns genauso.

00:03:49: Wir merken das total krass, dass Sie einen Abschiedsschmerz hatten.

00:03:51: Wir reden vermutlich eh darüber viel Abschiede gehabt im Leben, viele Verluste gehabt und so und das kommt jetzt gerade alles noch einmal zusammen.

00:03:58: Also sie bringt so.

00:04:00: Dazu kommt ihre beste Freundin, die bei uns in der Straße wohnt.

00:04:02: Die geht jetzt nicht mit ihr auf eine Schule, sondern zieht auch weg.

00:04:04: Nicht weit!

00:04:05: Aber wohnt halt nicht mehr in der Strasse und die sind seit Tag eins in der Kita zusammen gewesen... Und da ist schon viel Abschiedsschmerzen.

00:04:13: Es war letzte Woche parallel also erst war Kennlerntag an einer neuen Schule und dann direkt im Anschluss Abschiedsfest aus der alten Klasse.

00:04:20: Riesenparty und natürlich hat ihr dummer panlicher Vater noch einen Film gemacht dazu und so was alle killen interviewt.

00:04:27: Ich hab noch ein Song vorbereitet.

00:04:30: Ja, genau!

00:04:32: Es war so ein super peinlicher Typ natürlich aber alle Kinder interviewt vorher für die Lehrerin und es war schon süß, alle geweint.

00:04:38: Das ist mega süß.

00:04:39: habt ihr so einen Video gemacht?

00:04:39: Ja ja.

00:04:40: Ist das eine geile Idee?

00:04:41: Ja, das war total schön.

00:04:42: Ich habe drei Fragen den Kindern oder den Eltern geschickt.

00:04:45: Die haben dann mit den Kindern das aufgenommen.

00:04:46: Das war ganz süß.

00:04:48: Da

00:04:48: bin ich

00:04:49: bei einer Erzählerstimme dann noch so'n Offtext besprochen.

00:04:52: Kann ich mir richtig vorstellen.

00:04:53: Das erinnert mich voll an diese Sendung, wo die so ... Da durften die das Wort nicht sagen und dann haben sie das so beschrieben?

00:05:00: Ja!

00:05:00: Wie heißt es denn noch?

00:05:01: Es ist grün... Und es

00:05:04: ist starrlich.

00:05:07: Das fand ich mal am allerbesten.

00:05:08: Ich hab mir die ganze Zeit bei der Show draufgeweitet.

00:05:10: Es ist ein bisschen

00:05:11: eklig aber auch ein bisschen ekelig Aber es ist meine kleine Schwester.

00:05:15: Das war nicht immer so geil, also so

00:05:19: süß.

00:05:19: Jetzt noch alle kleine Sprachfehler.

00:05:21: Mega niedlich!

00:05:23: Okay wer bist du denn wenn man alle deine Rollen einmal weglässt lieber Julian?

00:05:26: Ein blendender Blender.

00:05:27: Also mit einem roll.

00:05:28: ich mach ganz viel... Ich werde das natürlich häufig gefragt werden und ich werde auch mal fragen was ist das Wichtigste?

00:05:36: Was machst Du am liebsten von einem Liebsten?

00:05:37: Ja weil Du so viele Sachen

00:05:38: machst.

00:05:38: Ja ich mache das.

00:05:40: was ich gerade mache mache ich auch echt am liebstem.

00:05:43: Ganz schön.

00:05:47: Mir fällt das halt nicht auf, dass ich so viel mache.

00:05:49: Also mein Gehirn ist irgendwie so verdrahtet, dass es halt so ist und ich kann das immer nur vergleichen als Elias im Warreg mit den nicht ganz unbekannten Schauspielern.

00:05:59: Der

00:05:59: war mal bei Stefan Raab.

00:06:00: Stefan Raabe ist ein älterer Mann der früher mal relevantes Fernsehen gemacht hat Und der war zu Gast, dann hat Stefan irgendwie gefragt.

00:06:09: Sag mal wie ist es denn aufzuwachen und so gut auszusehen?

00:06:11: Also was ist das für eine dumme Frage?

00:06:12: Weiß ich doch nicht!

00:06:13: Das ist ja ganz normal für mich und für mich sind diese sechs Buchrufe die ich hab irgendwie normal.

00:06:17: Ja also würdest du sagen Ich habe ne dumme frage gestellt.

00:06:20: Dass die einen sagen so... Die anderen... Ich muss noch was trinken.

00:06:25: Ist super

00:06:27: heiss

00:06:27: heute.

00:06:27: Ja es ist super heiß heute.

00:06:28: Es ist

00:06:29: so warm jetzt sind's grad thirty- acht Grad und ich glaube in unserem Zimmer wo wir hier gerade aufnehmen sind...

00:06:33: In deiner Welle?

00:06:34: Sind dreiundvierzig Jahre genau in meiner Welle.

00:06:36: Wo noch fünf andere... kurz da sein dürfen und ein bisschen in ihrem Computer

00:06:40: arbeiten dürfen.

00:06:41: Seine Freie ist total verständlich, ich kann sie nun nicht richtig beantworten.

00:06:44: Nee verstehe ich aber mir geht es ja auch eh nicht.

00:06:45: Ich habe ja auch so tausend Jobs und das ist immer so... Aber ich finde es ist manchmal schwierig.

00:06:49: zum Beispiel was würdest du sagen wenn jemand sagt was ist denn dein Job?

00:06:51: Sagst du dann einfach alle oder...?

00:06:53: Ich

00:06:53: sag' ich hab sechs Berufe!

00:06:56: Aber

00:06:57: das verbindende Element ist ja irgendwie auch so Kommunikation, finde ich.

00:07:01: Oder du bist ja ein bisschen so Friedenstiftermäßig unterwegs?

00:07:03: Egal was du machst!

00:07:04: Du verbindest Menschen und du nutzt deine Stimme dafür... ...du schaffst irgendwie einen warmen Raum mit deiner Ruhe, mit deinen Jokes und so.

00:07:13: Also wenn ich es ernsthaft beantworte, bevor ich es ganz kurz erzähle, wenn ich nicht erzählen will, was ich wirklich mache, weil mich langweilt das natürlich manchmal.

00:07:22: Das ist für mich so ein Paradoxo, Leute die viel in der Öffentlichkeit stehen.

00:07:25: Da gehöre ich auch zu oder hin und wieder mal erzählen ganz... Also müssen soviel von sich erzählen dass man dann gar kein Bock mehr hat es zu tun.

00:07:34: Deswegen erzähle ich ganz häufig wenn ich keinen Bock habe erzähl'ich.

00:07:37: Ich wäre Delphine-Therapeut.

00:07:39: Aber wirklich geil!

00:07:40: Und dann sagt keiner.

00:07:41: Aha!

00:07:42: So?

00:07:42: Dann kann die Geschichte keine zwei unterschiedliche Richtungen gehen.

00:07:44: also manchmal helfe ich traumatisierten Menschen ... mit Delfinen.

00:07:48: Und manchmal helpp ich auch, trauen wir die sie den Delfin?

00:07:50: Ach so!

00:07:51: Also... und ich weiß wirklich gar nichts von Delfim also gar nix.

00:07:53: Ich hab mal in der sechsten Klasse habe ich mal Free Willy geguckt, da geht's mir nicht um Delphine.

00:07:56: Nein!

00:07:58: Aber niemand sonst versteht was von Delphien, deswegen kann mich das einfach

00:08:00: erzählen.

00:08:00: Dass du das jetzt ansprichst, ich hab heute Morgen gesehen ein Foto auf Social Media.

00:08:03: irgendwie wurde mir geschickt Da ist tatsächlich so diese weißen Wale.

00:08:07: wie heißen die nochmal?

00:08:10: Keine Ahnung, auf jeden Fall es ist kein Delphin sondern Walder aber entweder aussieht wie einen Delphin oder eine Weileweil.

00:08:14: Nur Schweinswahl, die kleinen heißen hier nicht so?

00:08:16: Schratz mal in die Commies, nicht?

00:08:18: Ja genau!

00:08:19: Schratzen wir in die Kommie.

00:08:23: Nora in Schwangerschaftswoche vierzig, nein Quatsch.

00:08:26: Und dieser Wahl ist auf jeden Fall wie Free Willy über diese Rappe da rüber gesprungen Wirklich?

00:08:32: Nur ohne dass der Junge da unterstand.

00:08:34: Und auch nicht in die Freiheit, sondern in den sicheren Tod.

00:08:36: Andere Becken!

00:08:37: Oh Gott...

00:08:38: Ich glaube er hieß Shamu, hieß der damals der Wahl aus Fuguli und ich weiß noch so viel Privates kann ich dann doch verraten weil wir eben heute Abend Klassen treffen haben.

00:08:46: In der sechsten Klasse habe ich den gesehen mit Franziska Postoshkern, die ich damals verliebt war Und dann dachte ich, ich muss ja bestimmt weinen.

00:08:54: Das wird von mir erwartet so, dass man jetzt so gefühlig weine.

00:08:57: Aber wie mir wirklich das für meine größte Schauspielleistung jemals so ein Tränchen rausgedrückt.

00:09:01: und da guckt es mich zum Kino an und sagt mal, weinst du?

00:09:03: Ich sag nee, nee!

00:09:04: Nein, nein!

00:09:06: Scharfes Hockhorn!

00:09:09: Hat auch nie geklappt mit uns beiden.

00:09:10: Sag

00:09:11: mal Weinst du oder ist das der Regen?

00:09:14: Okay mein Lieber, also Du bist wie gesagt ja Autor und hast einen Buch geschrieben.

00:09:17: Ich hab noch nicht finalgeantwortet auf Dein Freund und das kurz sagen... Bei mir alles Verbindende in diesen Berufen ernsthaft ist, fasse ich in den beiden Begriffen Resonanz und Atmosphäre zusammen.

00:09:27: Ich versuche in jedem Gespräch so eine Atmosphere zu schaffen dass Menschen das Gefühl haben sie bekommen Resonanzen auf was bei ihnen wirklich oben auf ist.

00:09:35: Das versuche ich in allen Bereichen

00:09:36: zu machen.

00:09:36: Ah cool!

00:09:39: Ich glaube ich bin im ähnlichen Auftrag unterwegs wie du.

00:09:41: das finde ich mega spannend.

00:09:44: Ne, weil ich war nämlich letztens in einem Coaching Und da wird es ein bisschen analysiert wenn man so ist und wie man so drauf ist und was wie es jetzt weitergeht.

00:09:50: beruflich und schnick schnack schnuck.

00:09:52: Und da hat die nämlich auch zu mir gesagt, ja Friedenstifter.

00:09:55: Künstlerinnen sind oft Friedensstifter oder sehen sich so, ne?

00:09:58: Weil du Gruppen zusammenbringst und es hat für mich total Sinn gemacht und deswegen hatte ich das bei dir irgendwie auch ein bisschen das Gefühl...

00:10:03: Aber wie schön!

00:10:04: Megaschön!

00:10:05: Also eine Echte jetzt alles schon sagt auf der Frage wer bist du wenn du alle sechs Berufe weglässt?

00:10:10: Geil Friedens Stifter zu sein, Friedens stifter an.

00:10:12: Das ist

00:10:12: geil,

00:10:12: ne?!

00:10:12: Weiter

00:10:13: viel besser wird's auch nicht.

00:10:15: Wirklich?

00:10:16: Ja, I like it too.

00:10:18: Ey wir sind DPs Brangers.

00:10:19: Ja, aber du hast ein Buch geschrieben.

00:10:21: Also du hast ja schon vorher einen Buch geschrieben und jetzt hast du ein neues Buch geschrieben?

00:10:24: Wann ist das...das ist gerade raus!

00:10:26: Es ist ja schon Spiegel-Bestseller gewesen oder

00:10:28: nicht?!

00:10:30: Wenn du was

00:10:30: machst, machst du es richtig!

00:10:31: Das war verrückt.

00:10:32: Was war wirklich verrückt?

00:10:33: und ich hab die...

00:10:34: Hast du da

00:10:34: geweint!?

00:10:35: Nee, da habe ich mich gemeint.

00:10:37: Ich habe so'n Problem mit dem Begriff Stolz sein.

00:10:41: Stolze ist nicht so etwas, was ich in mir habe irgendwie, was auch manchmal schade ist.

00:10:46: Sachen toll oder ich kann mich der Befreund über Sachen, aber so stolz ist nicht so meins.

00:10:50: Aber da war ich... Das kam dem glaube ich ein bisschen nahe als das kam und es war auch so.

00:10:56: Ich habe die Nachricht am einen oder anderen März bekommen und bis ersten April war halt Sperrfrist.

00:11:02: Du darfst das nicht vorher.

00:11:03: Die Spiegel schickt das an die jeweiligen Menschen zu einem Verlag Und da war ich natürlich dabei aufgeregt, aber du kannst am ersten April auch nicht die Nachricht bringen.

00:11:11: Ich fühlte mich wie ein Spielbesser und dann war sie ja mit Sicherheit.

00:11:13: Das war so ... Genau, das war weiß!

00:11:17: Ja, es war wirklich cool.

00:11:19: Ja krass ey... Ruf dann einfach jemand an und ruft der Verlag an und sagt übrigens du bist Spiel?

00:11:23: Alles klar tschüss!

00:11:24: Nee, die haben wir geschrieben.

00:11:26: Hast du Blümchen gekriegt?

00:11:29: Ich

00:11:29: hab von meiner Frau Blümcheln gekommen.

00:11:31: Ein sehr schöner Blumenstrauß.

00:11:32: Wir haben einen tollen Blumenmann bei uns.

00:11:33: Und was habe ich vom Verlag?

00:11:35: ganz süß?

00:11:37: Nun war leider gerade die dritte Auflage schon gedruckt.

00:11:40: Das heißt, wenn die gedruckte ist dann noch nicht drauf der Spiegel-Bestselleraufkleber und da hat mein Verleger wirklich händisch von einem anderen Buch das so abgekratzt und dann auf eins geschickt und geschickt.

00:11:51: Mit einer Knibbelecke?

00:11:52: Ja

00:11:52: ja, es ist auch wieder abgegangen, aber es war eine ganz süße Geste.

00:11:55: Voll gut!

00:11:57: Und dein Buch letztlich, Ankerpunkt hast du gedacht, finde ich auch einen richtig schönen Begriff übrigens.

00:12:01: Ich finde, da kann man richtig gut was mit anfangen... weil ich habe sofort, also ich denke eh viel in Bildern so kann ich mir Dinge mal vorstellen.

00:12:08: Ich sehe immer viele Bilder und ich sehe wirklich diese Ankerpunkte dass du irgendwie dich frei fühlst in dieser großen See, in diesem Leben im Meer wo auch immer.

00:12:17: aber du hast halt immer diese Anckerpunkte das können verschiedene Dinge sein.

00:12:20: Hast du das so gesehen?

00:12:21: oder wie kam es auf den Titel?

00:12:24: Als es rauskam, war ich netterweise eingeladen bei Lars Heider im Podcast vom Abendblatt-Chefdaktor.

00:12:31: Und der war sehr ... Man sucht ja dann einen ... Wenn man ankern will, sucht man einen friedlichen Hafen.

00:12:35: Das stimmt nicht!

00:12:36: Man suche einen sicheren Hafen, also einen Ankerplatz zu haben.

00:12:40: Du nimmst die Realität ernst, dass das Meer wild sein kann und dass dieser Leben wild und bunt und schön und manchmal gefährlich und beängstigend ist.

00:12:48: Aber trotzdem findest du immer wieder Orte an denen du festmachen kannst.

00:12:51: Festzumachen heißt nicht, dass das Leben einfacher würde.

00:12:54: Festzummachen heißt ich habe hier einen Moment gefunden in dem ich ganz kurz durchatmen kann und mich neu ordnen kann.

00:12:59: Das eine nimmt das andere nicht weg.

00:13:00: Neu-und Gas auffüllen?

00:13:02: Genau!

00:13:02: Toilette entleeren?

00:13:04: All diese Dinge...

00:13:05: Friedenstiften.

00:13:07: Tule was machst du beruflich?

00:13:08: Toiletten lernen und Frieden stiften?

00:13:10: An meinen Ankerpunkten.

00:13:12: Warum war denn jetzt genau der Zeitpunkt so richtig für dich dieses Buch zu?

00:13:18: veröffentlichen.

00:13:19: Also wenn du mal zurückdenkst in dein Nora Backer leben, was die letzten fünf und ein halbe Jahre so los war weltweit gesamtgesellschaftlich... Das war das, was ich auch bei mir andere Worte dafür fehlen.

00:13:33: Ich nenne es Apokalypse-Hopping.

00:13:35: Wir sind von einer Apokalipse angefangen mit März, im Jahr ist es zum einen die Pandemie kam Und wir uns darüber auch kommunikationszeitig ganz schön entzweit haben als Gesellschaft.

00:13:45: Da gab es auf einmal Corona, Leugner und Schlafschafe... ...und dazwischen gab's gar nichts mehr und man konnte nicht über das offensichtliche Traum.

00:13:51: aber was wir gerade alle miteinander kollektiv durchmachen, konnte man gar nicht unaufgeregt reden, weil das so viel emotionalisiert hat, da ist so viel kaputt gegangen was Kommunikation angeht, soviel was Frontenbildung angeht und dann all die Sicherheit, die wir als selbstverständlich erachtet hatten.

00:14:08: also Also das fand ich eigentlich kein Politiker.

00:14:14: Ich bin froh, dass ich das auch nicht entscheiden muss.

00:14:16: Du wirklich?

00:14:17: Aber diese Einteilung bist du systemrelevant oder bist du ein Nicht-System?

00:14:23: Wir wachsen in einer turbokapitalistischen Gesellschaft auf.

00:14:28: Das was uns am meisten als Kindern eingeimpft wird ist sei nicht unproduktiv.

00:14:35: Und auf einmal bist du das Thema oder nicht?

00:14:36: Du kannst so viel arbeiten, wie du willst.

00:14:37: Aber eigentlich brauchen wir dich nicht!

00:14:39: Das war schon eine krasse Klasse für so viele Leute.

00:14:41: Dann musstest du wenn du dich erinnerst Bezugsfamilien wählen.

00:14:46: So du durftest noch eine Bezugsfamile haben.

00:14:49: wie viele Beziehungen dabei kaputt gegangen sind, weil man sich nicht gegenseitig gewählt hat.

00:14:52: Das ist total krass!

00:14:53: Ich hab drei Geschwister, ich lieb die alle.

00:14:55: Meine eine Schwester wohnt gar nicht so weit weg von uns.

00:14:57: Wir haben sie nicht gewählt, sondern wir haben unsere Nachbarn gewählt.

00:14:59: Warum?

00:15:00: Das waren unsere Nachbar und die hatten einen Garten.

00:15:02: Also wir haben die liebt, die sind wundervoll.

00:15:03: Aber

00:15:04: wie krass, überleg mal, wie lange man seine Lieben einfach nicht gesehen hat.

00:15:06: Genau,

00:15:07: genau.

00:15:07: Und das war wirklich so... also wenn ich mal den Pastorenhut aufsetze, damals war ich Pasturin in St.

00:15:11: Georg, hier fahre die Die haben, wo ich nicht so gut kenne.

00:15:14: St.

00:15:14: Georgius ist der Stadtteil direkt am Hauptbahnhof.

00:15:15: Wir haben die höchste Obdachlosigkeit und mit den höchsten Mieten oder diesem Spannungsfeld versuchen wegen Kirchen mit allen zu sein da.

00:15:20: Und wir versorgen zweimal die Woche mehrere hundert Menschen hier auf der Straße leben.

00:15:25: Das war alles nicht möglich.

00:15:27: Und diese Menschen, die auf der Straße gelebt haben, hatten nichts sonst.

00:15:30: Also haben wir uns angelegt mit dem Gesundheitsamt... Natürlich braucht es die Auflagen so.

00:15:34: Aber in einer riesen Anstrengung haben wir mit Abständen dann mit der Tafel zusammen essen und Hygieneartikel verteilt.

00:15:40: Wir haben ein Impfmobil besorgt für Menschen ohne Papiere usw.

00:15:44: Es war so derbe viel los!

00:15:46: Soviel war nicht strukturiert oder sinnvoll kommuniziert was man aus welchen Gründen nicht darf.

00:15:51: Das waren nur das und das darfst du nicht mehr.

00:15:54: Absoluter Ausnahmezustand.

00:15:56: Meine Erfahrung ist, dass wir ganz wenig darüber reden.

00:16:00: Nicht weil es vorbei gewesen wäre und das war nämlich die nächste Katastrophe sondern weil es einfach abgelöst wurde.

00:16:04: Das war medial abgelösst davon... Ja,

00:16:07: direkt in die nächste... ...in die Ukraine

00:16:08: eingefahren ist.

00:16:08: Genau!

00:16:09: Und so ging's immer weiter.

00:16:10: Also die letzten fünf und ein halben Jahre... Aber Galipsenhopping bis zum Gett nicht mehr?

00:16:13: Wir haben das alles nicht aufgearbeitet.

00:16:16: Das reicht schon entnächtig für uns persönlich.

00:16:18: In der Familie war es dann so.. Dass wir neben all dem was so los war auch noch extrem viele Todesverlade.

00:16:23: Wir hatten zwei Suizide in der Familie, dann hat sich ein enger Freund das Leben genommen.

00:16:27: Ein anderer enger Freund ist ganz jung gestorben.

00:16:29: Meine Schwägerin ist ganz Jung verstorben und hat mein Bruder und drei Kinder zurückgelassen.

00:16:34: Und wir hatten viel Krankheit.

00:16:38: Wir hatten viele Schlagern für die Herzinfarkte.

00:16:40: Wir mussten uns um Eltern kümmern... Also es war richtig scheiße!

00:16:46: Ich bin halt der Typ.

00:16:48: Zu mir kommen die Menschen weil ich Pastor bin oder Friedenstifter bin ... um überhaupt noch zu sprechen.

00:16:55: Und ich wusste nicht mehr, was ich denen sagen soll.

00:16:57: Ich war richtig so...

00:16:58: Genau!

00:16:58: Ich hab die selber fast verloren.

00:17:00: und dann habe ich meine Tochter angeguckt.

00:17:01: Die war da zwanzig... Dann habe ich angefangen das Buch zu schreiben.

00:17:05: Keine Ahnung, aber die sieben oder so, ne?

00:17:08: Und eben schon in einem Alter, in dem die sich total artikulieren kann.

00:17:10: Die ist eh wahnsinnig sprachgewandt.

00:17:12: Und er kam immer zu mir und ich merkte auch wie sie natürlich ihre ganzen Omas und die Menschen aus der Familie, die sich das Leben genommen haben, wie sie so getraut hatten.

00:17:20: Er dachte, ich will nicht der Vater sein ... der seine Tochter jetzt die ganze Zeit Angst macht.

00:17:25: Ich will nicht, ich will nicht der Typ sein... ... der die Hoffnung in mich aufgibt aber anderen Leuten ... ... sagt aber geht man die Hoffnungen nicht.

00:17:29: Aber ich wollte das nicht!

00:17:30: Sondern da hab' ich angefangen, dann hinterfahre ich jetzt alles nochmal neu bei mir.

00:17:34: So und dann guck ich mal so alles was mir selber ... ... Angst gemacht hat habe ich angeguckt Hab meine Angst einen Namen gegeben, ich hab gesagt hey wer bist du eigentlich?

00:17:44: und so.

00:17:44: Und da habe mich dann so sukzessive durchgearbeitet auch in meinen eigenen Glauben durchgearbeitet nochmal.

00:17:48: Was glaube ich wirklich?

00:17:49: Wo finde ich Gott wirklich?

00:17:50: Warum ist es so viel Schönheit in der Tradition die ich als Christ ja als Riesenreservoir eigentlich habe ich aber ganz wenig Nutzen.

00:17:58: So wo sind Dinge für mich stimmig und wo finde ich Ankerpunkte an denen ich halt machen kann?

00:18:05: weil dieses Leben wahnsinnig stürmisch ist.

00:18:08: Und da wirst du das Buch entstanden.

00:18:09: Das ist meine persönliche Reise, es ist nichts Normatives und ihr müsst das mal so machen oder so.

00:18:13: Es gibt immer wieder Übungen die ich dann auch beschreibe.

00:18:16: Weil weil ich ganz viel gelernt habe dass ich zumindest nie normativ sondern nur für mich... Ich mache so viele Denkfeder!

00:18:23: Es ist wirklich so wahnsinnig.

00:18:24: So viele Denkkfeder die mein Leben auch so beschissen performieren.

00:18:30: Einfaches Beispiel So Sprichwörter, mit denen wir groß werden.

00:18:33: Du sollst den Tag nicht vorm Abend loben?

00:18:35: Warum denn nicht verdammt noch

00:18:36: mal?!

00:18:36: Warum soll ich nicht sagen bis Viren was richtig geil hat!

00:18:38: Dann kann ja immer noch etwas Beschissens passieren.

00:18:40: aber bis Vieren was richtig geil!

00:18:41: Wo kommt

00:18:42: es denn her eigentlich

00:18:43: so?

00:18:43: Es könnte

00:18:44: noch was kommen, es könnte auch was Schlimmes sein, bitte nicht

00:18:47: zu viel... Ich verstehe das genau dass man nicht sagen soll ich habe den Job bevor mein Vertrag unterschreibt.

00:18:51: Verstehe ich auf jeden Fall.

00:18:52: Aber wir leben ganz häufig in so Dichotomien und zwei Teilungen.

00:18:55: Das eine oder das andere.

00:18:56: Ganz häufig ist das Quatsch.

00:18:58: Und gerade wenn wir zum Anfang meines langen Monologs jetzt zurückkommen was so Kommunikationsstrukturen angeht.

00:19:03: Wir sind in so einer dichotomie, es gibt immer nur noch entweder oder es gibt gar keine Grauzonen mehr.

00:19:06: Es gibt keinen.

00:19:07: lass uns mal miteinander im Austausch sein sondern so ist das oder so ist nicht aber es quatscht.

00:19:11: So funktioniert auch kommunikationlich.

00:19:13: Halleluja

00:19:14: und Armin.

00:19:14: so fertig bis dann ciao!

00:19:17: Komisch dass deine Tochter so redegewandt ist.

00:19:19: woher hat sie das?

00:19:20: Von

00:19:20: dir weil sie dein Podcast hört.

00:19:22: echte Mamas

00:19:25: Als Fahrer bist du ja quasi unterwegs.

00:19:27: Ganz kurz,

00:19:28: wo kommst du gebürtig eigentlich her?

00:19:29: Aus Westphalen!

00:19:30: Okay

00:19:30: da sagt man nämlich Pfarrer.

00:19:31: hier oben im Norden sagt man durch.

00:19:33: zu meiner Brut sagt man Pastor.

00:19:35: Pastor?!

00:19:36: Ja

00:19:38: und

00:19:38: jetzt geht es richtig ab.

00:19:39: und was ist Priester?

00:19:40: Priester sind katholisch.

00:19:41: Achso guck mal da wo ich herkomme sind ja Priester.

00:19:43: Kann man denn beim Katholizismus auch Fahrer sein?

00:19:47: So heißt das, ja.

00:19:49: Also Pfarrer ist der Überbegriff... Und du

00:19:50: bist Pastor!

00:19:51: Ich

00:19:51: bin Pastor im Monasteren

00:19:52: Pastor.

00:19:52: Aber Pastor gibt's in einer katholischen Kirche nicht.

00:19:57: Ah, du wirst also...

00:19:58: Es ist egal jetzt so doch gibt es... Weiß ich

00:20:00: gar nichts.

00:20:01: Ich weiß das wenigste.

00:20:02: Priest-Pops Achso, Du bist Pastor.

00:20:05: Papstor.

00:20:06: Papster.

00:20:07: Das klingt wie ein Lilladen.

00:20:09: Papstore.

00:20:09: Welcome to a PAPStore.

00:20:13: Aber die begegnet ihr als Fastdoor.

00:20:17: Immer wieder

00:20:19: so

00:20:20: Schmerz, Verlust und Abschied in deinem Job.

00:20:23: Das heißt die Leute kommen zu dir und wollen mit dir darüber sprechen?

00:20:31: Was haben dich denn die Erfahrungen deiner ... der Person gelehrt, die zu dir gekommen sind.

00:20:36: Kann man so was ein bisschen trainieren quasi?

00:20:39: Wie man mit Schmerz umgeht und mit Abschied?

00:20:42: hast du das Gefühl?

00:20:43: Weil ich habe zum Beispiel persönlich fast noch keinen Abschied.

00:20:46: Schlimm Abschied nach mir Oma, Opa ja bei dem ich mit aufgewachsen bin.

00:20:48: So meine Eltern leben aber noch... Es ist so ein bisschen.

00:20:53: wenn du das noch nicht erlebt hast bist du so ein bissel unbeholfen, wenn das bei anderen zum Beispiel auch passiert weißt du?

00:20:58: Was brauchen die jetzt?

00:20:59: Wollen die einen konstruktiven Ratschlag, wollen sie einfach nur dass man sie tröstet?

00:21:03: Wollten die das man einfach nur zuhört?

00:21:04: Ich weiß es nicht.

00:21:08: Also ganz viel!

00:21:10: Menschen kommen zu mir natürlich vor allem in solchen Trauersituationen und erstmals finde ich schön über Trauer zu sprechen.

00:21:19: Trauer ist immer erstmal die Kehrseite der Medaille, dass man geliebt hat.

00:21:24: Ein Kontakt zu seiner eigenen Trauerzufindung ist total... ist so emotional vielfältig, aber auch so schön.

00:21:31: Wir trauern nicht, wenn wir irgendwas doof hatten.

00:21:33: So dann ist es ja gut, dass es weg ist.

00:21:35: Trauer heißt immer auch ich hatte das große Glück, dass sich mal lieben durfte.

00:21:41: Das ist das eine und das andere ist Trauer.

00:21:44: Ich sage immer Trauer muss gar nichts, Trauer darf ganz Vieles.

00:21:49: Also weil wir so wenig im Gespräch sind über Trauer und Gefühle an sich, können wir gleich noch über Gefühlen sprechen?

00:21:56: Aber es ist ganz wichtig und Trauer ist eben ein Ein Basisgefühl, eine Basisemotion die wir haben.

00:22:02: Wir sprechen ganz wenig darüber weil von all diesen Basis-Emotionen die wir hier haben nachdem wir mal rechnen sind ist es fünf oder sieben oder neun finden mir nur eine gut.

00:22:10: Das Freude und alles andere Überraschungen Ekelwut Trauer Hass und so das deckeln wir alle.

00:22:16: Da wohnen wir als Kinder die meisten von uns nochmal nie normativ.

00:22:19: ich kann das noch für mich sagen und von Menschen mit denen ich im Gespräch bin.

00:22:22: Uns wurde anerzogen Darauf guckt man nicht.

00:22:26: Jetzt sagen wir, sei nicht so eine Angsthase!

00:22:28: Das war noch nie ein Kompliment!

00:22:29: Stell dir nichts an!

00:22:30: Sei nicht so ne Angsthasse!

00:22:32: Ekel dich doch nicht, probier doch mal die Stattes... Heul nicht so rum!

00:22:36: Von diesen Basisgefühlen finden wir ein einziges Gut und das ist Freude.

00:22:39: Und Gefühle zu kategorisieren ist natürlich theoretisch wissen wir das aber machen es ja trotzdem ganz viel.

00:22:42: warum?

00:22:42: weil wir das so gelernt haben.

00:22:44: und auf die Trauer zu gucken und sagen wer bist du eigentlich?

00:22:47: Wieso?

00:22:48: Ist total wichtig.

00:22:49: Wir machen das zu wenig, deswegen wissen wir häufig nicht wie wir mit Trauer umgehen sollen.

00:22:52: Mit unserer eigenen nicht und der Trauer anderer Leute auch nicht.

00:22:54: Deswegen trauen wir es gar nichts.

00:22:56: Trauer da vieles!

00:22:56: Wir haben dann so ein Bild von eurer traurig sein heißt du musst dann auch zu Hause sein oder alleine sein und weinen und so oder Ben & Jerry's essen oder wie auch immer.

00:23:03: Ey manchmal ist Trauer so... Manchmal ist Trauer ganz anders.

00:23:08: Manchmal heißt Trauer, du willst rausgehen mit deinen beiden besten Freundinnen und drei Flaschen Sauvignon blanc trinken die eigentlich zwölf flaschen sind.

00:23:13: So ist auch völlig in Ordnung aber sich dann nicht zu schämen weil man doch eigentlich jetzt dran wäre zu Hause zu sein zu weinen so was ist total wichtig weil sich in Trauer noch beschämen lassen.

00:23:23: von dem Bild das Menschen haben von Trauer bei Winnie.

00:23:26: drüber reden ist richtig beschissen.

00:23:28: deswegen

00:23:30: Ja, aber das ist auch... Man hat immer das Gefühl noch finde ich oder so geht es mir.

00:23:33: Mann, sollen wir nicht sagen!

00:23:35: Ich glaube wenn ich trauern würde, weil ich auch auf jeden Fall, ich würd' sagen wir sind alle viele sind sehr angepasst und immer noch selbst in den tiefsten Emotionen.

00:23:43: genau wie du sagst achten wir darauf ob das denn jetzt überhaupt passt?

00:23:46: Und was die anderen darüber denken?

00:23:48: Weil ich kenne auch noch diese Sprüche.

00:23:49: Ach guck mal der geht's ja wieder ganz gut.

00:23:51: Ja, ja genau weißt

00:23:52: Du so Das hast du ja auch dann im Kopf, ne?

00:23:54: Und das denkt man natürlich über sich selber auch.

00:23:56: Nicht dass jemand sagt ach

00:23:57: genau!

00:23:58: Der geht's ja schon wieder ganz gut.

00:23:59: Genau

00:23:59: und dann wird es einem vermutlich nicht wieder gut gehen können weil man dem diesem Gefühl keine Zeit gibt.

00:24:06: Es gibt nur ganz viele unterschiedliche wundervolle kleine Tipps wie man damit umgehen kann.

00:24:11: Also auf deine Frage braucht man gute Ratschläge.

00:24:12: eigentlich braucht man selten gute Radschläger.

00:24:14: Radschläge sind eine Form die eigene Vergangenheit nochmal aus dem Mülleimer zu holen, auch zu polieren und für viel mehr zu verkaufen als sie eigentlich sind sagt Mary Schmich.

00:24:21: Das sind meistens Dinge machen.

00:24:27: So, ich hatte in meiner Sendung, ich habe so eine kleine Talkshow im ZDF die letzte Bank heißt die und es sind immer nur Frauen zu Gast?

00:24:33: Und das ist toll weil ich natürlich... Wollen

00:24:35: wir jetzt du denn nur Frauen

00:24:37: ein?

00:24:37: Was ist das?

00:24:38: Als ich sie übernommen hab war das schon das Konzept.

00:24:41: Und ich finde das halt toll, weil ich lerne so der Befehl.

00:24:43: Ich weiß ja wirklich gar nichts.

00:24:45: Das ist richtig ehrlich geil!

00:24:46: Eine Frau war zu Gast, deren Sohn sich das Leben genommen hat mit sechzehn und dann haben sie und ihr Mann nach einer gewissen Trauerzeit, die sie hatten.

00:24:54: Haben Sie eine Initiative gegründet für Suizidprävention?

00:24:58: Was war denn ... wenn das Kind sich das Leben nimmt, also viel schlimmer wird es ja nicht.

00:25:02: Und dann meine ich was... Aber die Vorwürfe,

00:25:04: die man sich da macht!

00:25:05: Ja auch darüber.

00:25:06: Wir können auch über Suiziden reden gleich.

00:25:08: Aber noch mal, dass das, was ihr am allermeisten geholfen hat, war natürlich

00:25:12: so ein

00:25:13: Arztesgespräch und sie war so lasagne.

00:25:17: Und dann meinte ich so, wie wird das lasagne?

00:25:19: Lasagne!

00:25:20: Das Menschen

00:25:21: für uns... Darauf

00:25:22: war ich nicht vorbei.

00:25:23: Sie hat gesagt, dass Menschen für unsere gekocht haben und sie das Essen einfach vor die Tür gestellt haben.

00:25:26: Die haben nicht gefragt sollen wir was tun, die haben einfach Essen dahingestellt.

00:25:29: Wir haben es gegessen, weil Selbstfürsorge ist in Trauerphasen immer wichtig aber man vergisst das da ganz häufig.

00:25:35: Und dann meine ich sie, ey, das hat uns am meisten geholfen.

00:25:39: war genau das.

00:25:39: Menschen haben was für uns gemacht, die haben es nicht angerufen und keinen Rat gegeben, sie haben gar nichts gemacht, sondern das hingestellt.

00:25:43: Wir haben das Geschirr wieder rausgestellt, dann kam eine andere Familie.

00:25:47: Das ist das eine, das andere.

00:25:49: Und das habe ich häufig wenn ich Traubegleitung mache oder wenn ich Leute beerdigt hab unterdiefen mir noch so ein bisschen im Kontakt bin.

00:25:56: Wenn du einen Trauerfall hast und du weißt nicht wie du mit diesen Menschen umgehen sollst weil nie gelernt wird.

00:26:03: Schreibt den Einbrief zu einem besonderen Tag.

00:26:05: Das erste Weihnachten ohne Mami ist richtig beschissen.

00:26:09: Das kannst du schreiben, ich kann mir nicht vorstellen wie es dir geht aber ich denke an dich und ich hoffe das irgendwie auch ein bisschen schön sein kann

00:26:14: heute.

00:26:15: Und natürlich bin ich da wenn du mich brauchst aber fühle dich nicht verpflichtet dich bei mir zu melden.

00:26:18: also du willst Menschen die schon gerade im Trauer sind bringst du nicht in den Zwang noch.

00:26:22: jetzt melde ich noch bei mir wenn du was

00:26:23: brauchst?

00:26:25: Ja voll!

00:26:27: Ich finde es auch schwierig.

00:26:28: wie findet man so den Anfang generell?

00:26:31: Aber wahrscheinlich ist es wirklich dass man im Grunde genommen von sich schreibt erstmal bzw sagt Genau, wie du gesagt hast.

00:26:37: Ich kann

00:26:37: mir nicht vorstellen, wie es dir

00:26:39: gerade geht.

00:26:39: Einfach ehrlich sein?

00:26:40: Genau!

00:26:42: Hilft ja ganz generell!

00:26:43: Stehen wir vor, es gibt sowas, das ist ehrlich gesagt...

00:26:46: Stellt mal vor, es gibt ein

00:26:46: Podcast-Datee.

00:26:48: Ehrlich gesagt.

00:26:49: Gute Idee!

00:26:51: Das traut sich doch keiner.

00:26:52: Nein!

00:26:53: Peinlich wäre das.

00:26:55: Aber wie bist du denn mit deiner Trauer umgegangen?

00:26:57: Bist du auch zu einem anderen Pfarrer gegangen?

00:27:01: Weil ich meine jetzt bist du dann der Ankerpunkt für Sofila gewesen.

00:27:03: Also meine Frage ist natürlich an dich Wie wo ist dein Anker Punkt gewesen?

00:27:08: also mein Anker punkt Als meine Schwiegerin starb zum Beispiel, hab ich meine Freundin Sarah gefragt.

00:27:14: Das ist eine wunderbare Pastoren hier aus Hamburg und Bergedorf, in der mach' ich ganz viel... Und das verfüge ich klar die... Die muss was machen!

00:27:21: Unter uns Pastoren und Pastoren ist es dann auch so... Fast schon ein bisschen wie wenn einer von uns heiratet oder so, sind's alle so da ja aber ich mache das ja bei dir ne?

00:27:28: Und dann kannst du natürlich nur eine Person bilden.

00:27:30: Ja genau, ich bin das doch so, ne?

00:27:32: Ist doch klar!

00:27:32: So habe ich auch mal bisschen gekränkt.

00:27:33: Ich hab gar keinen Bock, dass wir immer alles zu machen, aber im Ständen nicht gefragt wäre, dass man so, aha.

00:27:38: Okay, das

00:27:38: denkst du also von mir.

00:27:40: Musst du wissen, ne?

00:27:41: So und da hab ich meine Freundin Sarah gefragt.

00:27:46: Die hat das wunderbar gemacht und hat uns ganz toll begleitet so.

00:27:48: Das ist das eine.

00:27:52: Bei den Menschen die sich das Leben genommen haben habe ich dass selber gemacht weil das für mich gut war.

00:27:59: Ich hab es auch mit meiner Familie besprochen, für die war das auch pein weil es natürlich von mir in Konstruktion ist, egal wer du bist und was dein Beruf ist.

00:28:06: Wenn du Geschwister hast, also Geschwester!

00:28:08: Und dann muss man sich gut miteinander absprechen.

00:28:10: Also sonst ist das ja auch doof für meine Geschwisters.

00:28:13: Jedenfalls in den beiden Fällen... Das eine Mal habe ich richtig einen kleinen Gottesdienst gefeiert und bei der anderen Person die hatte mit Kirche gar nichts zu tun, hab' ich am Grab etwas gesagt und hab' dann mit meinem Neffen zusammen, der damals glaube ich siebzehn war oder so, hab', ich was gesungen am

00:28:28: Grab.

00:28:29: Woher das hast Du noch geschafft?

00:28:30: Ja geht's so, ich hab' da alle mitsingen lassen.

00:28:32: Ich kann das

00:28:34: ja schon nicht bei anderen Leuten.

00:28:36: Ja, wir haben zu Wonderful Live gesungen!

00:28:39: Das war krass.

00:28:40: Aber es war auch schön.

00:28:44: So und mir hilft es dann... Also eine Regel bei Trauer ist immer was machen wir wenn wir uns machtlos fühlen?

00:28:51: Wir machen etwas.

00:28:52: Weil noch mal Machtlosigkeit ist ein Scheißgefühl.

00:28:54: Und deswegen arbeiten wir weiter um das Gefühl müssen funktionieren oder so und in meinem Fall war's ebenso.

00:28:59: Ich hab das gemacht.

00:29:01: Genau und ansonsten ist mein Umgang mit Trauer, aber so dass ich auf meine Trauer gucke und die nicht als was Schlechtes sehe.

00:29:08: So und damit geht es glaube ich los!

00:29:10: Und wenn dann zum Beispiel jetzt sind wir ja eigentlich ein Mama-Podcast für Kinder zum Beispiel oder für die Beziehung zu Kindern wie können Eltern einen Anker oder wie stellst du für deine Tochter einen Ancker da?

00:29:23: In dieser Trauersituation?

00:29:24: Ja in der Trausituation oder generell wenn sie traurig ist... Wie verhältst du dich da als Papa?

00:29:30: Also mit der Trauer kann ich noch kurz sagen, weil meine Tochter hat viel dieser Trauer auch mitbekommen.

00:29:36: So wie haben wir natürlich nicht gesagt dass Menschen sich sollizidiert haben sondern die dann verstorben.

00:29:39: dann und das war für mich vorher nochmal mit einem Kollegen zu sprechen, der wirklich auf Trauer mit Kindern spezialisiert ist.

00:29:48: Der hat gesagt wundert euch nicht die Trauern nochmal ganz anders als Erwachsenen.

00:29:51: Das weiß du also Mama und als Expertin.

00:29:54: diese unterschiedlichen Phasen, wie das Gehirn gerade verdratet ist und so machen ja was mit denen.

00:29:59: Und mir hat total geholfen zu verstehen wann konnte ihr das sagen?

00:30:04: Sonst ums Verstorben.

00:30:05: Dann hat sie gesagt oh ich gespielen!

00:30:08: Und dann war die halt weg.

00:30:09: und dann darf man sich als Erwachsener nicht denken du musst traurig sein oder sowas sondern der meinte zu mir und genauso war es auch.

00:30:16: Das kommt völlig unerwartet bericht dass über sie und über euch irgendwann hinein in dem Moment in dem du gar nicht damit wer an einem Mittwochabend ... wird das passieren.

00:30:23: und genau so was auch.

00:30:25: Und das ist bis heute so, dass es zwischendurch kommt... ... und

00:30:28: ich vermisse

00:30:28: uns ganz doll, genau.

00:30:30: Und dann ist glaube ich das wichtig zu sagen, erzähl mal!

00:30:35: Wenn du jetzt traurig bist, was genau macht dich trauriger wenn du an so und so denkst?

00:30:38: Und dann können sie erzählen und dann... ... noch einmal, Trauer ist kein schlechtes Ge-.

00:30:42: Es gibt keine guten und schlechten Gefühle.

00:30:43: Trauer is Trauer.

00:30:44: Das ist wie

00:30:44: Freude.

00:30:45: Ich glaub' das ist wirklich der Schlüsselwort oder das Schlüsselpunkt echt Gefühler.

00:30:49: Genau.

00:30:49: Sie sind alle gleichwertig und wir braun sehen.

00:30:50: Die Gefühles in den Körperflüssigkeiten Die meisten davon finden wir auch eklig, nur Tränen.

00:30:54: Ich dachte schon okay wie machst du jetzt denn da die Brücke?

00:30:56: Das ist

00:30:58: ja geil!

00:30:58: Und die meisten Gefühle finden wem auch eklich und das ist doof.

00:31:01: Genau und bei Traurigkeit an sich... Als wir gestartet sind mit diesem komischen Abenteuer Eltern sein haben wir gesagt es gibt das meiste können wir nicht garantieren.

00:31:12: aber wenn wir großes großes Glück haben dann fühlt unser Kind sich immer geliebt, immer gesehen kann ein gesundes Leben führen.

00:31:24: Und wir sind da!

00:31:26: Okay, und als Papa oder sagen wir mal als Eltern hat man ja auch das Gefühl dass man stark sein muss?

00:31:31: Warum?

00:31:32: Ja genau was denkst du darüber?

00:31:33: Viele haben das Gefühl ich muss stark sein.

00:31:35: Ich muss für meine Kinder immer... So einen Ankerpunkt darf nicht an sich wackeln.

00:31:42: Muss immer stark sein, muss immer da sein, darf nie zusammenbrechen.

00:31:45: Es gibt schon den Druck auf jeden Fall.

00:31:47: Ich verstehe nicht, ich gucke dich an als hätte ich das nie gehört und das würde

00:31:51: ich sagen.

00:31:52: Bist

00:31:52: du dumm?

00:31:52: Was ist los mit dir?

00:31:53: Und was

00:31:56: ist denn mit

00:32:00: Arne los?

00:32:01: Natürlich will ich stabil sein für mein Kind.

00:32:06: Aber ich muss nicht stark sein!

00:32:08: Mein Kind muss nicht jeden Shit mitmachen, den ich... So Durchmacher, die muss auch von meiner Steuererklärung nichts wissen oder so was.

00:32:13: Es gibt Dinge, für Kinder nicht... Obwohl

00:32:16: es gibt ja auch Leute, die sagen ne meine Tochter hilft mir bei den Steuererkehrungen.

00:32:18: Ja, meine Tocher hilft mir ganz viel!

00:32:20: Bei der Steuererklärung zum Glück nicht.

00:32:21: Aber nee also ich glaube das ist gar nicht... Also das Gegenteil von gut ist gut gemeint und ich glaube dass es gar nicht immer gut ist stark zu sein um Kinder zu suggerieren.

00:32:30: Ich finde auch es ist ganz gut wenn die mal sehen okay man war traurig oder überfordert.

00:32:34: Man kann es ja immer alles auch kommunizieren.

00:32:36: Genau.

00:32:36: Was hatten wir denn noch mal gestern?

00:32:39: Ach so, genau.

00:32:40: Jetzt ist es ja gerade so mega heiß und ich weiß nicht wie deine Tochter damit umgeht.

00:32:43: also unsere Kinder können das eigentlich ganz gut.

00:32:44: Ja genau was ist halt am Ende?

00:32:46: irgendwie platzt es immer dann irgendwann bei der Kleinen auf jeden Fall noch weil es halt einfach so heiß ist und die kommt einfach... du merkst dir der Kopf wird roter und kurz vom Platzen.

00:32:55: und dann hatte sie gestern so richtig wieder mal zwei Wutausbrüche die ihr eigentlich mit drei oder so haben.

00:33:00: Wie alt ist sie

00:33:01: Diese acht, aber ich glaube auch.

00:33:03: Ich bin jetzt sofort wieder, dass das große Gericht kommt und sagen, na da ist natürlich krass mit acht das noch zu haben müsste man sich

00:33:09: schon mal angucken.

00:33:12: Ja bestimmt!

00:33:13: Aber ich fand das geil.

00:33:14: Irgendwo muss jemand den hier machen.

00:33:18: Nein aber ich habe dann irgendwie... ich war dann auch irgendwann so überfordert davon und hab gedacht also mein erster Impuls wäre gewesen Ich kann nicht mehr, das ist so anstrengend.

00:33:28: Aber ich bin dann um sie rumgegangen und hab mich ausgeschüttelt und gesagt, ich bin gerade so überfordert von dieser Situation, von deinen ganzen Gefühlen, ich komm da auch gar nicht drauf klar.

00:33:34: Und irgendwie hat sie das glaube ich... Sie hat mich angeguckt und war so, ach krass?

00:33:39: Interessant!

00:33:40: Und dann, sie hat mich komplett aufgehört natürlich nicht.

00:33:42: Ich meine ... Sie war natürlich nicht so... Achso Mutter!

00:33:44: Ja ich verstehe wie

00:33:45: du

00:33:45: dich fühlst.

00:33:45: Kein Problem, dann höre ich auf.

00:33:47: So was natürlich nicht?

00:33:48: Ich habe dich lieb, ich mache dir noch einen Tee.

00:33:50: Möchtest Du vielleicht was essen?

00:33:52: So hangry?

00:33:54: Das wäre geil!

00:33:54: Das wird es schön zu machen.

00:33:56: Papi du bist aber hangry.

00:33:57: Ich mach Dir mal was.

00:34:01: Nein, leider nicht.

00:34:01: Aber sie hat es irgendwie ganz gut geschneit und ich fand das ganz lustig.

00:34:04: Kinder sind so smart!

00:34:05: Natürlich.

00:34:07: Ich hab am Abends dann meine Großtochter irgendwo abgeholt und habe ihr das irgendwie erzählt?

00:34:10: So, oh, Cleo, die hatte heute ... Das war echt doll für Sie und so.

00:34:14: Man ist ja ... Weißt du, wir haben dich das voll erinnert an Elsa.

00:34:18: Nichts so he?

00:34:19: Und man ist ja, weil ... Irgendwie hat sie auch so ... Sie ist ja super sensibel und sie hat so krasse Superkräfte.

00:34:23: aber irgendwie habe ich das Gefühl manchmal... Dann hat sie die gar nicht im Griff und dann macht sie auf einmal friert sich alles ein

00:34:28: Krass.

00:34:29: Girl!

00:34:32: Reach

00:34:32: it, ey.

00:34:33: Die ist zehn und haut so was raus.

00:34:35: Mega

00:34:35: geil.

00:34:35: Voll gut.

00:34:36: Mega-geil.

00:34:38: Was ähnliches hatten wir als mein Vaterstab zum Thema immer stark sein.

00:34:42: Da war meine Tochter aber zwei oder so ungefähr.

00:34:44: Und Tim oder kurz vor zwei war sie.

00:34:46: Also ich noch Lütte... Und trotzdem merkte die mit den Wahnsinnsantennen, die Kinder ja haben.

00:34:51: Merkte sie halt, Papi ist gerade etwas richtig gar nicht.

00:34:54: Gar nicht richtig so, ne?

00:34:55: Weil das war eine ganz schwierige Zeit für mich.

00:34:57: Und dann kam ich irgendwie aus dem Badezimmer.

00:35:01: Dann saß sie so auf unserem Bett und guckte mich mit ihren Riesenaugen, guckten mich ganz liebevoll an... ...und dann macht sie so zu mir und streichelt sich in mein Gesicht und drückte mich so ganz doll.

00:35:13: Man fragt sich, geil!

00:35:14: Auch als Eltern vieles richtig gemacht, wenn das jetzt die Spiegelneuron sind von so erfährt sie das?

00:35:18: Wenn sie offensichtlich schlecht drauf ist.

00:35:20: Deswegen glaube ich, nur für mich ist es immer ein Aushandlungsmoment mit stark sein und verletzlich sein.

00:35:28: Die müssen nicht alles mitkriegen.

00:35:30: Man muss aufpassen, wir Erwachsenen können die nicht mit allen belasten.

00:35:35: Das geht auch nicht!

00:35:36: Das wäre auch unverantwortlich.

00:35:37: aber zu suggerieren man müsse immer stark sein ist glaube ich das Therapie vorprogrammiert.

00:35:43: Ja gut...das wird ja eh passieren.

00:35:46: da gehe ich einfach mal ganz stark voraus.

00:35:47: Irgendwann würde es sagen, ich kann das kasse paar Zeit nicht mehr.

00:35:51: du bist Du bist ja Ursprungaltern, warum ich dahin muss.

00:35:55: Du musst jetzt leider zahlen.

00:35:56: Kann

00:35:57: ich schon mal zurücklehnen?

00:35:59: Ja genau!

00:36:00: Was ich in deinem Buch echt auch interessant fand und auch ein großes Thema war das Thema Einsamkeit.

00:36:05: Ich würde mal sagen also es gibt ja Studien dass die Generation wie hier unsere Superassistentin Lilly Faye mit drei L.

00:36:12: Die sitzt hier hinten, wir haben gelernt sie sind drei L?

00:36:16: Wir haben festgestellt, dass sie geboren ist als ich Abitur gemacht habe ...

00:36:21: vor sechs Jahren und deswegen ist es Kinderarbeit, Lilly ist sechs.

00:36:23: Genau!

00:36:24: Und das ist aber hier weil es ja echte Mamas heißt?

00:36:27: Das ist okay.

00:36:28: Wir bringen

00:36:29: alle unsere Kinder mit...

00:36:29: Da kann man anders frame'n und anders bei Instagram inszenieren.

00:36:33: Jetzt kriege ich richtig Ärger, egal.

00:36:36: Aber ich finde Einsamkeit... Ich finde es gibt auch so eine große Einsamheit nicht nur in dieser jüngeren Generation wegen Corona- und Instagram Social Media und so können wir auch noch darüber reden.

00:36:46: Früher, wenn wir noch alles reden wollen.

00:36:47: Ja.

00:36:50: Im Elternsein, da steckt auch so viel Einsamkeit drin.

00:36:53: Inwiefern?

00:36:54: Also ich glaube es gab keinen Jahr in dem ich mich einsamer gefühlt habe als im ersten Babyjahr auf jeden Fall.

00:37:00: Als dein erstes doch der geboren

00:37:01: war?

00:37:01: Ja genau.

00:37:03: Weil?

00:37:04: Weil... weil es so viele Themen gab über die ich nicht unbedingt mit Leuten sprechen konnte und ich fand's auch so schwierig das zu artikulieren.

00:37:12: Ich glaube da waren halt auch so viele Gefühle die ich gar nicht benennen konnte.

00:37:14: Das war einfach so völlig über über mich gestülpt und ich war nur so Alter, I can't.

00:37:21: Ich weiß nicht wo rechts oder links oben unten ist.

00:37:23: Es war einfach nur zu viel.

00:37:24: Und ich glaube auch das ganze System und so... ...ich glaub schon dass Eltern sich oft einsam fühlen, einsam gelassen fühlen.

00:37:29: Hast du nicht das Gefühl?

00:37:31: Aber von wem einsamm gelassen füllen?

00:37:32: Weil

00:37:33: also

00:37:36: vom System oder von der Partnerschaft oder von Freundschaften oder von allem?

00:37:41: Vom System aber ich glaube auf von Freundenschaften.

00:37:43: es ist ein bisschen wie Also wenn man jetzt zum Beispiel noch keine Freundin hat, die auch Kinder haben

00:37:49: z.B.,

00:37:49: dann ist es ja auch so ein bisschen wie jemand der trauert und die wissen alle doch nicht, wie man trauern kann.

00:37:53: Und dann hast du auf einmal ein Baby... So war das nämlich bei mir!

00:37:55: Ich war nicht total jung aber irgendwie war im Mai hier in unserem Musiker-Bubble da.

00:37:59: Da kriegen viele Frauen auch erst später Kinder, weil sie erstmal halt natürlich berühmt werden wollen und das Business muss laufen und so.

00:38:08: und irgendwie habe ich mich schon sehr einsam gefühlt.

00:38:10: Wenn du da nicht jemanden hast, weil der Partner so gut er ist versucht, kann das irgendwie nicht so richtig verstehen?

00:38:16: So, das stillen Wehtut und so.

00:38:17: Keine Ahnung.

00:38:18: Ich glaube es gibt auch auf jeden Fall eine große Einsamkeit unter Müttern.

00:38:23: Begegnet ihr das auch manchmal?

00:38:24: Eine Einsamkante unter Möttern?

00:38:25: Ja also zum Beispiel bei dir im Job dass die Menschen mit dir darüber sprechen wollen oder zum Beispiel in deiner Sendung.

00:38:33: kennst du das?

00:38:35: Nee ich... Ne, das kenne ich so nicht was ich kenne weil es ist einfach so.

00:38:40: ne, dass vieles können Männer wie Männer ich man nicht Nachvollziehen, ich hab noch nie gestillt.

00:38:46: Also da ist einfach so... Da kann ich nachvollziehen.

00:38:48: So was ich in der Partnerschaft sagen kann und dafür mache ich Werbung ehrlicher über das Kinderzeugen- und Kinderkriegen zu sprechen.

00:38:58: Also darüber zu sprechen, dass das nicht... Wir versuchen es einmal los geht, sondern dass das richtig zermürbend sein kann.

00:39:05: Für alle Beteiligten!

00:39:06: Also nicht nur für die beiden Protagonisten dieses Versuchs... ...sondern auch für den Freundeskreis, für die Familie und so was alles.

00:39:15: Weil das zermirbt.

00:39:16: Wenn das nicht klappt, zermiert das.

00:39:18: Darüber schamlos.

00:39:20: Zusprechen finde ich gut.

00:39:21: Ich benutze das Wort Schamlos sehr gerne, weil ich finde, wir müssen uns viel weniger schämen für Dinge.

00:39:24: Auf

00:39:25: jeden Fall!

00:39:25: Aber es ist... Und

00:39:25: einfach dann darüber sprechen, hey was?

00:39:27: Hat nicht geklappt ja schon wieder nicht.

00:39:28: Ja tut doch richtig weh.

00:39:29: so richtig beschissen macht auch übrigens kein Spaß mehr.

00:39:32: Nahaft

00:39:33: auch.

00:39:34: Ja aber es gibt halt dieses.. ich kenne das auf jeden fall auch.

00:39:36: zum Beispiel sagen wir mal Situationen ganz viele Mamas auf dem Spielplatz.

00:39:41: Ich habe schon öfters gehört dass Frauen und die Mamas dann sagen hey ich bin hier so unter vielen und fühle mich trotzdem total einsam.

00:39:47: So das meine ich, weißt du?

00:39:49: Ja.

00:39:49: Das ist genau... Wie gesagt für Mamas kann ich das immer schwer sagen.

00:39:54: Ich weiß dass es vielen Menschen so gibt Zu sagen man hat so viel Community aber keine Communitas.

00:40:01: Also man ist mit vielen Aber fühlt sich dabei ganz furchtbar einsam und isoliert Und irgendwie fehlerhaft und so, das höre ich ganz viel hier.

00:40:15: Was würdest Du als?

00:40:17: Na ja gut Du bist halt ein Mann.

00:40:20: Was würdest du als Friedensstifter einer Mutter sagen, die das Gefühl gerade hat?

00:40:27: Was würdest du hier sagen wenn sie sich so einsam fühlt.

00:40:30: Ich würde Sie fragen ob Sie benennen können woran das liegt.

00:40:34: Wir reden jetzt ja von einer hypothetischen Mutter.

00:40:36: was würden diese hypothetische Mutter jetzt sagen?

00:40:37: warum fühlst ich sich gerade so einsamt?

00:40:41: Ich fühle mich einsam weil... Ich das Gefühl habe, ich rede.

00:40:48: Ich erzähle Dinge, ich erzähle meine Gefühle und aber alle sagen immer nur Eier, Eier... Aber so richtig nachempfinden kann es keiner.

00:40:55: Weißt du?

00:40:58: Und

00:40:59: dann...?

00:40:59: Die Frage ist ja in echt würde sich das ändern?

00:41:01: könnten die Leute das nachempfinden?

00:41:03: Also die Einsamkeit kommt ja nicht vielleicht nicht primär weiß ich auch nicht, aber kommt ja vielleicht nicht prima von der fehlenden Resonanz oder so sondern davon dass man sich fragt also was machen diese Gefühlen mit mir eigentlich?

00:41:18: Wunder, ich bin wie du weißt Fan von lass über Dinge reden auf jeden Fall.

00:41:22: Aber müssen Dinge auch Konsequenzen haben?

00:41:26: Wenn du es artikulierst was kannst du dann dagegen tun?

00:41:30: Hypothetischer Mutter.

00:41:34: Na ja mich wahrscheinlich mehr austauschen, mehr reden oder noch mal woanders gucken...

00:41:38: Aber das ist ja die Frage!

00:41:40: Auf jeden Fall über vieles müssen wir mehr reden und schamlos reden.

00:41:43: aber als jemand die hauptberuflich redet Hypothetische Butter.

00:41:48: Ist okay,

00:41:48: wir können gerne über mich

00:41:50: reden.

00:41:54: Als jemand der hauptberuflich redet ist Reden nicht immer die Antwort?

00:41:57: Ja,

00:41:57: jetzt ist es auch gar nicht mehr so.

00:41:59: aber in den ersten Babyjahren kann ich mich schon noch daran erinnern und ich habe gestern zum Beispiel mit jemandem telefoniert wo das Baby den ganzen Abend schreit weil das Baby ist drei Monate alt fast und es ist diese Hexenstunde dieses typische Abendskolligen und so.

00:42:13: Tolle Zeit!

00:42:14: Tolle Zeit.

00:42:15: Ganz tolle Zeit.

00:42:16: und ich habe auch nur gesagt, ey Leute, sorry ihr müsst jetzt einfach durch ist es so wie's ist?

00:42:20: aber ich hab richtig gespürt wie der Mann versucht hat das irgendwie klar zu kriegen diese Situation und die Frau sich einfach total einsam gefühlt hat weißt du?

00:42:30: Und ich glaube er konnte dieser Einsamkeit nichts entgegenwirken

00:42:36: ...

00:42:37: weil er das einfach nicht verstanden hat.

00:42:38: Ich glaube, deswegen ist wirklich dieses Community-Ding unter Müttern einfach so krass wichtig... ...dass man sich als Frauen untereinander austauscht und darüber spricht.

00:42:46: Deswegen gut dass es uns gibt!

00:42:50: Ganz generell ganz gut, dass es euch

00:42:52: gibt.

00:42:55: Aber wir sind ja mittlerweile eigentlich so gut vernetzt wie nie zuvor.

00:42:59: Also du in deinem Buch sprichst ja vor allem auch über Social Media oder so.

00:43:02: Warum?

00:43:04: Warum fühlen sich denn trotzdem so viele Menschen so einsam?

00:43:06: Also was ist, Social Media soll ja eigentlich Verbundenheit schaffen.

00:43:09: Soll es das?

00:43:10: Weiß ich nicht!

00:43:11: Dann

00:43:11: denken wir doch... Das ist die Chimere dabei und deswegen war so wunderbar clever das Social-Media zu nennen als wäre es sozial.

00:43:22: also überhaupt nichts gegen Social Media.

00:43:24: Ich bin gar keinen Social-Media-Basher oder sowas alles.

00:43:26: Ich finde das Wort Enttäuschung immer so gut.

00:43:30: Das ist auch so negativ konnotiert, aber Enttäuschung heißt man hatte etwas anders angenommen.

00:43:36: Dann hat man die Erfahrung gemacht dass es so nicht ist und dann hat man das für sich klargestellt.

00:43:39: und Social Media meine Social Media Erfahrungen ist genauso.

00:43:42: Wir sind alle vernetzt.

00:43:43: jetzt miteinander Könnt ihr die ganze Welt?

00:43:45: Die ganze Welt!

00:43:47: Aber ist ja richtig Quatsch.

00:43:48: Du bist trotzdem in deiner Echo-Kamera, du bist in deine Blase.

00:43:50: Es

00:43:51: ist eigentlich genau das Gegenteil.

00:43:52: Und du weißt...das weiß ich von dir Nora Backer.

00:43:56: Du weißt, dass Social media eine inszenierte Scheinwelt ist.

00:44:00: Wir sitzen hier in diesem wundervollen Dingsbums, wir sind im Podcast... Das ist ja keine natürliche Situation!

00:44:05: Nicht dass ich nicht auch so privat mit dir reden würde.

00:44:09: Aber die Menschen, die wunderbarerweise an deinem Podcast teilnehmen und das jetzt hier hören oder gucken Die wissen natürlich intellektuell und rational alle, dass wir hier Mikros aufgebaut haben.

00:44:21: Wir wollen den Leuten glauben, die sieht morgen schon so toll aus!

00:44:28: Jetzt musst du noch Tai Chi über vierzig machen.

00:44:30: Sechs Wochen nach Hasl & Sixbeck hast du alles quatscht!

00:44:35: Wir sehen uns sehr danach, dass das wahr wäre, dass wiederum unglücklich werden.

00:44:40: Und nochmal, das ist für mich der Kannt-Ganz-Tor sein.

00:44:41: Es gibt wirklich Communities die auch als Communities funktionieren also gerade was Trauer angeht.

00:44:46: Ja eben in der Kirche ist es ja auch kommuniziert, es ist ja Gemeinschaft.

00:44:50: Aber

00:44:51: es fühlt sich ganz anders an.

00:44:52: und was ich ganz viel erlebe ist so eine Sehnsucht nach analogen Begegnungen.

00:44:56: Weil es ist ein Unterschied ob du verkürzt miteinander dir Nachrichten schreibst oder ob du im Gespräch bist miteinander Drei Flaschen Grießling, dann zwei Flasche Sauvignon sind.

00:45:05: Das merke du hast irgendwie Lust.

00:45:06: Du hast

00:45:08: ja fast alles

00:45:09: ausgedrückt!

00:45:09: Wie so kann denn niemand das Wasserwein machen als Sophie?

00:45:12: Es ist doch erst ein Mittags-Ei...

00:45:14: Na so war sie.

00:45:14: Ich bin schnell angemacht.

00:45:16: Nee also ich merke ganz viel Sehnsucht und da kann man auch übersetzen auf die Frage nach Kirchen.

00:45:22: Ich merke so viele Sehmsucht nach Begegnung, sich wirklich in die Augen gucken muss ich

00:45:27: sagen.

00:45:28: Die Sehensucht wird immer größer Und die Routine darin wird immer kleiner.

00:45:32: Das ist total krass, dass Menschen nicht wissen wie sie miteinander reden sollen.

00:45:35: und ich habe zum Beispiel einen Format in der Kirche.

00:45:37: also ich leite... Ich bin ja nicht mehr Gemeindepastor oder wir zeichnen hier in der Nähe von St.

00:45:41: Katharinen auf, hier war ich, da war ich in St.

00:45:42: Georgia und jetzt leite ich ein Projekt das heißt Inner City Church Digitalogekirche.

00:45:46: Da stellt sich die Frage wie können wir in Zukunft eigentlich Kirche sein mit schwindenden Ressourcen und mit immer mehr Menschen wie austreben?

00:45:51: Warum trauen wir uns nicht gewisse Fragen zu stellen?

00:45:54: entwickle neue Angebote zwischen digital und analog, deswegen heißt es Digitalogekirche.

00:46:01: Und eins davon ist dass ich sage wir feiern so ein Gottesdienst der heißt Freitag in der Church.

00:46:07: den feiern wir immer draußen.

00:46:08: Der ist immer wie wir sagen würden in der Atmosphäre eines Pop-Songs.

00:46:12: also was weiß ich, Rottermelon Sugar High ist der Song.

00:46:13: da kommen immer Hamburger Musikerinnen und Musiker und machen dann gestalten den Abend mit einer Mischung aus eigenen Sachen und Kavarsachen und die Menschen kommen miteinander ins Gespräch.

00:46:23: So, ich mach gar nicht viel.

00:46:24: Ich stelle große Fragen und da passieren so tolle Dinge weil Menschen miteinander ins Gespräch kommen die sich sonst nie treffen würden anders als in so klassischem Sonntagsgottesdienst.

00:46:32: auch der hat seine Berechtigung.

00:46:33: also aber meine Lieblingsgeschichte davon ist wir saßen hier in St Georg am Hauptbahnhof mit so großen Feuerschalen draußen auf dem Kirchhof und die Leute kamen einfach umging.

00:46:42: und dann haben wir Musik gespielt und dann habe ich eine Frage gestellt zu irgendeinem Song und die Frage war was hast du mal mit deiner besten Freundin im Sonnenaufgang gemacht?

00:46:50: Und dann saßen zwei vierzehnjährige Gerade konfirmierte junge Frauen saßen mit unserer gemeindeeeltesten Helga.

00:46:56: Die leider gerade verstorben ist, Gott hab sie seelig zusammen an dieser Feuerschale und haben dann miteinander gesprochen.

00:47:01: Diese Menschen hätten sonst nie miteinander gesprochen!

00:47:04: Und auf die Frage haben die beiden Girls geantwortet,

00:47:07: hihi

00:47:08: neulich stammt mir vom Kelling-Husenbad und die Sonne ging rauf... Wir werden fast eingebrochen, aber wir haben uns nicht getraut!

00:47:16: Und Sie?

00:47:17: Und da musste Helga lachen und ich weiß noch genau ...

00:47:20: Was hat eingebraucht

00:47:22: mit?

00:47:23: Ich weiß noch genau, wie ich mit meiner besten Freundin an der Alster saß.

00:47:26: Die Sonne ging auf und der Krieg war vorbei.

00:47:30: Und solche Gespräche entstehen da.

00:47:32: Warum?

00:47:33: Weil es diese unendliche Sehnsucht gibt nach Lass uns mal bitte miteinander ins Gespräch kommen.

00:47:36: Lass das mal auch gelingensgeschichten erzählen oder lass uns mal schamlos miteinander sprechen.

00:47:41: Und Möglichkeiten dafür zu schaffen, Orte dafür zu bereitzustellen dass diese Form von Kommunikation wieder möglich ist, ist total wichtig für mich.

00:47:49: Aber guck mal siehst du, dafür ist ja dieser Podcast auch ein bisschen da.

00:47:51: Weil ich sehe es ganz genau so.

00:47:53: Deswegen heißt er ja auch ehrlich gesagt gut Ich hab ihn übernommen und habe den Titel nicht gewählt.

00:47:56: Ich bin ehrlich aber wahrscheinlich... Du bist doch gar

00:47:59: keine Mama

00:48:00: eigentlich?

00:48:00: Ich bin gar

00:48:01: keine mama!

00:48:01: Ich erzähle das immer nur.

00:48:03: Ja, ja, immer.

00:48:06: Deswegen des Edels auch.

00:48:07: Sag noch einmal ehrlich wenn du jetzt bist du manchmal auch zum Beispiel also so traurig warst Und diese ganzen Sterbefälle in deiner Familie waren Das klingt natürlich jetzt so als wärst du da immer so.

00:48:18: Also du bist ja auch sehr ehrlich mit dir und so, hast du auch mal so richtige Ausrüstung?

00:48:22: Da bist du auch manchmal so richtig.

00:48:24: Machst du auch immer einen richtigen

00:48:25: Fehler?!

00:48:26: Alter!

00:48:27: Nie!

00:48:28: Ja eben!

00:48:29: Natürlich die ganze Zeit!

00:48:31: Dann

00:48:31: gibt's

00:48:32: für dich ehrliche Aussage unschöns.

00:48:33: Natürlich die ganzen Zeit!

00:48:34: Ich mach wirklich nur Fehler... Aber ist da auch... Ja, wie es ist, ich erger mich auch drüber

00:48:38: natürlich.

00:48:38: Das ist ein geiles Spirit eigentlich weil das merke ich jetzt gerade nach... Wie lange reden wir schon?

00:48:42: keine Ahnung, stunden

00:48:43: oder so?

00:48:43: Sechs Stunden ne?

00:48:44: Achtundfünfundvierzies

00:48:45: war ahnbar zu heißen.

00:48:46: Aber weil im Endeffekt ist es echt so, okay macht Fehler und redet darüber.

00:48:50: Natürlich!

00:48:51: Also ein... Ich will das gar nicht immer zu religiös machen aber einen Grund warum ich gerne Lutheraner bin und gerne Protestant bin ist die ganz... also die feste Gewissheit wir werden scheitern.

00:49:02: Wir müssen nicht gescheitert bleiben.

00:49:03: Das Geschenk ist, wir können ja noch mal... Das ist Coldplay just because I'm losing doesn't mean I am lost.

00:49:07: So ich mache die ganze Zeit Fehler auf jeden Fall wenn man muss irgendwas lernen.

00:49:10: Die ärger mich dabei.

00:49:10: Ich bin super ungenedig mit mir auch dass das eine riesen Meditationsübung damit sich selber gnädiger zu sein.

00:49:17: Alles würde sich ändern, würden wir verstehen dass das Gnade diese Welt verändert.

00:49:20: Auf jeden Fall!

00:49:20: Aber es geht auch für uns selbst.

00:49:22: Aber ich mache die ganze Zeit Fehler und da war ich derbewütend.

00:49:24: Da klar war ich.

00:49:26: Wenn sich Leute... Was hast du denn gemacht?

00:49:27: Als er sauber war.

00:49:28: ...leute verprügelt natürlich.

00:49:33: Früher habe ich mich... Das klingt, du stellst wunderbare Fragen und ich klinge die ganzezeit so als füßt dich alle Antworten auf alles.

00:49:39: Ich weiß natürlich das wenigste weiss ich

00:49:40: wirklich.

00:49:41: Und ich meine das gar nicht als Koketerie sondern auch das ist ein Erkenntnis dieser Reise gewesen.

00:49:46: Ich weiß das wenigste.

00:49:47: Und zu suggerieren, wir wüssten das meiste.

00:49:49: Nimmt uns auf der einen Seite die Möglichkeit zu staunen und das bräuchten mir glaube ich viel mehr wie der Staun überall.

00:49:55: Dass wir hier sind, dass wir alle auf diesem Planeten sind ist so unwahrscheinlich.

00:49:59: also man müsste jeden Tag staunend durchs Leben laufen.

00:50:01: So wie Kinder das gerne machen, die sagen oh Alter guck mal Schmetterling auch.

00:50:04: Also mehr Staunen ist das eine.

00:50:05: aber auch zu sagen Wir haben eben übers Internet.

00:50:08: kurz gesprochen Uns wird suggeriert wir könnten alles die ganze Zeit wissen.

00:50:12: Das stimmt nicht!

00:50:13: Wir haben auf Alles Zugriff Aber wir wissen das wenigste.

00:50:16: Wir können alles nachschlagen, aber das Wenigste behalten wir und rumzulaufen und von sich selbst anzunehmen.

00:50:21: Man müsste das ja schon wissen macht ein Unglücklich mich zumindest.

00:50:24: Aber

00:50:24: guck mal!

00:50:24: Das ist ja total, das verstehe ich voll.

00:50:26: Und so geht es ja glaube ich auch vielen Müttern.

00:50:28: Man hat halt immer den Drang alles perfekt zu machen

00:50:30: oder

00:50:30: Eltern generell.

00:50:31: Ja genau!

00:50:32: Weil man irgendwie denkt... Dass das so sein

00:50:36: muss.

00:50:37: Ja, aber warum denken ... Das sind so Präformationen!

00:50:40: Warum muss es denn so sein?

00:50:41: Wer hat uns das denn ... Also, warum glauben wir das dann?

00:50:43: Ich

00:50:44: glaube, dass ist auch weil du natürlich ... Du bist Papa oder in meinem Fall Mama und du möchtest natürlich, dass es deinen Kindern richtig gut geht.

00:50:52: Du willst also das Beste geben, damit die ihr bestes Leben leben, weil du hast deinen Schmerz erlitten und weißt ich möchte ja das nicht.

00:50:57: Das heißt, du versuchst das Besse zu machen.

00:51:00: Und dann scheitert man Und ist dann zum Beispiel ungern nicht mit sich.

00:51:03: Dann ist man immer in diesem Konflikt so... Jetzt hab ich das schon wieder verkackt und so, weißt du?

00:51:09: Anstatt zu sagen, ach guck mal, jetzt hab ich es schon wieder ver-kackt.

00:51:12: Krass!

00:51:12: Wow, das habe ich ja schon dreimal falsch gemacht.

00:51:15: Genau.

00:51:15: Nicht schlecht.

00:51:17: Auch das finde ich respektabel.

00:51:19: Guck mal wie häufig ich das falsch machen kann.

00:51:20: Ja, guckt dir das mal an.

00:51:22: Das klingt auch geil,

00:51:24: wie konsequent.

00:51:26: Aber ey... In diesem einen kurzen Rant von dir ist ja so viel drin.

00:51:34: Es geht immer um Kontingenzbewältigung, nennt man das eine Psychologie genau?

00:51:36: Also die Frage wie Kontingenzbewältigungen?

00:51:39: aller Kürze ist ungefähr zu sagen ich hatt es auch der Beschwerbe gucken was aus mir geworden ist oder sowas.

00:51:44: Ich hatte ja nichts aber wir haben eine Suppe rausgemacht und das total verständlich dass man mit seiner eigenen Vergangenheit noch mal anguckt und sagt, ich versuch das zu identifizieren was mir nicht gut getan hat.

00:51:56: Und ich versuche das demonstrativ anderszumachen auf jeden Fall.

00:51:59: Also kenne ich von mir auch und deswegen bin ich anders als früher ganz häufig nicht mehr zornig.

00:52:06: so also ich bin wütend ich bin auch ganz viel Ungerechtigkeit wütende.

00:52:09: Ich bin ein sehr gerechtigkeitsliebender Mensch und ich finde auch dass es auch an mir ist an uns ist wie vor allem aber auch an mich Ungerechtigkeit zu benennen oder was dagegen zu tun, das glaube ich auf jeden Fall.

00:52:22: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und ich bin weniger je zornig weil ich mit einem sehr je zonigen Vater groß geworden bin und ich habe das eine ganze Zeit lang total übernommen und hab mich dann sehr damit gebrüstet und es war also verständlich.

00:52:32: aber... In welchen Situationen

00:52:35: warst du jetzig?

00:52:37: Ich habe ganz lange so ein Bild von mir selbst kultiviert.

00:52:40: Man merkt es vielleicht in diesem Podcast nicht, aber ich rede ja noch relativ viel und gerne hin- und wieder mal wenn ich gefragt werde.

00:52:47: Als würdest du dafür bezahlt werden?

00:52:50: Aber ich habe langes ein Bild von mir kultiviert das so ein bisschen Angst gemacht hat.

00:52:56: also ich war mit so einem... Ich ganz lange reagiere auch irgendwas nicht.

00:53:00: wenn man mir irgendetwas vorwirft oder mich angreift aber irgendwann an mich zu.

00:53:03: Wenn man den Löwen zudoll reizt dann schlägt der um sich und dann wächst da auch kein Auge mehr.

00:53:07: Und es war auch so.

00:53:08: Es war so, ich war gar kein guter Streiter.

00:53:13: Ich habe dann lange gar nichts gehabt und dann einen Rundumschlag oder waren alle verletzt... Das

00:53:18: ist aber auch, ja das höre ich aber oft, es ist ein bisschen antrainierter männlicher Charme.

00:53:22: Ja absolut!

00:53:22: Mein Vater war so.

00:53:24: Der hatte das gar nicht gelernt und deswegen war er so und der war mit Abstand der Klügste in seiner Familie und so.

00:53:31: Für ihn war das ein Zeichen von

00:53:33: Jetzt räuchst du

00:53:34: aber mal.

00:53:34: Guck mal, wie glücklich ich bin!

00:53:35: Ich kann mich alle mit meinem Intellekt kaputt machen.

00:53:37: Toll, toll...

00:53:39: Ja das ist so ein bisschen wenn der Vater spricht?

00:53:40: So und das habe ich mir total abgewöhnt.

00:53:43: Aber es war eine ganz lange Prozess.

00:53:44: Das heißt nicht dass das nicht manchmal raus wollen würde, aber ich versuche das dann irgendwie einzufangen.

00:53:49: Aber deswegen, ich bin wütend, aber die geht zwar nicht Und so reagiere ich glaube ich auf vieles.

00:53:55: Weil das Leben ist nicht fair.

00:53:56: Wir werden nicht das Beste machen wir wollen mit unserer eigenen Vergangenheit aufräumen.

00:53:59: Das heisst im Umkehrschluss bei dir natürlich nicht, aber bei anderen Macken mitnehmen von mir, die wird später auch im Podcast jetzt sagen.

00:54:07: Mein Vater hat immer so viel geredet.

00:54:08: Ich bin

00:54:09: scheuer der umsichtiger Vater und zu Hause red ich gar nicht viel.

00:54:12: Da muss man ja die ganze Tasche drehen

00:54:13: müssen.

00:54:13: Ja stimmt da musst du deinen Akku aufladen.

00:54:17: Ja, ist doch ein schöner Abschluss auf jeden Fall zu sagen.

00:54:19: Hey Leute, merkt euch das Leben ist nicht fair!

00:54:22: Genau und unsere Kinder wissen das übrigens.

00:54:24: Das finde ich ja... das Buch um dafür nochmal Wärmung zu machen was natürlich als Höhebuch erscheint am sechsten August.

00:54:31: Mit deiner

00:54:32: zarten Stimme.

00:54:34: Das Buch nimmt halt genau das ernst.

00:54:36: wir haben gestartet mit warum eigentlich Ankerpunkte.

00:54:39: Ich brauche Ankerpunkte, weil das Leben nicht fair ist und Kinder wissen das.

00:54:43: Und das beste Beispiel dafür ist – ich weiß nicht wie es bei dir ist aber für mich auf dem Spiel hier, auf dem wir abhängen alles Phasen Aber unfair ist das Wort ... des Jahrtausends.

00:54:54: Unfair, alles ist unfair!

00:54:55: Alles kann unfair sein, ne?

00:54:56: Weil man das beschissene Spielzeug, dass man gar nicht haben wollte... damit spielt jetzt Theo und du wolltest es ja gar nicht habe.

00:55:01: Ja aber jetzt will ich's doch so, unfair oder kein zweites Eis, unfair, keinen Handy kriegen, unfair.

00:55:07: Und dann wurde uns so antrainiert als ich früher auf dem Spiel, auch als Kind schon war.

00:55:12: Das hat meine Mutter immer gesagt, stimmt nicht.

00:55:15: Als wäre das nicht derbe unfair, das ist ja der be unfair.

00:55:18: Das Leben ist unfair.

00:55:20: Weiß hat Jimmy in Hamburg-Pöseldorf groß geworden, während andere Leute in Krisenorten groß werden oder nichts haben.

00:55:27: Unfair!

00:55:27: Knochenkrebs bei Kindern?

00:55:28: Verdammt unfair!

00:55:30: Das Leben ist halt.

00:55:31: unfair.

00:55:32: zu suggerieren das wäre nicht so, es doppelt beschämend und doppelt schmerzhaft.

00:55:37: deswegen hey ich glaube mir kann es als elternteil immer nur Helfen zwischendurch, dass Leben ist halt und wir werden scheitern.

00:55:43: So das ist so!

00:55:44: Wir geben meistens das Beste nicht immer denn das kann man gar nicht Und es ist in Ordnung wenn man zwischndurch nicht das beste gibt Kann man seinen Kindern zeigen, dass man selber nicht immer stark ist.

00:55:52: auf jeden Fall Kann man sein Kind an jedem Mist zuschieben?

00:55:55: Auf gar keinen Fall.

00:55:56: In diesem Aushandlungsprozess versuche ich ein glückliches Kind zu erziehen.

00:56:01: Das weiß, dass das Leben unfair ist und damit muss man umgehen.

00:56:04: Denn man muss im Umkehrschluss ordentlich erzählen, diese Welt ist ein unfaire Drecksloch und nur wenige haben großes Glück.

00:56:09: Das müssen wir auch nicht erzählen.

00:56:12: Halleluja und Amen!

00:56:12: Bis dann, tschüss!

00:56:15: Okay, das letzte Wort hat heute Julian Sängermann.

00:56:18: Passt du Dr.

00:56:19: Julian

00:56:19: Sengerman?

00:56:20: Passt Du, Doktor, Doktopastor... Doktor

00:56:23: Pfastoar

00:56:24: Schön, dass du hier warst mein Lieber.

00:56:26: Vielen vielen Dank und genau in Deine Sendung komme ich dann ja auch nächste Woche.

00:56:31: Ahja!

00:56:32: Natürlich cool.

00:56:32: Weiß ich nicht vielleicht jetzt mich mal an.

00:56:35: Danke schön.

00:56:36: Ich wünsche dir einen schönen Wochenende und dass du dich irgendwo hinlegst wo Du Dich abkühlst.

00:56:41: Mach's einmal so zschssch...

00:56:42: Ja ist so.

00:56:43: Gleichfalls.

00:56:44: Vielen Dank für Ihr

00:56:44: Einladen.

00:56:48: Vielen lieben Dank fürs Zuhören.

00:56:50: Ich hoffe ihr hattet eine schöne Zeit mit uns und hört natürlich nächste Woche wieder rein Abonniert gerne den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst.

00:56:57: Kommentiert außerdem fleißig hier bei Spotify und folgt uns natürlich bei Instagram auf echteMamasPumpt.

00:57:04: ehrlich gesagt!

00:57:05: Wir hören uns nächste Woche wieder – Eure Nora.

Über diesen Podcast

Echt. Echter. Ehrlich gesagt.

🎆 Neues Cover, 🎶 neuer Jingle, 🎙️neue Stimme.

Der neue Echte Mamas Podcast geht deep: Jetzt spricht Nora Becker mit echten Eltern über echte Gefühle. Und zwar über die schönen, aber auch die schwierigen! Denn wir wissen genauso gut wie ihr: Das Leben als Eltern ist wunderbar erfüllend, kann aber auch fordernd – und manchmal sogar überfordernd – sein.

Nora fragt ihre Gäste das, was sonst keiner fragt. Wir laden euch ein, mit uns zuzuhören, was unsere Gäste wirklich beschäftigt. Herzlich willkommen bei "Ehrlich gesagt"!

Mehr über Echte Mamas erfahrt ihr unter www.echtemamas.de und auf https://www.instagram.com/echtemamas.ehrlichgesagt - jetzt folgen, abonnieren, kommentieren, liken und weitersagen!

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