Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Echte Mamas: Ehrlich gesagt

Transkript

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00:00:06: Hallo

00:00:06: ihr Lieben und herzlich Willkommen zum Podcast ehrlich gesagt von EchteMamas.

00:00:11: Hier nehme ich euch mit in ehrliche, lustige und tiefe Gespräche mit tollen Gästen!

00:00:15: Es geht um ernste, spannende und bewegende Themen also um alles was uns als Mamas, Frauen Eltern oder einfach Menschen beschäftigt die Familie und das Leben lieben.

00:00:25: Heute zu Gast ist Gina und diese Folge geht tief.

00:00:30: Gina spricht über ihre Kindheit voller Brüche über das ständige Suchen nach näher und eine Mutter-Tochterbeziehung, die alles andere als einfach war.

00:00:41: Sie erzählt von Einsamkeit, von Anpassungen alten Wunden und davon wie sich Erfahrungen aus der Kindheit durch das ganze Leben ziehen können aber auch davon wie man sich

00:00:52: Stück für Stück

00:00:53: zurückkämpfen kann Durch Therapie selbst mit Gefühl Und auch die Entscheidung alte Muster nicht weiterzugeben.

00:01:00: Es war wirklich ein sehr ehrliches und intensives Gespräch, das noch lange bei mir nachgewirkt hat.

00:01:06: Und vielen Dank Gina, dass du bei uns zu Gast warst!

00:01:11: Hier noch eine Trigger-Warnung für euch.

00:01:13: in dieser Folge sprechen wir unter anderem über emotionale Vernachlässigungen, psychische Belastungen, Missbrauserfahrung und traumatische Erlebnisse.

00:01:21: also wenn du damit Erfahrung hast dann hör es am besten nicht alleine oder nur wenn du dich wirklich safe fühlst.

00:01:28: Herzlich willkommen liebe Gina Wallbach.

00:01:30: Ich weiß gar nicht.

00:01:31: Wie sind wir noch mal zusammengekommen?

00:01:32: Du hast mir geschrieben, ne!

00:01:33: Ich hatte Kontakt mit der vorherigen Nora.

00:01:36: Ah, genau,

00:01:37: stimmt!

00:01:38: Und dann habe ich im Prinzip dich nochmal darauf hingewiesen... Hallo hier bin ich!

00:01:42: Hallo Nora!

00:01:43: Schönes und Erbe!

00:01:44: Ich muss den an, die Ansprache

00:01:46: muss ich gar nicht erinnern.

00:01:47: Genau, wie praktisch.

00:01:49: Wollt man trotzdem, wenn meintest du

00:01:50: ja?!

00:01:50: Ja, ich finde es krass spannend.

00:01:52: Deine Geschichte.

00:01:52: Erzähl doch mal von dir!

00:01:54: Wer bist du?

00:01:55: Wo kommst Du her?

00:01:56: wie Kinder und so weiter?

00:01:58: Und so weiter... Genau, Ich bin Gina.

00:02:01: Ich bin vierunddreißig Jahre alt.

00:02:03: Ich wohne in Berlin mit meiner kleinen Familie Mit meiner kleinen Tochter die drei ist und ihrem Papa.

00:02:10: Und ja, ich hab vielerlei in meinem Leben schon getan.

00:02:13: Ich habe viel in Ostafrika gearbeitet.

00:02:16: Ich hab Afrikanistik studiert und hab Initiativen gegründet im ostafrikanischen Raum... ...und mich viel auch für andere Menschen einfach stark gemacht.

00:02:24: Auch beispielsweise ein Podcast-Format was ich vor einigen Jahren mal hatte.

00:02:27: Mich hat es auch immer gereizt wie dich vermutlich auch.

00:02:29: Einfach Lebensgeschichten zu erzählen, andere Lebenswelten kennenzulernen...

00:02:33: Das ist einfach das Beste!

00:02:34: ...und

00:02:34: sich mit verschiedenen Perspektiven auseinanderzusetzen gerade auch weil Ja, man individuell sich auch weiterentwickelt basierend auf diesem Austausch mit anderen Menschen.

00:02:43: Und ja aktuell bin ich Projektleiterin für eine ganz großartige Online-Plattform wo es auch um Austausche geht und Vernetzung von Initiativen, Vereinen und ähnliches und im Prinzip die Welt im Kleinen ein bisschen besser zu machen.

00:02:55: das war immer schon ein Anlegen definitiv.

00:02:57: Cool!

00:03:00: Du meinst vorhin noch so wer bin ich?

00:03:01: Klappt doch ey!

00:03:02: Wer bin

00:03:03: ich?!

00:03:03: Der Eintrack ist ein bisschen authentisch glaube ich aber das machst du halt auch.

00:03:07: Also das kommt ja immer drauf an, mit wem man sich unterhält wie wohl Frau sich dann auch fühlt.

00:03:14: Und du hast Nora ja auch und mich auch angeschrieben vor allem wegen einem Thema und zwar bist du im Grunde... Du bist nicht richtig ganz ohne Mama groß geworden aber das Verhältnis zu deiner Mutter beziehungsweise der Umgang Deiner Mutter mit dir als Kind schon von früh an ist und war sehr speziell.

00:03:29: was ist denn deine allererste Erinnerung an Deine Mama?

00:03:34: Oder die erste Erinnerungen die die hochkommt?

00:03:37: Tatsächlich erst die Erinnerung, dass sie mich in Kassel besucht.

00:03:42: In der Wohnung, wo ich mit meinem Vater und seiner damaligen Freundin gewohnt habe wie sie die Treppen hochkommt.

00:03:48: Wir haben unter dem Dach gewohnd und wie ich so einen dunklen Schatten aufsteigen sehe.

00:03:52: im Prinzip also ein ganz großes Unwohlsein einfach schon in Assoziationen Mit dieser Situation und da war ich sieben vielleicht?

00:04:00: Das ist die erste bewusste Erinnerungen, die ich habe davor wirklich nur basierend auf Fotografien Krass.

00:04:07: Aber keine bewusste Erinnerung.

00:04:09: Okay, magst du deine Geschichte mal erzählen?

00:04:14: Ja also wo fange ich an?

00:04:17: Ich fange da an dass meine Eltern sich in Kassel kennengelernt haben.

00:04:22: Meine Mutter kommt ursprünglich aus der DDR ist damals mit ihrem Mann über Ungang geflohen es in Hessen gelandet und ist dann über Umwege ja in der Band beziehungsweise dann letztlich doch nicht, aber sollte in einem Bandprojekt bei meinem Vater mitwirken.

00:04:37: Meine beiden Eltern sind beziehungsweise Warnmusiker meine Mutter Sängerin, Tänzerin mein Vater ist auch heute noch Bassist und ja da sind sie im Prinzip über Kontakte wie das halt manchmal so passiert haben Sie sich kennengelernt lieben gelernt.

00:04:52: hier offensichtlich auch weil kurz darauf ja auch ich entstanden bin Und war halt auch eine wilde Zeit auf jeden Fall, weil meine Mutter noch verheiratet war.

00:05:01: Also Scheidung aber schnell neu heiraten, sonst hätte ich einen anderen Nachnamen gehabt der wäre interessant geworden.

00:05:08: Es war ganz knapp so drei Wochen vor meiner Geburt noch schnell geheiratete und so.

00:05:12: also war alles der Witt.

00:05:12: Meine Eltern waren super jung.

00:05:13: ne beide haben sechzig geboren.

00:05:16: Das war irgendwie Anfang der neunziger oder

00:05:18: neunzig?

00:05:18: Genau ich bin ein neunzeig geboren genau und dann ja haben wir wohl erst mal zusammengelebt, aber an sich haben sich meine Eltern schon von vornherein nicht besonders gut verstanden und sich dann auch zeitnah getrennt.

00:05:31: Also ich glaube, dreiundneunzig haben sie sich dann viel nahe getrennend und in der Zwischenzeit wurde ich auch viel herumgereicht im weitesten Sinne also ich hatte halt einfach keinen wirklichen Ort Sondern wir waren halt in der Nähe von Kassel, bei meinen Großeltern väterlicherseits.

00:05:45: Dann ging es nach in die Nähe vom Nichtendorf in Wungalow... dann ging's wieder hin und her und zurück.

00:05:51: aber die Familie meines Vaters hat sich immer groß im Mühen gemacht immer dabei zu sein.

00:05:54: also ganz gleich ob wir jetzt irgendwie Berlin-Potsdam wo auch immer wir waren dass sie halt zur Besuch gekommen sind und das ja da einfach eine große Präsenz und ein großes Interesse war.

00:06:03: Wiederum meine Mutter hat wohl im ersten Jahr sich extrem bemüht engagiert teilweise zu sehr für das Verständnis aller Außenstehenden und anderen Familienmitglieder eher so ja allen diktiert, wie es denn zu laufen hat.

00:06:16: Und nach einem Jahr war ihr das dann wohl auch alles zu viel?

00:06:20: Und sie hat gemerkt, Sie möchte Ihre Karriere wieder verfolgen was ja auch erst mal fair enough ist, Kind und Karrieren beides zu wollen.

00:06:27: Das kam jedoch mit dem Preis, dass sie dann Kindheit gar nicht mehr wollte.

00:06:30: Also so von ... hundert Prozent, wobei sie auch zum Beispiel nicht lange stillen wollte, weil sie sich auf ihren Körper konzentrieren wollte.

00:06:36: Es sind alles Erzählungen natürlich, das habe ich alles so nicht mitbekommen und weiß ich auch nicht von ihr aber aus zweiter Hand.

00:06:42: dieses.

00:06:42: ihr war halt immer schon wichtig nicht so auszusehen wie eine Mutter.

00:06:45: also wieder zurück zu ihrem Körper, zurück

00:06:47: zu dem was

00:06:48: die eigentlich ist.

00:06:48: Ich bin immer noch ich, ich bin immer nog genau Ja, das hat sich auch durchgezogen.

00:06:53: Also bis heute ist dann eher so sie will nicht über ihr Alter sprechen oder sowas.

00:06:56: Das ist bis heute immer noch Thema.

00:06:57: So ich sehe ja jünger aus und es war auch immer ganz ganz wichtig.

00:07:02: Genau meine Eltern haben sich dann Drin neunzig final getrennt in der Situation als mein Vater im Prinzip Dann schon von meiner Mutter getrenn in AVG lebte in Berlin.

00:07:11: Meine mutter war irgendwie überall unterwegs berlin london you name it Und meine Großeltern mütterlicherseits auf mich aufpassen, da war ich mit denen in Potsdam wohl.

00:07:20: Und dann trennten die sich wiederum auch...

00:07:22: Okay, wir müssen kurz ... Recap!

00:07:25: Du warst dann irgendwie so zweieinhalb oder drei und lebtest quasi in der Nähe von Potsdam.

00:07:31: Deine Mama war viel unterwegs, deine Mutter.

00:07:34: Dein Vater lebte in einer WG.

00:07:35: Die waren noch nicht richtig getrennt, aber es war schon im Split drin?

00:07:39: Genau, sie waren schon im split.

00:07:41: Meine Mutter hatte an dieser Stelle einen neuen Partner gehabt.

00:07:43: Das war immer ein fließender Übergang wie auch von dem Mann davor.

00:07:46: Dann meinen Vater kennenlernt, dann von meinem Vater in die nächste Beziehung.

00:07:52: Und

00:07:52: da warst du bei deinen Großeltern nur das Ganze bekommen?

00:07:54: Genau, oder war ich

00:07:55: bei meinen Großeldern mütterlicherseits

00:07:56: tatsächlich genau.

00:07:57: Und meine Großelern und Ur-Großeltern vieterlicherseits kamen halt immer wieder zu Besuch.

00:08:01: Ja!

00:08:02: Dann kam es eben zur Entscheidung, dass meine Oma mütterlicherseits entschied nach Hameln zu ziehen, sich von ihrem Mann zu trennen.

00:08:10: und dann stand zur Debatte – so wurde es mir erzählt, ist meine Mutter meint, naja, dann können sie Regina mitnehmen.

00:08:16: Mein Vater fiel halt aus allen Wolken seine Worte warum?

00:08:21: er ist jetzt extra in Berlin geblieben, um mich noch sehen zu können und mich besuchen zu können usw.

00:08:25: Und jetzt soll ich noch mal woanders hin?

00:08:28: Wie geht das hier

00:08:28: weiter?".

00:08:29: Dann hat mein Vater mir erzählt, er habe halt entschieden, dass wir zurückgehen zu meinen Großeltern

00:08:34: väterlicherseits.".

00:08:35: Das ist in der Nähe von Kassel gewesen?

00:08:37: Genau!

00:08:39: Ja, das muss kurz bevor ich drei geworden bin gebissen sein...

00:08:42: Da kannst du dich aber nicht

00:08:44: drinnen.

00:08:45: vom Erzählenheit von meinen Großeltern, dass ich irgendwie auch gefragt habe fortwährend bin.

00:08:49: Ich bin jetzt hier im Urlaub also ich wusste natürlich nicht so richtig wo ist mein Zuhause?

00:08:54: Also physisch betrachtet.

00:08:57: Ich hatte zwar das Glück meine Großeldern von beiden Seiten irgendwie zu haben, auch wenn die einen sich dann trennten und ich zu meinem Opa mütterlicherseits keinen Kontakt mehr hatte aber ich hatte das Privileg einfach noch von beiden Seite Großelternteil und Urgroßeltern zu haben federlicherseits auch noch sehr lange.

00:09:11: Das ist im Prinzip ein Dorf was wir schon hatten Was aber halt auch keine Mutter ersetzt.

00:09:15: Das ist einfach noch mal eine andere Ebene.

00:09:18: Das heißt, als kleines Kind... ...wurdest du krass einfach viel rumgereicht?

00:09:24: Genau!

00:09:24: Es war

00:09:25: einfach so.

00:09:25: wer kann sie nehmen?

00:09:26: Wer kann gerade aufpassen?

00:09:28: Genau.

00:09:29: also ein großes Interesse auch natürlich seitens der Großeltern-Teile von allen was ja schön ist.

00:09:34: Ich denke aber für ein kleines kind das ich jetzt auch ein Stück weit nachvollziehen kann, denn ich hab halt ein kleites Kind, was drei Jahre alt ist super viel Unruhe.

00:09:41: Also das würde überhaupt nicht funktionieren.

00:09:43: klar.

00:09:43: irgendwie

00:09:44: Kann man sich eigentlich

00:09:45: fast

00:09:45: gar nicht vorstellen.

00:09:46: Kinder

00:09:46: passen sich natürlich ein Stück weit an, aber das würde ich meinem Kind nicht abverlangen wollen.

00:09:51: Das ist ja eher der Punkt so.

00:09:52: Also selbst wenn mich dazu entscheide viel zu reisen oder oder möchte ich trotzdem irgendwie eine gewisse Regelmäßigkeit darin haben?

00:10:00: Hattest du denn ne Bezugsperson in der Zeit?

00:10:04: Kannst du dich daran erinnern?

00:10:05: Schwierige

00:10:05: Frage also.

00:10:05: ich glaube schon dass die Mutter meiner Mutter meine Oma mütterlicher seid ein sehr wichtiger Mensch auch für mich war und auch noch ein paar Jahre blieb.

00:10:16: Auch allein von Bildern, also ganz häufig sieht es dann eher so aus als wäre das meine Mutter.

00:10:20: Also dieses Gefühl von, dass das so mein Ersatz-Mutter auch ganz lange gewesen ist.

00:10:24: Ich glaube, das war ein sehr, sehr enges Verhältnis.

00:10:28: Okay, und dann bist du ... seit ihr dann als du drei warst ungefähr seid ihr dann also in die Nähe von Kassel gezogen?

00:10:33: Genau sozusagen wieder zurück weil da... Als ich

00:10:35: gewohnt

00:10:35: wurde haben wir da gelebt und da ging's jetzt wieder zurück aber eben Mit meinem Vater und nicht mit meiner Mutter.

00:10:39: Und deine Mutter ist dann in Berlin geblieben oder beziehungsweise worldwide?

00:10:42: Genau,

00:10:42: weltweit aber vorrangig Berlin und danach mit ihrem neuen Partner entsprechend.

00:10:46: Okay... Wie war die Beziehung zu deiner Mutter?

00:10:50: Habt ihr euch dann regelmäßig gesehen?

00:10:52: Hat sie sich bei dir gemeldet?

00:10:54: wie war das?

00:10:54: Die Frage musste ich tatsächlich auch weitergeben weil ich mich absolut nicht erinnern kann und mir wurde im Prinzip erzählt dass Es ist keine großartigen Bemühungen, seitens meiner Mutter gab mich zu sehen.

00:11:03: Also kein Nachfragen oder ähnliches sondern eher andersherum das halt mein Vater beziehungsweise vorrangig meine Großeltern väterlicherseits mich nach Berlin gefahren haben.

00:11:12: also in meiner Erinnerung kann ich nicht zuordnen wie alt ich war aber haben wir uns oft am zoologischen Garten getroffen und dann kam meine Mutter mit ihrem Partner da eben an Und meine Großaltern standen da und dann halt so hier.

00:11:22: Das ist dein Kind immer ein kurzer Einblick.

00:11:24: So jetzt ist Gina weil sie nicht dann vier Hier ist Gina sechs nur getroffen haben, mal sozusagen ein bisschen Kaffee getrunken haben und wir uns dann halt kurz gesehen haben.

00:11:33: Also immer wieder so kleine Einblicke.

00:11:35: Ich erinnere mich nicht daran dass ich in dem Zeitraum irgendwie bei ihr geschlafen hätte kann mich natürlich irren keine Erinnerung aber auf jeden Fall ist klar.

00:11:42: also dieses Gefühl von Immer wieder hinterher laufen dieser Frau immer wieder hinter her zu laufen immer wieder irgendwie so einen kleinen Finger zu bekommen.

00:11:49: So ah ja jetzt habe ich sie kurz gesehen oder so.

00:11:52: Und das halt auch.

00:11:52: was für ein unglaublicher Aufwand.

00:11:54: Mein Großvater war voll berufstätig, selbstständig und hat es immer wieder ermöglicht.

00:11:59: Was auch dahinter steckt und ist mir heute erst bewusst geworden, dass das einfach an Ressourcen, Zeit und so weiter alles von allen abverlangte außer von ihr letztlich.

00:12:08: Kannst du dich noch an die Begegnung erinnern?

00:12:10: So etwas wie... Oft ist es ja so wenn die Mama das Kind quasi erblickt oder das Kind die Mutter dann gibt es dieses Ah da bist du ja!

00:12:20: Hattet ihr das auch oder...?

00:12:21: Kannst du dich daran erinnern?

00:12:22: Unwohl

00:12:22: sein.

00:12:23: Also wirklich, wenn ich mich zurückerinnere ist ja so ein emotionales Gedächtnis letztlich.

00:12:27: Aber an jede Situation, an die ich denke war es keine Erleichterung dieses Euchfall in die Arme meiner Mutter sondern unwohl sein.

00:12:34: Ich kann das nicht einordnen.

00:12:35: wie fühle ich mich denn jetzt diese Person zu sehen zu der ich gar keinen richtigen Bezug habe?

00:12:40: also auch dieser Begriff Mama War für mich ganz schwierig zu fassen.

00:12:45: Es war dann nichts und da ist sie ja.

00:12:46: Sondern meine Mutter war halt auch sehr Ja extravertiert oder extravagant, wie auch immer das zu nennen ist.

00:12:56: Sie ist aufgefallen und das war mir vielfach auch sehr unangenehm.

00:13:00: So fashionmäßig?

00:13:01: Ja

00:13:02: aber so...

00:13:03: Oder in ihrer Körperbewegung?

00:13:05: Ja

00:13:05: generell einfach sehr viel Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und dass der Fokus gar nicht bei mir war.

00:13:12: Und das schon merklich als Kind einfach, es drehte sich halt alles um sie.

00:13:17: Also selbst der Moment, das Wiedersehens war für sie eine Bühne.

00:13:23: Und dann aber immer mit so einem Wording verbunden mein hübscher Engel.

00:13:30: Heutzutage auch das

00:13:31: Wort Hübsch!

00:13:32: Ich

00:13:32: kann es jetzt einordnen.

00:13:33: Aber eine ganz lange Zeit bestimmte Begrifflichkeiten die ich jetzt ganz klar mit ihr in Assoziation bringen kann Hübsch und Engel.

00:13:40: Und halt viel dieses Äußere beschreiben, ne?

00:13:44: Auch mein Kind ist ja so mutig und stark und kreativ, sondern hat wirklich immer rein dieses äußere Deine Höllabend.

00:13:50: Du bist doch ein hübscher Engel!

00:13:52: Mein hübster Engel kommt doch mal

00:13:53: her... ...mein Schmuck

00:13:54: Ja.

00:13:57: Wie wurde dir das denn erklärt, dass deiner Mutter nicht da war in deinem Leben?

00:14:02: oder habt ihr darüber gesprochen?

00:14:03: Das ist halt auch so'n Punkt.

00:14:04: Das frage ich mich auch fortwährend dieses kam das überhaupt zur Sprache,

00:14:09: hat

00:14:10: mit mir jemand darüber gesprochen.

00:14:11: Hat mich jemand aufgefangen im Sinne von nicht nur ermöglicht dass wir uns sehen?

00:14:15: wo ich jetzt rückblickend sage hättet ihr auch gut lassen können so hätte ich.

00:14:18: vielleicht wäre mir besser ergangen wenn nicht klar.

00:14:22: haben sie es irgendwie positiv gesehen?

00:14:24: meine Großeltern dachten hey ein Kind komplett ohne Mutter ist irgendwie und die haben viel von ihr gehalten auch lange Zeit.

00:14:31: aber Ich erinnere mich nicht an Gespräch.

00:14:33: auch auf dem Weg wenn ich mir vorstelle ist zum Auto mit meinen Großeldern oder im Zug

00:14:36: Ja, das muss man doch vorbereiten.

00:14:38: Wie wurde das denn begleitet?

00:14:40: und auch seitens meines Vaters?

00:14:41: Der war nicht dabei!

00:14:42: Also ich kann mich dann nicht einmal erinnern, dass mein Vater mitgefahren wäre.

00:14:45: Ich denke es waren immer meine Großeltern als ich keine Erinnerung habe, dass meinen Vater da involviert gewesen wäre.

00:14:50: Und auch wenn sich zurückkam zum Beispiel nach Hause, dass da irgendwie großartig gefragt wurde... Was habt ihr gemacht?

00:14:57: wie hast du dich dabei gefühlt?

00:14:59: Wie geht's dir gerade?

00:15:00: Möchtest Du wieder hin zurück?

00:15:01: Genau, möchtest du wiederhin zurück?

00:15:04: kann ich mich nicht daran erinnern.

00:15:05: Das einzige, woran ich mich definitiv erinnere und was auch nachgefragt habe ist damals die damalige Freundin meines Vaters hat darauf hingewiesen Gina es jedes mal anders wenn sie von ihrer Mutter kommt ist sie wie ein anderes Kind so komplett Gehirnwäsche.

00:15:18: also sieht teilweise auch anders aus wenn meine Mutter mich ja dann noch eingekleidet hat beispielsweise oder mir irgendwelche Strähnchen in die Haare gemacht hat oder irgendwelcher der.

00:15:25: Ich sah anders aus vom äußeren aber ich hab mich auch anders verhalten Und das war grundsätzlich auch etwas, was ich als Kind viel gemacht habe.

00:15:32: Ich hab mich in meinem Umfeld halt angepasst also nicht nur im erwachsenen Umfeld auch man hat gemerkt mit welchen Freundinnen ich viel zu tun hatte weil ich das Wording sehr schnell übernommen habe.

00:15:40: bis heute merke ich es teilweise nicht mehr ganz so krass aber an Stellen dieses Überangepasst sein dann auch nur um einfach sich einzufügen

00:15:49: Ja ja verstehe Musstest du ja auch schon von früh an.

00:15:52: So, wir sind jetzt hier.

00:15:53: Passt dich an!

00:15:54: Genau weil ich dadurch das sich immer zu verschieden... Also Menschen natürlich waren Bezugsperson in dem Sinne und auch Familie in dem Sinn Aber trotzdem immer eine andere Erwartungshaltung und...

00:16:03: Ja, auch neue Umgebungsstrukturen.

00:16:05: Da bist du hier im Kindergarten oder in der Schule.

00:16:09: wahrscheinlich hattest du das da auch?

00:16:11: Genau

00:16:11: zum Beispiel als ich da war, ja dann auch an der Teil zwei, dass mich meine Großeltern dort versucht haben, in die Krippe einzugewinnen.

00:16:16: Das wurde mir dann auch erzählt.

00:16:17: Dass es aber nicht gut funktioniert hat.

00:16:19: Wo ich denke, klar also ich mein ist es toll liebende Großeldern zu haben.

00:16:24: Aber dass dann ein Eingewöhnungsprozess nochmal anders ist, als wenn Elternteil dabei ist

00:16:28: Ja, vor allem wahrscheinlich auch mit dem Hinblick darauf dass die ja da hätten da sein können.

00:16:32: Das ist ja

00:16:33: auch die Frage.

00:16:34: Also ich meine mein Opa war berufstätig, meine Oma nicht und dann haben sie aber ja wollten Sie mich halt da irgendwie eingewöhnen was ja auch total verwirrend ist und super anstrengend.

00:16:43: also was für ein Stresspegel auch für mich die jetzt bei meinen Großeltern ist und dann noch dort irgendwie eine Eingewinnungsphase gebracht wird.

00:16:50: Toll!

00:16:50: Also wenn ich an die Eingwinnung jetzt mit meinem Kind denke das hat mich echt viel gekostet Nicht nur Nerven, also das war echt schmerzhaft teilweise.

00:16:57: Das ist

00:16:57: ganz schwierig und es musste halt sein.

00:16:59: Hätte es anders sein können hätte ich das gewählt so.

00:17:02: Ja klar, es klingt ein bisschen wie der einfachere Weg.

00:17:06: Und dass quasi ungefähr bis du sieben warst glaube ich, hast du erzählt?

00:17:09: Genau!

00:17:11: Ja, ich kann es leider zeitlich nicht mehr ganz so einordnen.

00:17:14: Aber dann kommen halt bewusstere Erinnerungen, sag' ich mal.

00:17:17: Dass wenn ich nach Berlin gekommen bin was wir unternommen haben oder dass meine Mutter beispielsweise auch mal in Kassel dann halt war... Ich weiß nicht genau was wir gemacht haben und zwar noch wirklich teilweise Stunden, teilweise dann irgendwie ein zwei drei Tage oder sowas war nie lange Zeitspannend.

00:17:31: Dann

00:17:31: hast du... Wenn du in Berlin warst, sorry das ist die Unterbreche.

00:17:35: Zwei-drei Tage, dann hast du auch bei übernachtet?

00:17:37: Auch eine Sache an die ich mich nicht komplett erinnere.

00:17:39: also ich weiß Von einigen Situationen, da weiß ich zum Beispiel... Da gibt es Fotos von deswegen.

00:17:45: Ich habe so ein bisschen fotografisches Gedächtnis also ich sehe gerade dieses Foto vor mir.

00:17:49: Da war meine Mutter super krank!

00:17:51: Also das weiß ich noch dass sie ganz ganz ungesund aussah und ich mehr extreme Sorgen auch gemacht hab, da war vielleicht acht oder sowas dort in der Wohnung zu sein, da habe ich dann auch geschlafen ja aber ansonsten weiß ich das gar nicht genau weil meine Tante federlicherseits wohnt halt auch in Berlin.

00:18:11: oder ob wir irgendwo anders geschlafen haben, ich weiß es gar nicht mehr so genau.

00:18:18: Krass ey!

00:18:20: Und hast du denn doch... also du spürst so eine Lehre?

00:18:25: Oder einen Schmerz weil die diese Erinnerungen fehlen an sich?

00:18:28: Mittlerweile nicht mehr.

00:18:30: Also ich muss ja auch sagen Ich habe sehr sehr viel gearbeitet im Kontext Therapie auch als ich zwei Langzeittherapien gemacht wo natürlich das auch zu Sprache kam.

00:18:40: Wo ich auch gefragt habe, warum ist das so?

00:18:42: Warum hab' ich keine Erinnerung?

00:18:43: Ist es normal?

00:18:44: Ist bei allen Menschen so?

00:18:46: Gibt ja eine unterschiedliche Ausprägung, je nachdem wie ein Leben verlaufen ist und so weiter... Und ich habe einfach gelernt dass sich nicht alles wissen muss!

00:18:53: Das natürlich meinen Hürn mich auch de facto schützt vor einigen Erinnerungen weil die schwere Anstellen kann man ja auch nicht tragen.

00:19:01: Also ich hatte zum Beispiel gerade letztens erst wieder eine Situation, weil ich halt fast forward einfach Flashbacks hab noch von verschiedenen Situationen.

00:19:09: Und das hatte jetzt grade um Weihnachten rum letztes Jahr beispielsweise.

00:19:12: Dass ich gemerkt habe diese konkrete Situation von der träume ich jetzt ständig die hält mich wach Ich kriege die ganze Zeit Flashbacks.

00:19:18: Ich kann es mittlerweile ganz gut kontrollieren klingt immer so schwer aber muss ja einfach sein.

00:19:23: Ich bin Mutter und ich habe einen Alltag den ich zu bewerkstelligen habe.

00:19:27: wie gehe ich mit Flashbacks um?

00:19:29: Extrem wenig geschlafen, hat meinen Therapeuten angerufen und gesagt hier Situation X. Wir müssen darüber sprechen wir müssen uns jetzt diese Situation konkret widmen.

00:19:37: ich bin hingegangen habe gesagt Wir müssen rausfinden was da passiert ist.

00:19:40: Ich sehe immer wieder das gleiche Bild.

00:19:41: ich sehe die involvierten Personen aber ich kann es nicht rekonstruieren.

00:19:44: Das hat mich wahnsinnig gemacht.

00:19:45: ich lag nachts wach Und das ist nicht das erste mal hab versucht zu rekonstrieren zu rekconstruieren.

00:19:50: er gesagt Gina dass ist nicht notwendig.

00:19:54: wir gucken uns die situation an Aber nicht, weil wir an Detail wissen müssen was passiert ist.

00:19:59: Sondern weil wir dein assoziates Gefühl auflösen müssen.

00:20:01: Wir müssen erreichen dass es dir damit gut geht Nicht zu Wissen und loszulassen.

00:20:06: Und das hat geklappt!

00:20:07: Zwei Sitzungen super hart.

00:20:09: Es ist halt Traumatherapie.

00:20:11: Das ist aber gut als Tool einfach zu haben noch bis heute auch einfach mal den Impact zu sehen.

00:20:16: Ich bin thirty vier Jahre alt.

00:20:17: ich arbeite noch Heute Situationen ab die

00:20:22: Das heißt du kannst dich an Gefühle erinnern, aber es sind keine klaren Erinnerungen.

00:20:26: Du hast keine Filme im Kopf oder du hast welche nur so stuckelhaft.

00:20:30: Genau wie als ob du so ein

00:20:31: Foto

00:20:31: siehst wo aber ein bisschen was blöd ist

00:20:34: also

00:20:34: wo ein Teil einfach nicht zu sehen ist.

00:20:35: ich sehe aber die Tasse und genau was auf der Tasse drauf ist ganz ganz detailhaft.

00:20:40: Aber bestimmte Bereiche sind Blödsung Und das ist einerseits ein emotionales Gedächtnis Wie fühle ich mich, aber auch ein Körpergedächtnis.

00:20:48: Wo tut es mir im Körper weh?

00:20:50: Sowas was man ja auch mit kleinen Kindern machte wo spürst du deine Wut?

00:20:53: und das auch mich selber zu fragen.

00:20:55: also habe Ich auch gelernt wo?

00:20:56: wo spüre ich dass im körper?

00:20:57: und wie kann ich es rauslassen?

00:21:01: Und dann warst du sieben Jahre alt oder sagen wir mal acht und Dann Komm Ja Bewusstere Erinnerung Genau Magst Du Davon Mal Was erzählen.

00:21:08: Ja, ich habe tatsächlich natürlich die letzten Wochen mich bewusst damit auseinandergesetzt.

00:21:12: Normalerweise hast du ja nicht so die Erinnerungen alle parat.

00:21:15: aber ich hab zum Beispiel auch meine Mutter mal mit einer Freundin zusammen besucht damals mit einer sehr engen Freundin und da gab es halt fortwährend Situation selbst vor meiner Freundin dass meine Mutter nicht darüber nachgedacht hat was uns vielleicht Spaß machen könnte wenn wir in Berlin sind sondern so dieses Ich hab jetzt ein paar Stunden frei!

00:21:32: Ich habe jetzt Freizeit und wir machen jetzt das Ob wir da Lust drauf hatten?

00:21:36: Also, wenn ich mit einer Freundin da war was nicht oft vorkam dann vielleicht noch so ein bisschen den Schein bewahren.

00:21:41: Ich bin eine ganz tolle Mutter und ich bin ja ganz fancy.

00:21:43: also meine Mutter war ja auch in der Musikindustrie tätig Und hat das natürlich dann auch immer instrumentalisiert.

00:21:50: Also was sie nicht für ne großartige talentierte Frau ist Und hat dann halt so eine Glitzerwelt natürlich geöffnet auf einer Art, die ich großartig fand.

00:21:59: Weil da konnte ich ja antworten und meinen Freundinnen erzählen wie

00:22:03: cool

00:22:03: meine Mutter ist.

00:22:04: Die ist zwar nie da, keiner kennt sie aber die macht Sachen, die macht kein anderes Elternteil bei euch.

00:22:10: Wie traurig.

00:22:11: also rückblickend wie traurige.

00:22:12: und dieses Ja diese diese Fassade hochzuziehen habe ich daher begonnen.

00:22:17: in der Grundschulzeit.

00:22:19: Zu dem Zeitpunkt hat meine Mutter mir auch noch, ich glaub zum Geburtstag zu Weihnachten so Pakete geschickt.

00:22:23: Und irgendwelchen ganz, ganz fancy Sachen aus Berlin.

00:22:26: Das war das einzige was ich hatte!

00:22:28: Ich konnte mich nur darauf berufen, oh dieses Paket kam und da war halt irgendwas cooles drin.

00:22:32: und da hat sie sich auch wirklich Mühe gemacht muss ich rückblickend sagen, sehr da... Ganz kunstvoll irgendwelche Karten selbst gebastelt und beschrieben und dann war ich halt ja das hat etwas mit mir gemacht.

00:22:42: Damit konnte ich angeben, ne?

00:22:44: Ja, das konntest du dann für dich leider nutzen.

00:22:46: Hey Muttertag!

00:22:47: So ja und deine... also interessanterweise wurde ich es auch nicht oft gefragt.

00:22:51: Also ich meine zu dem Zeitpunkt hatte mein Vater noch eine Freundin, hat er jetzt auch wieder aber eine andere.

00:22:57: Die habe ich auch zeitweise Mama genannt, auch ein interessanter Punkt.

00:22:59: Das war die einzige Frau, die ich dann zeitweise Mama genannt habe.

00:23:02: Weil ich hab' ja gesucht gerade in der Grundschulzeit, hab' ich ja versucht irgendwie mich zu identifizieren, irgendwie einen Verständnis für Mutterschaft aufzubringen weil ich habe das bei den anderen Menschen ja überall gesehen Alle meine Klassenkamerad innen und so weiter, wenn ich da zu Hause war.

00:23:16: Viel sorgliche Mütter auch nicht alle natürlich aber es war keine Mutter abwesend komplett abwäsend.

00:23:22: Abwesende Mutter ist einfach super selten gibt's

00:23:24: einfach.

00:23:24: Genau in unserer Gesellschaft ist das halt ein Phänomen was nicht so häufig vorkommt.

00:23:29: Und ja aber einfach vorrangig.

00:23:32: also da hab' ich schon gemerkt Es geht halt einfach nicht um mich als Kind.

00:23:35: Es geht darum was meiner Mutter möchte Auch wenn ich dort bin Gehts nicht darum was für mich vielleicht ein Event wäre oder eine Unternehmung die halt kindgerecht wäre.

00:23:43: Sondern was möchte sie?

00:23:44: Auch diese Pakete, klingt ja auch eher so wie... Und dann zeig mal bitte deinen Leuten.

00:23:48: Wie toll ich bin!

00:23:49: Genau.

00:23:49: und dann aber nie Unterhalt zahlen.

00:23:53: Also nur Sie waren eine Zeit lang wirklich sehr gut situiert.

00:23:57: Nie Unterhalt zu zahlen und mein Vater hatte... Ich will es vielleicht nicht doch, doch ich nenn's einfach Angst.

00:24:03: Angst sich mit ihr auseinanderzusetzen.

00:24:05: Wie oft ich gefragt habe warum hast du nichts gemacht?

00:24:07: wir wussten doch wo sie ist.

00:24:08: das kann noch nicht sein dass sie und es geht nicht immer alles um Geld, aber de facto was meine Großeltern kompensieren mussten.

00:24:16: Also nicht nur auf finanzieller Ebene sondern auch allen auf emotionaler Ebene also auf allen vorstellbaren Ebenen haben Sie alles kompenseriert!

00:24:24: Hast du mit denen eigentlich mal darüber gesprochen nochmal?

00:24:27: Also mein Opa ist leider verstorben im Jahr zwei tausend neunzehn.

00:24:29: das war würde ich auch sagen so meiner engste Bezugsperson.

00:24:33: Meine Oma lebt noch, aber er ist auch schon Dement, ist ein Altersheim.

00:24:39: Mein Opa hat so viel von meiner Mutter gehalten.

00:24:43: Und irgendwie konnte ich ihm diese Illusion auch nicht nehmen auf eine Art?

00:24:46: Also, ich konnte mit ihm über alles sprechen und er hatte ein komplettes Interesse an mir ... An meinen Interessen, an meinem Leben wirklich.

00:24:53: Der hat sich sehr, sehr viel Mühe gemacht und war immer dabei!

00:24:56: Er war bei jedem meiner Auftritte.

00:24:57: Er hat mich zweimal die Woche zum Kampfsport gefahren also da habe ich Erinnerungen dran aber da konnte ich mit ihm nicht so richtig drüber sprechen.

00:25:05: Er hatte mich zwar immer angeschaut in meine Augen geschaut und gesagt hey Schau mir in die Augen.

00:25:08: Wie geht's dir wirklich?

00:25:10: Also bis zuletzt ... Aber das hab ich irgendwie nicht übers Herz gebracht, ihm die Illusion zu nehmen.

00:25:17: einerseits und meiner Oma habe ich schon drüber gesprochen.

00:25:20: aber kennst du dieses Phänomen dass Menschen das halt einfach nicht hören wollen weil es passt halt nicht zur ihrer Geschichte?

00:25:28: auch einfach und es ist zu schmerzhaft weil es jetzt halt schon vergangen man kanns nicht mehr ändern Und ich hätte mir gewünscht, dass ich mit irgendjemandem hätte drüber sprechen können.

00:25:37: Das war ja auch nie der Fall!

00:25:39: Ja ist wahrscheinlich auch ein großes Thema.

00:25:40: Charme ne?

00:25:41: Ja absolut.

00:25:42: und sich selbst die Schuld für Dinge zu geben.

00:25:44: aber dabei wird halt vergessen das es nicht um Schuld geht sondern einfach um Präsenz also um einen da sein.

00:25:52: Also ich brauche ja nicht Lösungen für all die Dinge Es gibt auch keine Lösungen.

00:25:55: Dinge sind einfach passiert.

00:25:56: Aber was ich braue ist halt einfach ein Standing zu sagen Das ist dir passiert, so geht es dir damit.

00:26:03: Ich höre dir zu ich muss mich nicht entschuldigen bei dir.

00:26:08: Ich meine wäre natürlich auch eine Option zu sagen hey es wurde realisiert dass das vielleicht nicht der beste Weg war und wir hätten dich bewahren können vor Dingen

00:26:15: Und es tut uns leid oder

00:26:17: zumindest einfach das anzuerkennen.

00:26:20: Aber diese Invalidierung teilweise auch wenn ich versucht habe im Kleinen zu sagen ja aber Es ist nicht immer so schön mit ihr usw.

00:26:28: Oder dass ich meinem Vater ein einziges Mal weiß, ich hatte relativ frühen Handy tatsächlich mit neun.

00:26:33: Weil ich halt einfach teilweise schon alleine nach Berlin gefahren bin.

00:26:35: So einen Klappteil

00:26:36: oder was?

00:26:36: Genau so ein Klappeils und Samsung oder so... weil ich einfach viel unterwegs war also viele Hobbys und immer irgendwie Kampfsport und tanzen und singen und ich war einfach sehr sehr viel unterwegs Und hab dann eine SMS geschrieben, weiß ich noch meinen Vater damals?

00:26:50: Ich will nie wieder zu dieser Frau Wie

00:26:51: alt warst du da?

00:26:53: Oh, da muss ich schon ein Ticken älter gewesen sein.

00:26:55: Vielleicht dreizehn, vierzehn oder sowas?

00:26:56: Aber ich hab einmal ... Als ich bei meiner Mutter war das ganz bewusst konkret formuliert und auch da gab's nicht so'n richtiges Rückfragen als ich dann zurückkam also... Das

00:27:06: war einfach so.

00:27:06: ja sie hat jetzt geschrieben aber können wir jetzt eh nicht realisieren!

00:27:08: Sich hinzusetzen

00:27:09: sich hin zu setzen und zu sagen hey pass auf.

00:27:12: Und Ich meine natürlich als Kind hoffst du Die Hoffnung endet nie.

00:27:17: Du hoffest dass sich die Mutter der Vater ändert Du gibst so viele Chancen, bis du dich selber verlierst fast.

00:27:26: Und ich hab natürlich immer gehofft ... Ich habe halt all diese Traumatschungen zu denen sind wir ja noch nicht mal in Detail gekommen.

00:27:32: Diese ganzen Erlebnisse im Prinzip weggesteckt ne?

00:27:34: Ich hatte einen Ortswechsel und mit dem Ortswechsel weggeschoben!

00:27:37: Das war wie wirklich so ein... Jetzt bin ich wieder zurück.

00:27:40: okay vergessen next.

00:27:41: und dann wieder hoffen wann sehe ich sie wieder?

00:27:43: Okay, next.

00:27:44: Aber auch immer diese Hoffnung damit verbunden, das nächste Mal ist es bestimmt besser, das nächstes mal ist es schön und blieb zu mir.

00:27:49: Das nächste Mal geht's ein Stück weit mehr um mich.

00:27:51: Das nächsten Mal fragt sie mich, wie's mir geht?

00:27:54: Hätte ich natürlich ... Also hoffentlich hätte ich erzählt was eigentlich so passiert ist.

00:28:01: Und hätte dann jemand gesagt du darfst nie wieder zu deiner Mutter.

00:28:04: Hätt ich ja nie wieder zur ihr gekonnt.

00:28:06: Ich hätte einen neuen Versuch unternehmen können, zu hoffen dass es besser wird.

00:28:11: Ja Also das ist auch die Erklärung von meinem Vater beispielsweise.

00:28:18: Wenn du es gesagt hättest, dann hätten wir dir ja untersagt dass du dahin gehst.

00:28:22: aber ich frag mich an der Stelle natürlich trotzdem Ein Elternteil kennt dich im Idealfall doch

00:28:27: gut.

00:28:27: Ja, es ist ja im Endeffekt auch ein Missbrauch ne?

00:28:30: Was deine Mutter da schon einmal mit dir gemacht hat und dann so die Augen zu verschließen ist einfach leider eine Mittäterschaft

00:28:38: im EndeFFekt.

00:28:38: Ja eben!

00:28:38: Und das ist halt so... Es geht ja gar nicht darum Fingerpointing zu betreiben und heutzutage zu sagen

00:28:44: Hättest du

00:28:45: und so weiter und sofort.

00:28:46: aber hör mir doch zu Erkenne doch an wie ich mich fühle dass ich das artikulieren kann.

00:28:52: Das ist ja auch ein Vorteil, Menschen tragen es teilweise bis an ihr Lebensende mit sich und haben das nie artikultiert.

00:28:57: wie schlimm also wie man auch krank wird davon und mich hat's auch kranken gemacht auf jeden Fall Ich hatte schlimmste Depressionen auch während meiner Jugend.

00:29:04: schon sehr sehr früh Habt das natürlich selber nicht verstanden was mit mir passiert.

00:29:08: weil nach außen hin hätte niemand auch heute Was denkst du wie oft dich den Spruch gehört habt?

00:29:11: Das sieht man dir aber gar nicht an.

00:29:13: Aber du wirkst doch so selbstbewusst und so glücklich und es läuft doch bei dir alles.

00:29:16: Aber was ist der Preis?

00:29:18: Ja und vor allem depressionen kann man auch einfach nicht sehen.

00:29:20: sorry

00:29:20: Genau, Depression einerseits und auch wie ist es denn hinter der Fassade?

00:29:24: Weil bei mir ging's immer in Richtung so... Du bist arrogant.

00:29:27: Nein ich schütze mich extrem!

00:29:30: So du lässt niemanden an dich ran.

00:29:32: ja das gibt Gründe dafür aber das kann ja kein dreizehn- vierzenfünftzehnjähriger Mensch verstehen.

00:29:37: also wie sollte ich jemandem in dem Alter wirklich sagen was mir passiert wenn schon keine erwachsene Person mit mir darüber spricht wie denn dann meine Freundinnen?

00:29:46: Ja, man kann das ja auch nicht einordnen.

00:29:47: Kann ich mir vorstellen?

00:29:48: Überhaupt nicht!

00:29:49: Du hast ja Sachen erlebt wahrscheinlich... ...die dir dann passiert sind.

00:29:52: in dem Moment bist du ja völlig durcheinander weil ich meine selbst mit dreizehn vierzehn fünfzehn sechszehn siebzehn erwartet man ja eigentlich von der älteren Person und der Mutter in dem Fall dass die Rücksichtnahme mitbringt und dass sie auf dich aufpasst und dass Sie die Erwachsene ist.

00:30:10: aber es war ja eine komplette Umdrehung.

00:30:15: Also, die wurde ja deine Kindheit einfach in dem Moment dann entzogen.

00:30:18: Dein Kindsein!

00:30:19: Ja vor allem mir wurde nicht nur von meiner Mutter auch von ihrer Mutter.

00:30:21: es wurden dann so Auflagen gemacht ich war glaube ich neun oder so.

00:30:25: also wie eine Frau zu sein hat auch immer daran gekoppelt.

00:30:28: weil einerseits ist ja dieses ambivalente auch einerseits ein sehr ausgeprägter Männerhass seitens meiner Mutter und meiner Oma Männer, am liebsten hast du gleich fünf.

00:30:38: Einen dafür, einen dafür... Also so richtig unemotional berechnend?

00:30:43: Berechnend ich werde mich wiederholen, berechnet ist so ein Wort ja was auf jeden Fall meine Mutter sehr geprägt hat beziehungsweise mich geprägte hat.

00:30:52: Einerseits ja völlige Abwertung von Männern andererseits völlig abhängigkeit immer einem Mann an der seite zu haben mindestens einen muss man auch dazu sagen.

00:31:01: Auch etwas das mich natürlich extrem beeinflusst hat.

00:31:03: aber nochmal zurückzukommen zudem Ich habe meine Mutter dann besucht und dann gab es zum Beispiel eine Situation, die ich gerne erzählen würde.

00:31:09: Und das ist ne Lapalie im Gegensatz zu dem was noch so folgte.

00:31:12: aber wir sitzen im Auto.

00:31:15: Das war ein SUV, wie gesagt war in der Zeit lang relativ gut situiert.

00:31:18: da war sie auch mit einem Musiker gerade liert den ich sehr gern mochte.

00:31:21: er war deutlich jünger auch immer so einen Phänomen.

00:31:22: meine Mutter hatte deutlich Jüngere Partner meistens mehrere gleichzeitig die ich dann auch kennenlernte in der Kürze der Zeit.

00:31:29: Das muss man sich halt auch mal vorstellen, dass ich dann irgendwie so kurz da war und zwischengeparkt wurde.

00:31:33: Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation, Waren wir bei jemandem zu Hause und ich sollte mit einem weißen Kaninchen spielen.

00:31:40: Also meine Erinnerung, das ist natürlich eine subjektive Erinnerungen aber dieses Geparkt sein in einem Raum Ich gehe mal kurz mit dem und dem nach nebenan Und dann eine gewisse Geräuschkulisse die damit einhergehen oder ähnliches Die man also als Kind sich nicht einordnen lässt.

00:31:53: Aber

00:31:53: du bist trotzdem verwirrt.

00:31:54: Genau

00:31:55: natürlich verwirrten auch dieses immer geparkt werden Während ich doch nur so einen begrenzten Zeitraum mit ihr überhaupt verbringe.

00:32:01: Genau was ich erzählen wollte.

00:32:02: Wir sitzen in diesem Auto Ich bin da.

00:32:04: Sie war sichtlich auch meist sehr angespannt, wenn ich da war.

00:32:06: Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie irgendwie entspannt ist und sehr freudig.

00:32:10: Viel gespielte Emotionalität auf eine Art... Und eigentlich ja es kann natürlich sein ... Auch jetzt ne?

00:32:16: Ich verfalle wieder in dieses Muster.

00:32:18: Ach, sie hat bestimmt viel gearbeitet!

00:32:20: Das

00:32:20: war ja auch nur ihre Story of her life, sie war halt irgendwie krank und viel geararbeitet.

00:32:24: Und dann sagt sie halt, sie möchte in diese FKK-Termine gehen.

00:32:32: Frühpobert her, also auch einfach noch sehr jung.

00:32:35: Und das wurde bei uns nicht so gelebt.

00:32:37: Also

00:32:38: ich kannte es gar nicht genau.

00:32:41: und

00:32:41: dann meinte selbst ihr damaliger Partner zu ihr bist du sicher?

00:32:44: Dass er auch eine jüngere Schwester hatte und sich sehr gut damit reinversetzen konnte wie ich mich fühlen muss weil ich glaube im ähnlichen Alter wie sein Schwester war und dann schon zu ihr meinte Denkst du, das ist jetzt das Richtige?

00:32:55: Das mit deiner Tochter zu machen.

00:32:57: Und sie ihn gleich wieder... dich fragt keiner nach deiner Meinung und so weiter.

00:33:01: Wir gehen dahin!

00:33:02: Ich hab frei!

00:33:03: Oh weißt du wie ich mich gefühlt habe in dieser

00:33:05: Thermo?!

00:33:06: Ich hab halt meine Unterwäsche angelassen.

00:33:08: Was man nicht durfte.

00:33:08: Ich wurde dann vor Ort auch noch ermahnt.

00:33:10: Das weiß ich nur weil ich hatte halt meine unterwäsche angelassen Bademantel drüber und saß da und hat mich total geickelt.

00:33:15: Weil was meiner Mutter halt auch immer wieder gemacht hat, ist dieses zur Schaustellen sich zur Schausstellen.

00:33:19: Sie hat sicher auch die Brüste machen lassen usw.. Und sie hat es vollends genossen.

00:33:25: Also du solltest zugucken,

00:33:26: wie

00:33:26: sie angehimmelt wird?

00:33:27: Ich

00:33:27: fand das so ja nicht nur angehinnelt.

00:33:29: Da waren halt dann Männer mit ihrem irrigierten Glied und das war für mich unerträglich und sie dann halt sich kompletter irgendwie präsentiert usw.

00:33:41: Und ich wollte...ich habe mich so unwirkt geführt!

00:33:43: Und hab' das auch gesagt, ich will da nicht hin.

00:33:45: Ach, hab dich doch nicht so, ziehst doch einfach aus und soweit stelle ich nichts an.

00:33:50: Und das war eine kleine Situation.

00:33:51: und genau das Gleiche, als wir mal einen Urlaub zusammengeflogen sind beispielsweise wieder gleiches Prinzip unbedingt FKK Strand.

00:33:56: Ich sag bitte nicht... Ach komm!

00:33:59: Dann hat sie da auch irgendwie ne Affäre angefangen mit dem Rettungsschwimmer und ist dann immer wieder im Rettungsschwimmerhäuschen verschwunden und hat mich im Urlaub, musst du dir vorstellen in so einem Resort alleine gelassen nachts ums Party machen gegangen.

00:34:09: Da war ich was elf?

00:34:11: Ich hab zum Glück da Freundinnen gefunden Mit denen ich dann irgendwie Zeit verbracht habe, aber ich war ja nachts trotzdem allein.

00:34:17: Und auch als ich in Berlin war sie besucht hab dass die Nacht teilweise einfach gegangen aus.

00:34:22: Ja wenn ich mitkommst dann gehts ihr halt.

00:34:24: und hast du denn auch mal das angesprochen?

00:34:26: Hast Du auch mal gesagt Mama bitte geh nicht weg

00:34:28: oder so?

00:34:28: Also ich habe ihr auch im Brief schonmal geschrieben wo ich ganz klar formuliert habe dieses warum bist du nicht für mich da?

00:34:34: Warum ist dir nicht wichtig wie Ich mich fühle?

00:34:35: Warum gehst du weg?

00:34:36: Warum lässt du mich alleine?

00:34:37: also diese ganzen Fragen gestellt habe Als ich das einmal vor Ort gemacht habe, da weiß ich noch.

00:34:41: Da ging es nämlich auch darum, dass wir ausgehen sollten.

00:34:43: Ich hab mich aber nicht wohl gefühlt.

00:34:45: Ich wollte nicht immer ausgehen, ich wollte nicht das machen, worauf sie Lust hat.

00:34:50: Auch dieses...ich saß halt in Plattenfirmen rum und so weiter.

00:34:53: Und dann halt ja, lauf doch einmal durchs Haus und hol dir über eine coole CD!

00:34:56: Ohja, ich hab ne'

00:34:56: CD!".

00:34:57: Und saß da rum.

00:34:58: Sitz einfach leise darum und mach mit.

00:35:00: So, ich habe wichtige Termine.

00:35:02: Guck mal wie du hier alles kennenlernst.

00:35:04: Dann liefen die Promis ein-und-aus?

00:35:06: Das sollte dich begeistern und beeindrucken?

00:35:08: Ja aber

00:35:09: auch viel mehr Show.

00:35:10: Also vielmehr Show.

00:35:11: Ich mein kennst Du selber nass.

00:35:12: Es ist oft mehr Show als was wirklich dahinter steckt.

00:35:15: kaputte Persönlichkeiten auch in der Industrie.

00:35:18: Und das absolut nicht kindgerecht einfach überhaupt nicht!

00:35:21: Also wann haben wir was unternommen, was wirklich kindgerechts gewesen wäre?

00:35:25: Was irgendwie Spaß macht?

00:35:26: Nein ich wurde dann irgendwie in Kleider gesteckt oder irgendwas und es war einfach falsch zu zurückkommen zu diesem Abend.

00:35:34: Ich habe sie konfrontiert.

00:35:35: Ich hab an dem Abend gesagt Ich hab sie, glaub ich auch sogar angeschrien.

00:35:38: Es war wirklich so eine richtige ... Sie saß in meiner Erinnerung, sitzt auf einem Stuhl und raucht ein Zigarette.

00:35:43: Meine Mutter hat der Kette geraucht, die hat immer geraucht.

00:35:45: Sitz auf diesem Stuhle mit ihrer Zigarette... Und ich war erst im Bad und sagte her, mach dich jetzt fertig, wir wollen los!

00:35:52: Und ich komm halt raus und sag halt, ich will nicht so.

00:35:55: Ich will einfach nicht.

00:35:56: Das ist das erste Mal, dass ich so vor ihr im Prinzip den Mut gefasst habe zu sagen, ich wildes nicht.

00:36:02: Und bin ausgerastet.

00:36:03: Ich weiß noch, ich hab sogar was durch die Gegend geschmissen.

00:36:04: Oder ein Schuh oder irgendwas.

00:36:06: Die Geballte, diese ganze Frustration und Enttäuschung.

00:36:10: Alles ist so in mich hinein und es halt explodiert... ...und sie saß da und rauchte und guckte mich an.

00:36:20: Irgendwann sprang sie auf.

00:36:23: In meiner Erinnerung hat sie mir ins Gesicht geschlagen.

00:36:28: Du bist jetzt still, gehst ins Bad und machst dich fertig.

00:36:31: Dann seid ihr dahingegangen?

00:36:32: Ja!

00:36:33: Da bin ich ins Bad gegangen, hab mich fertig gemacht und dann sind wir dahingegangen.

00:36:39: Ach man, Scheiße.

00:36:40: Aber das Ding ist ... Das war ja auch ein krasser Kontext ne?

00:36:43: Die hatte ja auch ... Sie war ja zeitweise mit einem bekannten deutschen Rapper liiert kann man es nicht nennen bei den Affären.

00:36:53: aber so krass also heutzutage teilweise von bestimmten Bekannten Persönlichkeiten zu hören und sich dann daran zu erinnern dass ich da ja mit denen unterwegs war und sowas.

00:37:01: Das habe ich immer teilweise auch zum Angeben genutzt natürlich.

00:37:04: Meine Mutter war mit meinem Mutter hat mich.

00:37:06: Und jetzt denke ich mir, ich schäme mich so Gott, ich schäme mich so dafür.

00:37:11: Was ich ... mitbekommen hab als wär's meine Schuld ist es ja nicht.

00:37:16: Sie müsste sagen, oh Gott, in welche Welt habe ich mein Kind eingeführt?

00:37:23: Und dann waren wir halt dort und das war eine Art Club.

00:37:27: Ich glaub, ich war vierzehn oder fünfzehn auf jeden Fall noch keine Sechzehn.

00:37:30: Hab auch ein Glasekt bekommen und hab einfach mitgemacht.

00:37:34: Mhm.

00:37:35: Dann dachte ich mir aber... Ich bin rückblickend recht stolz auf meinen fünfzehnjähriges.

00:37:41: ich, weil ich dachte mir dann mach's Beste draus.

00:37:45: Und das ist so ein Ding was ich auch bis heute mache einfach das Beste drauf.

00:37:47: Ist jetzt richtig scheiße gelaufen X, Y und Z aber versuch irgendwas Gutes daran zu haben.

00:37:51: Hab irgendwie sucht dir etwas für dich daraus?

00:37:54: Mach irgendwas daraus!

00:37:56: Aber ich tanzen gegangen.

00:37:57: Ich hab ja hip hop getanzt früher und auch professionelle Zeit lang... ...und bin dann halt da in den Club und habe einfach alles rausgetanzt.

00:38:03: diese ganze Wut dieses ganze gefühltes Wirr war.

00:38:07: Habe ich raus getanzt Und sie stand daneben und guckte mich nur neidvoll an.

00:38:11: Sie fanden es wahrscheinlich richtig scheiße.

00:38:15: Naja, wobei!

00:38:15: Sie hätte auch sagen können das mein Schmuckstück des

00:38:18: meines Wachters.

00:38:18: Genau, das ist die Erweiterung von mir.

00:38:21: Das ist jetzt meine kleine Schwester.

00:38:23: Ich bin ja nicht die Mutter sehr aus wie die Schwester?

00:38:26: Guckt mal was sie kann... ...und dann aber wieder... Was sie

00:38:30: kann?!

00:38:31: Also so ein bisschen zu viel.

00:38:32: Genau da fing das ja an, dieses Konkurrenzverhalten auf eine Art.

00:38:37: Ja klar.

00:38:37: Irgendwann bist du zu ihrer Konkurrenz geworden, dein Körper hat sich erinnert...

00:38:40: Da haben wir auch immer die Schnittmenge!

00:38:41: Je älter ich wurde waren dann auch meine Partner in einem Alter, die für sie interessant war.

00:38:49: Und das ist ja auch so ein Wahnsinn dass du irgendwie mitbekommst, dass deine Mutter vielleicht einen Partner hat der ungefähr dem Alter von deinen und also dass sie sich beispielsweise an meinen damaligen Freund lang geschmissen hat kam nach Kassel zu, ich hab einen Geburtstag habe ich als ich... Ich weiß nicht welcher das war.

00:39:06: Muss aber auch irgendwie vierzehn-fünfzehn in dem Alter irgendwie gewesen sein.

00:39:09: Kam sie halt auch zur Besuch nach Kassel?

00:39:11: War einem Hotel hat sich irgendwie also hat sie selbst gesagt und die Flasche Wodka reingehauen oder so?

00:39:15: Da hatte definitiv zeitweise auch ein Alkoholproblem Und ist dann irgendwie zwei Stunden, nachdem wir uns eigentlich verabredet hatten mein Geburtstag zu feiern mit meinem damaligen Freund dazugestoßen und hat sich an ihn irgendwie auch noch so ran gemacht.

00:39:27: Also ihn auch total unwohl führen lassen.

00:39:29: Hat ihn irgendwie dann angefasst, du hast ja auch Muskeln und also super Unangenehmheit einfach auch gerade für eine Frau die ja gar nicht präsent ist und dann halt Eindruck in so einer Situation hinterlässt.

00:39:39: Zwei Mal war er glaube ich mit ihr auch konfrontiert.

00:39:45: Ja, also ich erinnere mich an keine einzige Situation Im Kontext meiner Mutter, die angenehm war.

00:39:52: Also wo ich wirklich sagen kann das hat mich gut führen lassen oder das war jetzt einen Besuch und die waren ja kurz.

00:39:57: Das war jetzt ein Besuch der war einfach mal

00:40:00: Geborgenheit Ruhe Wärme Zuhause Genau das sind alles Assoziationen die du gar nicht hast mit ihr

00:40:07: Unwohlsein Übergriffigkeit also auch körperlich

00:40:10: keine Grenzen

00:40:13: diese fast schon kindliche Neugier ihrerseits gegenüber mir, meiner Entwicklung und meinem Körper aber nicht so dieses wie fühlst du dich?

00:40:22: Wie fühlt sich das für dich an?

00:40:23: also nicht in der Kommunikationsweise sondern dieses Zeig mal.

00:40:26: Wir sehen dann deine Brüste aus zeig mal.

00:40:28: ich will die mal angucken.

00:40:29: Oh deine Lippen sind so hübsch.

00:40:30: darf ich mal anfassen darf ich Mal gucken was hast du in deinem Koffer?

00:40:34: Darf ich deinen Koffern mal alles angucken was du mit hast?

00:40:37: Also auch zwischen Kindlicher Neugier, Kontrolle, Übergriffigkeit.

00:40:42: Nimm mich doch einfach mal in den Arm!

00:40:44: Ich bin noch deine Mama.

00:40:45: Geh mir doch mal einen Kuss, ich bin auch deine Mama mit ihrem Bett zu schlafen.

00:40:48: Das weiß ich noch, da hat sie in der Schweiz gewohnt und fand nicht so unerträglich.

00:40:51: Weil es die Wohnung auch nicht anders hergab oder so?

00:40:54: Sollte ich mit ihr an einem Bett schlaven... Und ich fand diese Nähe so befremdlich und fast schon ja unangenehm.

00:41:00: So bedrohlich

00:41:01: wahrscheinlich.

00:41:01: Bedrohlig fast auch schon.

00:41:04: Und halt diese berechnende Art in ihrer Unberechenbarkeit.

00:41:10: Im Grunde warst du immer auf Abarztstellung?

00:41:11: Genau,

00:41:12: Alarmbereitschaften, absoluter Alarm Bereitschaft.

00:41:13: Es könnte

00:41:14: jederzeit...

00:41:14: Könnte sie ausrasten oder wieder was Boßhaftes sagen oder irgendeinem... Genau!

00:41:17: So auch zu schauen, was sage ich wie viel gebe ich preis?

00:41:20: und dann ja auch das große Thema Musik.

00:41:24: Du hast dann auch gesungen ne?

00:41:26: Genau.

00:41:26: Oder du wurdest zu einer Sängerin gemudelt.

00:41:29: Ja, das ist halt auch Die große Ambivalenz, wie bei vielen Themen in Bezug auf meine Mutter.

00:41:34: Sie war ja Selbstsängerin und Tänzerin und ist dann Produzentin geworden usw.

00:41:38: Und da während der Grundschulzeit noch mal zurückzukommen.

00:41:42: zu der Zeit sollte ich ein Demo einsingen.

00:41:46: Entschuldige bitte also mir wird so oft abgesprochen dass mich erinnern kann an die Situation mit ihr nicht.

00:41:52: habe sie auch mal konfrontiert?

00:41:53: weißt du noch das?

00:41:54: weißt?

00:41:55: Du hast eine blühende Fantasie.

00:41:56: Ich hab so eine blühende Fantasie, dass ich mich an Songtexte erinnere.

00:41:59: Mhm.

00:42:00: Die als Kind eingesungen habe?

00:42:01: Woher soll das kommen?

00:42:03: Ja ...

00:42:04: Ich bin die Elastiker.

00:42:05: wär so gern ein Fantastiker deine kleine Sklaven willenlos und dehnbar.

00:42:09: Also... Urr!

00:42:10: Ich

00:42:11: wusste nicht was ich singe.

00:42:12: Ich hab das nach dem Mund gesprochen.

00:42:13: Warum ist es bis heute eingebrannt?

00:42:15: Weil's einfach zu viel war, weil du ein Kind warst.

00:42:17: Genau,

00:42:18: aber ich hab ja ne blühnde Fantasies.

00:42:20: Das find' ich halt dann übergriffig.

00:42:21: auch noch mal on top.

00:42:23: Zur Übergriffigkeit, mir abzusprechen.

00:42:26: Und ich sehe die beiden vor mir, meine Mutter und ihren damaligen Freund.

00:42:29: Ich seh sie grinsen vor mir.

00:42:30: Wie Sie sich darüber amüsiert haben, dass ich mit meiner kindlichen Stimme das passend einsingen kann.

00:42:35: Was ist ekelhaft?

00:42:36: Das haben Sie, glaub' ich sogar verwendet... ...und dann fast forward war ich einmal in Hamburg witzigerweise.

00:42:42: Studionamen nenne ich mal nicht.

00:42:44: Wo sie auch gerade mit ihrem aktuellen Partner liert war, dann noch mit jemand anderem, der am Projekt mitwirkte und noch den Produzenten.

00:42:52: Und es war ... Das wusste ich ja auch immer alles!

00:42:54: D.h.,

00:42:54: das wurde mir kommuniziert wie die Verhältnisse sind?

00:42:58: Mussten

00:42:58: die das auch untereinander oder was du ... Nein!

00:43:00: Ich war involviert.

00:43:01: Genau,

00:43:02: ich war halt involvierter und teilweise auch wie so Alibi in dem Alter.

00:43:07: Wir sprechen immer noch von meinem Jugendalter.

00:43:10: Da dann ein Track einsingen sollte für einen bekannten Rapper, deren Feature mit ihrem damaligen Freund gemacht hat.

00:43:22: Text kann ich auch noch komplett,

00:43:23: ne?

00:43:24: Dann wurde aber daraus halt gemacht.

00:43:26: Nee du klängst nicht kindlich genug!

00:43:27: Du klängest zu erwachsen.

00:43:28: Versuch dich mal reinzuversetzen und das Paradoxe ist halt also... Ich hab Missbrauchserfahrung in meinem Leben gemacht, auch zu dem Zeitpunkt schon.

00:43:34: Wusste sie nicht.

00:43:36: Sie hat mich ja auch ganz oft in übergriffige Situationen gebracht oder mich mitwissen lassen oder mitsehen lassen oder so.

00:43:43: Und überhaupt dein Kind aus einer Perspektive singen zu lassen.

00:43:49: Überhaupt schon mal, unabhängig von den ganzen Umständen und Rahmenbedingungen.

00:43:53: Und dann noch vor versammelter Mannschaft beim Mittagessen... Ich sitze da mit meinem Freund, der zum Glück mit war in Hamburg, mit einem daranliegenden Freund.

00:44:00: Sitzen wir bei dem Essen mit, weiß ich nicht, zehn Leuten?

00:44:02: Ich sehe diese Tafeln noch und sie sagt, ich habe ja nicht viel gemeinsam mit meiner Tochter aber wir können halt beide nicht singen!

00:44:11: Und du solltest ja immer für sie

00:44:12: einsingen?!

00:44:13: Aber dann nicht mehr.

00:44:14: das kann sie auch selber machen weil ich kann es ja nicht

00:44:17: Boah, also dieses Bloßstellen.

00:44:19: Ja ja, dieses extreme Bloßstell.

00:44:20: Ich hab ihn dann auch... ich glaub er hat mich super reagiert.

00:44:24: Er hat mich dann glaube ich angeguckt und war halt auch super entgeistert und war so, will zu spazieren gehen?

00:44:28: So ja!

00:44:28: Dann sind wir halt noch rund um den Block und ich glaube sogar das ist so was dass wir da schlafen wollten und wir dann direkt gegangen sind oder sowas.

00:44:35: Also zumindest irgendwie da eine Konsequenz oder so.

00:44:37: Also er war zumindest da.

00:44:38: Ich war dem zumindest nicht alleine ausgeliefert Und es hat meine andere Person gesehen zu was sie fähig ist.

00:44:43: nur einen Satz aber was daran noch alles hängt

00:44:47: Das ist ja auch immer das Ding, glaube ich.

00:44:48: Wenn du in einer Situation bist, selbst wenn du es jemandem erzählst diese Fas und die Facette der missbrauchenden Person ist so perfekt und so glaubhaft dass du als missbraucht und involvierte Person da einfach Dass sie nicht geglaubt wird.

00:45:13: Und dass du dann immer dieses Gefühl hast, von mir wird weder noch ein Bedürfnis wahrgenommen oder ernst genommen, noch wird mir geglaubd?

00:45:23: Dann ist der wahrscheinlich auch... Kann ich mir vorstellen, hast du dich vielleicht auch viel einsam gefühlt, oder?

00:45:28: Also Einsamkeit ist das ein Gefühl was du kennst?

00:45:30: Absolut!

00:45:31: Mir war das Ausmaß nicht bewusst bis ich Mutter geworden bin tatsächlich Und auch jetzt hier zu sein, wir hatten uns ja schon drüber unterhalten.

00:45:38: Das ist die erste Nacht für mich ohne meine Tochter zum Beispiel gewesen und es hat mich fast taub gemacht vor Emotionen weil so viel Emotion war und ich so viel reflektieren konnte in dieser Nacht.

00:45:52: Also Einsamkeit trifft's fast gar nicht.

00:45:56: weißt du was ich meine?

00:45:57: Ich hab mein komplettes Leben im Prinzip auf eine Art Ineinsamkeit verbracht Weil einsamkeit ist ja nicht unbedingt physisch zu betrachten sondern Ich habe mich mental ja auch so einsam gefühlt, weil ich ja auch ganz lange nicht teilen konnte was mir teilweise passiert ist wie mit mir umgegangen wurde.

00:46:15: Das ist ja eine große Einsamkeit alles alleine durchzumachen auf einer Art keine Ansprechperson zu haben keinen Austausch zu haben keine Gleichgesinnten zu haben.

00:46:25: Ich hab keine Geschwister beispielsweise.

00:46:27: Ich habe mir an der Stelle oft gewünschten Geschwisters teilzuhaben natürlich auch aus vielen anderen Gründen aber vor allem auch um das zu teilen auf eine Art, um jemanden zu haben der das versteht.

00:46:37: Oder irgendwelche Coping-Mechanism in Humor oder keine Ahnung irgendwie zu verarbeiten?

00:46:41: Genau.

00:46:41: Irgendwie damit umzugehen

00:46:42: weil ich habe natürlich einen Umgang damit gefunden auf einer Art.

00:46:45: Aber halt wieder alleine ne?

00:46:46: Aber einfach sehr alleine und ich hab das Glück dass ich wirklich wirklich gute Freundinnen gefunden habe auf dem Weg die auch teilweise sehr schwerwiegende Dinge durchmachen mussten mit denen ich zumindest offen sprechen konnte.

00:46:57: Weil da hatte ich ja auch vielfach dieses Okay Trigger Warnung.

00:47:00: Kann ich dir das weitererzählen?

00:47:01: Kannst du das tragen als mein Gegenüber.

00:47:04: Meine erste Erfahrung mit einer Therapeutin war, dass sie angefangen hat zu weinen, als ich ihr Ding erzählt habe und ich war halt so ... Das war meine erste Erfahrung bei einer Therapeuten.

00:47:11: Ich erzähle so ein paar Dinge, da war ich achtzehn.

00:47:12: Danach hab' ich erst mal glaube ich fünf Jahre keine Therapie begonnen weil ich so dachte... Es ist schon krass!

00:47:17: Wenn das jetzt einen Menschen im professionellen Umfeld überfordert was ich teilweise erzähle Ja wie soll ich das denn dann auch jemand anderem verständlich machen?

00:47:27: Boah Also da wieder das Zeichen so, ja musst du mit dir selber ausmachen.

00:47:31: Genau, mach es mit dir

00:47:32: selbst aus.

00:47:33: Komm klar!

00:47:33: Also definitiv ein sehr extremes Maß an Einsamkeit trotz dessen dass ich Menschen um mich hatte.

00:47:40: natürlich immer.

00:47:41: also Ich war immer ein sozialer Mensch.

00:47:45: Ja Du hast ja auch viel gemacht wie du schon sagst.

00:47:46: Genau ich habe

00:47:47: viel gemacht aber damit habe ich natürlich auch Lücken gefüllt

00:47:50: ne?

00:47:51: Klar.

00:47:51: Also ich hab eigentlich jede freie Sekunde etwas gemacht und bis heute ist es sehr schwer Nichts zu tun.

00:47:59: Dieses mit den eigenen Gedanken alleine sein.

00:48:02: Interessanterweise, weil viele Menschen mir immer schon vorgeschlagen haben Meditier doch?

00:48:07: Ja!

00:48:09: Ich

00:48:09: habe immer gesagt Stillen ist meine Meditation.

00:48:12: Beim Stillen hab ich einfach nur gestillt.

00:48:14: also ich hab ja ich stille bis heute noch und das war für mich immer klar Klassophieding alle zwanzig Minuten Differn Story so.

00:48:23: Aber dieses Stillen wurde echt zu meiner Meditation.

00:48:28: Ganz krass, weil ich das ganz bewusst Momente im Alltag mit meinem Kind wahrgenommen hab dann auch als es gerade älter wurde.

00:48:34: Weil du da auch so in Verbindung warst?

00:48:36: Genau, in

00:48:37: Verbindungslose Liebe!

00:48:39: Genau

00:48:39: diese Verbundenheit natürlich auch zu haben und in dieser Verbundenkeit einfach Ruhe zu finden, die ich mir für mich alleine ja vielfach nicht nehmen konnte, weil's auch nicht gelernt habe.

00:48:48: also weder in einem Vorbild noch im Austausch... Das ist Ja.

00:48:53: Das heißt, du bist wahrscheinlich auch immer noch in diesem Lernprozess für dich selber die Verbindung zu dir selbst herstellen zu dürfen.

00:48:59: Also zu gucken was sind meine Bedürfnisse?

00:49:02: Die darf ich jetzt äußern und die darf ich auch ausleben!

00:49:05: Ich muss nicht die ganze Zeit nur surfen oder eine Fassette hier wieder aufsetzen oder egal wo ich hingehe immer wieder ne neue Maske aufsetzten damit ich da reinpasse weil man mir das so beigebracht hat.

00:49:14: Weil ich sonst keine Berechtigung habe hier zu sein

00:49:18: Und vor allem ein Schlüssel Selbst mit Gefühl.

00:49:21: Also ich hatte ja den Großteil meines Lebens absolut keinen Selbstmitgefühl.

00:49:25: Im Gegenteil, ich hab mich massiv sabotiert!

00:49:28: Ich habe on top alles sabotiert, alles klein geredet.

00:49:34: Die Stimmen meiner Eltern auch einfach übernommen.

00:49:37: Alles klein gredet, alles schlecht gerede.

00:49:40: Interessanterweise Schule lief ja auch so nebenbei.

00:49:42: Das war ja auch halt keiner gesagt oh toll du bist sehr gut in der Schule.

00:49:45: Ich hab das ja teilweise sogar getestet.

00:49:46: So eine kleine Rebellion, okay mal ne schlechte Not und dann gab's ne Reaktion und so was.

00:49:50: Aber sonst plättete alles durch.

00:49:51: Ich hatte halt einfach alles im Griff und das lief eigentlich für ein einfaches Kind.

00:49:54: Warst

00:49:54: du einfach unprassig?

00:49:55: Ich

00:49:55: hatte auch gar keine Autonomiefase.

00:49:57: Obwohl wenn man meine Mutter fragen würde waren es die schlimmsten zwei Jahre ihres Lebens.

00:50:01: Auch krass, ne?

00:50:02: Also dieses ... Sie hat den schlimmsten Teil meines Lebens... Ja!

00:50:06: Und ich soll auch niemals Kinder bekommen.

00:50:08: Weil was sie da in diesen zwei Jahren, die sie ja nicht mehr durchweg präsent war muss man ja auch dazu sagen.

00:50:13: Aber auch das so zu sagen, das waren die schlimmsten zwei Jahre ihres Lebens.

00:50:18: In deine Pubertät quasi?

00:50:20: Deine Autonomiefase oder meine Anfangsphase?

00:50:22: Die Anfangs-Phase,

00:50:23: wie sie da war, genau!

00:50:24: Das war jetzt ein kleiner Sprung...

00:50:25: Was?!

00:50:26: ...aber das hat sie zu mir gesagt, also wiederholt zum ihr gesagt werde niemals Mutter.

00:50:31: Das waren die schlimmsten zwei jahre meines Lebens.

00:50:35: Boa, wie kann man jemanden so verletzen?

00:50:37: Ja.

00:50:41: Ich habe das wirklich einfach nur mir angehört, ne?

00:50:43: Also all diese Dinge von wegen auch wie mit Männern umgegangen werden sollte und ähnliches.

00:50:49: Wobei ich leider sagen muss, ich habe das von meiner Mutter auch zeitweise übernommen.

00:50:54: Ich war absolut untreu beispielsweise in Beziehung.

00:50:59: Ich was absolut nonstop auf der Suche nach Bestätigung, was sich ja auch von ihr so kannte immer externe Bestätigungen nie aus mir heraus zum Thema Selbstfürsorge selbst Mitgefühl

00:51:09: usw.,

00:51:10: selbst Wert, was hier zusammenhängt Hatt ich nicht.

00:51:14: Ich hab halt dann auch an Stellen einfach meine Performance, mein extravertiertes vermeintlich extrovertiertest Wesen, meine Wortgewandheit, was auch immer vermeintliche mich ausmachte genutzt um mich begehrenswert zu machen auf eine Art.

00:51:30: So viel davon habe ich nicht gefühlt.

00:51:32: Ich bin in so viele Situationen gekommen die ich überhaupt nicht gefühlte wo ich absolut über meine Grenzen gegangen bin Freundschaft, Liebe.

00:51:40: Es ist alles verschwommen!

00:51:41: Ich hatte gar keinen Gefühl dafür meine komplette Jugend.

00:51:44: So alle – wenn wir es jetzt überhaupt Beziehungen nennen – Affärenlesons.

00:51:48: wie auch immer ich habe Herzen gebrochen auch also diese.

00:51:53: ich hab Muster meiner Mutter definitiv auch ein Stück weit übernommen und damit Menschen verletzt und konnte nicht reflektiert wollte, konnte nicht reflektiert das ganze betrachten was da abging.

00:52:06: Das hat mich bis in meiner späten zwanziger gekostet.

00:52:09: Retrospektiv zu schauen wo bin ich falsch abgebogen?

00:52:12: Was wie wo?

00:52:13: und ich hatte auch das bedürfnis nach heute auch noch zu sagen so ey Person X Y es tut mir so unsagbar leid.

00:52:21: Punkt

00:52:22: ja Ja Ich meine wie sollst du das können, wenn du das nicht vorgelebt bekommst.

00:52:29: Also wie soll ein Mensch vor allem Kinder lernen ja vor allem durchzugucken?

00:52:34: Du kannst ihnen erzählen was du willst aber wenn du es nicht vorlebst glauben siehst ihr nicht!

00:52:38: Du musst es halt authentisch leben.

00:52:40: oder wenn du irgendwie... Wenn du willst dass die irgendwas machen und du kannst es selber nicht dann sprich lieber drüber und sag hey wir können zusammenlernen ich bin da nicht gut drin oder weißt du so, aber wenn du halt... Ich kann

00:52:50: das gar nicht zuorten wie ich mich fühle.

00:52:52: So lange Zeit war es für mich so schwer zu identifizieren.

00:52:56: finde ich diese Person jetzt einfach nett, finde die Person attraktiv, finde ich die Sendung

00:53:01: total?

00:53:02: gar kein genau.

00:53:04: Muss sich der jetzt gefallen damit?

00:53:06: Genau und wie muss ich gefallen und wie musste ich mich verhalten?

00:53:10: Wer muss ich sein für dich?

00:53:11: Extreme Unsicherheit, genau!

00:53:14: Wer muss sich hier in diesem Raum sein?

00:53:16: Damit ihr hier reinpasst.

00:53:18: Okay, zwei Stunden später.

00:53:19: Wer muss ich jetzt hier sein?

00:53:20: So ungefähr genau.

00:53:21: Also diese Anpassung einerseits

00:53:23: her

00:53:24: und andererseits auch einfach dieses... ja, auch da Einsamkeit keine Guidance zu haben von keinem erwachsenen Menschen der sich mit dir hinsetzt und mit ihr über den gespricht.

00:53:35: Und wie war dein Verhältnis generell zu deinem Körper?

00:53:38: Hast du da auch so an dir selber dann angefangen irgendwie Missbrauch zu betreiben in kranken Diäten oder übertriebenen... weiß ich nicht.

00:53:47: Also meine Mutter hat mich ja auch auf die Eid gesetzt, als wir immer zusammen im Urlaub waren.

00:53:52: Ich muss dazu sagen, ich hätte mir als Kind darüber erst mal gar keine Gedanken gemacht.

00:53:57: Du kommst auf diese Welt und du lernst erstmal alles.

00:53:59: Du saugst alles auf und bekommst mit wie schlimm die Welt sein kann Stück für Stück.

00:54:04: Das prasselte ja immer so extrem auf mich ein bei meiner Mutter.

00:54:07: Ich konnt's nicht zuordnen aber ich hab halt irgendwie gesehen, wie auch sie sich mit sich selbst umgegangen ist.

00:54:11: Meine Mutter trotz dessen, dass sie halt einfach sehr ... ...bestimmend war und sehr, ja fast schon tyrannisch... ...war sehr verunsichert.

00:54:20: Also hat sich selber immer ein Besteck zum Beispiel angeschaut ob ihr Make-up noch sitzt.

00:54:23: War auch immer geschminkt, muss doch immer geschminkt sein so.

00:54:26: Immer in so kleinen Kostümchen und immer mit irgendwelchen Luxusmarken und ganz... ...hat sich immer Extensions in die Haare gemacht.

00:54:33: Immer sieht man meine Knötchen.

00:54:34: bis heute sieht man mein Knötchens.

00:54:36: ist das alles also mich auch fragend an mich involvierenden alle mögliche Dinge eine extreme Verunsicherung anstellen die ich natürlich auch ein Stück weit übernommen habe dann.

00:54:46: Dann dieses, was bedeutet Frau sein?

00:54:49: irgendwie auch?

00:54:50: Dieses du hast einen Tanger zu tragen und dich zu rasieren.

00:54:53: Das ist neun oder so wurde mir das halt schon diktiert.

00:54:55: also das bedeutet Frau zu sein.

00:54:58: Hab doch lieber lange Haare und oh Gott Tattoos war ja auch ein Riesenthema.

00:55:02: Also eine bestimmte Dinge waren halt schön als Frauen.

00:55:04: Bestimmte Dinge halt nicht und wie man sich dann auch Männern gegenüberzugeben hat und nicht und doch.

00:55:12: Ich glaube, ich mochte meinen Körper nie so sehr wie jetzt nach der Schwangerschaft.

00:55:18: Was ja auch so eine Ambivalenz ist, ne?

00:55:19: Ich war nie glücklich mit meinem Körper.

00:55:24: Jetzt bin ich beim Körper ultra dankbar und klar gibt es solche und solche Zyklusphasen kennen wir alle.

00:55:30: Da fühlt Frau sich wo da mal weniger.

00:55:32: aber ich habe mich den Großteil meines Lebens gehasst also auch einfach dadurch gestütztes Aussagen kam wie von meiner Mutter du hast so ein hübsches Gesicht Und da gab es dann schon hier Fotoshop und guck, den Rest kann man retuschieren.

00:55:47: Oder dieses Auf-Diet setzen mit Elf.

00:55:49: Wir sind im Urlaub und sie sagten, das ist noch ganz schön viel Babyspekte.

00:55:51: Da habe ich mir ein Foto mal angeguckt weil in der Erinnerung ich dachte, warum hat sie das damals gemacht?

00:55:55: Ich hab mir das Foto angeschaut und dachte mir, ganz normales Kind!

00:55:59: What the

00:55:59: fuck?!

00:56:01: Und überhaupt selbst wenn nicht also... mich dann irgendwie dieser kurzen Zeitspanne, die wir zusammen verbringen.

00:56:06: Dann irgendwie da musste ich so ein Aloe Vera Saftmonst trinken und durfte dann nur obst und hier und da und mir wurde gesagt Ich war immer irgendwas aber nicht genug.

00:56:15: Immer!

00:56:15: Meine Mutter hat nicht einmal ein gutes Haar an mir gelassen.

00:56:18: entweder war ich Da noch mit Babyspeck oder ich war halt zu dünn.

00:56:22: sogar gab es auch mal besorgniserregend du bist zu dünden Mensch

00:56:25: jetzt musst du aber mal was essen.

00:56:27: In irgendeine Richtung ging das halt immer Und dazu kommt Ja, das Thema Lippe dem natürlich auch.

00:56:33: Also ich habe halt mit Fürzen angefangen die Pille zu nehmen und meine Beine veränderten sich bis heute mit dem Thema irgendwie Umgang zu finden

00:56:40: usw.,

00:56:41: die Diagnose erst im Jahr zwei Tausend Achtzehn zu erhalten und es war ja ein Riesenthema gerade in der Pubertät und darüber hinaus.

00:56:46: da wurde ich extrem viel gemobbt tatsächlich wegen meiner Beine und nie zu wissen, was mit mir los ist.

00:56:52: Und ich hatte ja schon genug Themen, wo ich nicht wusste, was bei mir los war.

00:56:54: Dann irgendwie auch noch offensiv ein körperliches Thema.

00:56:57: Ich hab mich wirklich gehasst.

00:56:59: Nora, du musst dir vorstellen... ...ich habe mich früher selber geschlagen teilweise.

00:57:03: Also ich hab so nicht ertragen in meiner Haut zu stecken aufgrund so vieler Themen,... ...dass ich zum Beispiel weiß ich noch, wenn ich Hausaufgaben zum Beispiel gemacht hab.

00:57:13: Ja?

00:57:14: Und ich hab das immer alleine gemacht!

00:57:15: Ich hatte niemanden der mit mir saßen da irgendwie drüber geguckt hat oder sowas.

00:57:20: Ich bin so wütend auf mich selber geworden, wenn ich was nicht hinbekommen habe.

00:57:22: Dass ich mich teilweise geschlagen habe.

00:57:27: Also einfach hochgradig selbstverletzt und jetzt gar nicht mal nur physisch sondern auch mir Dinge untersagt hab.

00:57:32: also das ist noch nicht allzu lange her.

00:57:34: wie gesagt es ist jetzt wirklich wir.

00:57:35: jetzt würde ich ein neues Leben führen seit ich Mutter bin.

00:57:38: Ich hatte mir vorher teilweise Situationen untersagt direkt aufs Klo zu gehen.

00:57:43: Was zu trinken!

00:57:47: Ich bin einfach so gemein zu mir gewesen.

00:57:54: Das tut mir leid.

00:57:56: Und das ist fast das Schlimmste, dass ich mir einerseits denke okay es sind viele Dinge passiert die waren echt echt scheiße und es tut mir so so leid für mich was auch absoluter dreh-und-agelpunkt für heilung ist.

00:58:10: wenn du an dem punkt kommst zu verstehen Was dir passiert ist und mitgefühlt zu empfinden und einfach eine traurigkeit zulassen zu können Dann is Heilung halt auch einfach möglich.

00:58:24: und ich finde es schade dass sich einfach selbst Dinge fortgeführt habe, die meine Eltern mir angetan haben.

00:58:32: Dass ich mich selber gestraft hab und noch schlimmer.

00:58:34: Also wirklich dieses Ich hab jetzt Durst, ich hol mir nichts zu trinken.

00:58:37: Diese Muster sind auch heute noch drin.

00:58:40: Und heute ist es aber ein ... Ich muss auf die Toilette.

00:58:43: Wir kennen das alle als Mutter.

00:58:45: Ich stille grad mein Baby.

00:58:46: Mein Baby braucht mich grade WhatsApp.

00:58:48: Ich kann nicht aufs Klo oder mit Kind auf's Klo standen.

00:58:51: Aber eine andere Ebene.

00:58:52: Jetzt hab ich Situationen teilweise täglich noch.

00:58:55: Wo ich merke, das hätte ich früher nicht gemacht.

00:58:57: So ganz Grundbedürfnisse zu erfüllen.

00:59:01: Aber auch gar nicht bewusst, dass ich manchmal einen ganzen Tag nichts gegessen habe.

00:59:05: Weil selbst meine Grundbedörfnisse nicht mehr so präsent waren ab einem gewissen Punkt.

00:59:09: Weil ich es so schlecht mit mir selber umgegangen bin.

00:59:14: und Breaking Point ist dann wirklich für mich... Ich bin Mutter!

00:59:17: Ich möchte das mein Kind das nicht sieht.

00:59:22: also klar für mich aber auch für mich als Vorbild für meinen Kind Und vor allem dieses, ich hab ja eine Tochter bekommen.

00:59:28: Ich kann grad sagen du hast jetzt auch noch ne Tochter?

00:59:30: Das war ja wirklich.

00:59:31: in meinem Umfeld haben sich die meisten tatsächlich ein Mädchen gewünscht.

00:59:35: Ich habe mir einen Jungen gewünscht.

00:59:37: Anfangs Aber aus Angst!

00:59:39: Aus Angst vor dieser Mutter-Tochter Beziehung aus Angst dass es doch irgendeine genetische Komponente hat warum mich nicht geliebt wurde.

00:59:49: Weil meine Mutter hat zwar immer gesagt ich hab dich so lieb, ich habe dich so Lieb anstellen.

00:59:54: Nein das ist keine Liebe Das ist keine Liebe und das kann mir auch niemand sagen.

01:00:00: Und so, ich hatte Angst davor.

01:00:04: Ich hatte wirklich Angst dvor und heutzutage ... Oh Gott!

01:00:08: Ich bin so dankbar dass ich meine Tochter habe von der ich so viel lernen kann.

01:00:13: Das hab' ich letztens erst gelesen.

01:00:14: dieses wir erziehen nicht unsere Kinder.

01:00:17: Unsere Kinder sind schon älter als wir.

01:00:19: Wir lernen am meisten durch unsere Kinder mit unseren Kindern und ich finde es stimmt.

01:00:25: Naja die sind halt noch so Unberührt.

01:00:29: Das ist so... Ich finde, wenn man Kinder bekommt da wird einem der Kreislauf des Lebens und diese Purheit, also diese Verbindung zur Natur noch mal ganz anders bewusst.

01:00:45: Und dieses ganze Glas was man ja isst, das schon voll ist mit so viel Scheiße!

01:00:51: Also auch mit vielen guten Sachen aber ne?

01:00:53: Mit so viel scheiße und dann kommt dieses reine Neugierige Wesen.

01:01:00: Guck dich an und bist so, hi na wer bist denn du?

01:01:04: Ich bin äh weiß ich noch gar nicht.

01:01:06: let's see what happens.

01:01:07: aber Du bist erstmal meine number one.

01:01:10: Und alles was du jetzt in mich rein tust das ist der Grundstein für meinen Fundament.

01:01:15: No pressure but!

01:01:16: Ey aber kein Druck easy peasy.

01:01:18: Habe keinen Stress.

01:01:19: Ist auch egal ob du stillst oder flaschen gibts.

01:01:21: hey!

01:01:22: Stellen wir natürlich besser.

01:01:23: Aber wenn es nicht klappt ist auch nicht schlimm mach dir keinen

01:01:25: Kopf.

01:01:27: Ja

01:01:27: Das heißt, dann war das ein richtiger Turner.

01:01:29: Als du Mama geworden bist und hast du ... War das geplant?

01:01:32: Hast du ... Habt ihr lange

01:01:33: dafür gearbeitet!

01:01:37: Oder hast du... Du warst ja vorher schon die ganze Zeit in Therapie.

01:01:39: D.h.,

01:01:39: du hast dich drauf

01:01:41: vorbereitet.

01:01:41: Ich hab mich darauf vorbereitet.

01:01:42: also ursprünglich hatte ich mit meinem Opa damals immer gesagt mit achtundzwanzig werde ich Mama keine Ahnung wie es kam.

01:01:48: wir haben so gewisse Dinge besprochen viele davon sind auch eingetreten.

01:01:53: dass hat er jetzt leider nicht mehr mitbekommen Aber ... Er ist

01:01:56: irgendwo, glaub ich.

01:01:57: Ja,

01:01:57: auf jeden Fall.

01:01:58: Vorhin ist nur eine Möwe über mir geflogen und ich

01:02:00: dachte so...

01:02:01: Da is er!

01:02:03: Genau.

01:02:04: Doch das war schon auf einer Art geplant.

01:02:07: Also ich bin in einer sehr trubeligen Langzeitbeziehung doch mit einigunddreißig hatte ich so einen Gefühl von jetzt was ich vorher nie hatte Und das war auch gut so Ungeachtet dessen, wie jetzt die Umstände sind... ...wie der Beziehung ist.

01:02:35: War das richtig?

01:02:36: Ich habe das wirklich gefühlt!

01:02:38: Ich hab mein Bauchgefühl auch wieder gefunden in meiner Intuition, die ja so lange vergraben war.

01:02:43: Habe ich wiedergefunden und es war aus vielen Gründen vielleicht nicht der ideale Zeitpunkt aber war's trotzdem.

01:02:53: Ja.

01:02:54: Ich wusste, ich schaffte es.

01:02:57: Ich wüsste dass es nicht leicht wird Ich hab dafür aber auch ganz lange gearbeitet.

01:03:01: Für mich war immer schon klar, ich möchte Kinder.

01:03:02: Auch dieses ganze Rede von früher für meine Mutter und meiner Oma niemals Kinder da rein daraus.

01:03:08: Da war ich damals wirklich schon so... Das

01:03:09: war dir klar!

01:03:10: Das unverlorene Kampf wird auf

01:03:11: jeden

01:03:12: Fall diskutieren, aber ich möchte Mutter werden.

01:03:16: Und was war dann der Gedanke?

01:03:19: Der erste Gedankel als du tatsächlich schwanger warst?

01:03:22: Oh mein Gott!

01:03:23: Ja,

01:03:24: ich weiß noch diesen Morgen.

01:03:26: Dafür hast Der Kindsvater?

01:03:28: Nein, hast mich nicht.

01:03:30: Aber es war halt nicht so.

01:03:31: dieses Instagrammable... Hier ist eine kleine Box, mach mal auf, da ist ein Schwangerschaftstest drin!

01:03:35: Es war halt so'n irgendwie alles komisch schon seit Wochen.

01:03:38: okay mache ich halt mal einen Test.

01:03:40: er lag noch im Bett und ich im Bad.

01:03:41: so Oh mein Gott.

01:03:42: oh mein Gott!

01:03:43: Scheiße, scheiße, ich bin dann halt nur so rein und ich war so Scheiße!

01:03:46: Ich war eigentlich nur am Fluchen.

01:03:49: Was man hören will Und hab das dann so gesagt, ich glaube ich bin schwanger Bin ich schwanger?

01:03:52: Also es war nicht so

01:03:54: ein.

01:03:54: Hey, wir werden älter

01:03:55: Sondern es war jetzt so n Fack

01:03:56: Ja.

01:03:58: Bin dann am gleichen Tag, glaub ich noch zu meinem Gynäkologen und ... Gott!

01:04:02: Ja, und dann war ich schwanger auch super früh irgendwie, glaube ich hab fünfte Woche oder so habe ich es dann halt gemerkt.

01:04:08: Weil ich hatte tatsächlich auch schon ein Kind verloren mit Anfang zwanzig?

01:04:12: Da wusste ich gar nicht dass ich schwange bin als bei eher an so einem Punkt.

01:04:16: da war's dann gerade abgegangen.

01:04:17: also der HCG-Wert war im Prinzip noch erhöht aber das war schon nicht mehr da und genau.

01:04:26: Aber es war einfach alles super aufregend.

01:04:28: Die Schwangerschaft war extrem auslaugend auf eine Art und auch da.

01:04:32: natürlich habe ich Freundinnen oder hatte Habhabe, Freunden die auch schwanger waren oder hab schon von Schwangerschäften mitbekommen usw.

01:04:39: Und sofort.

01:04:40: aber die Schwangersschaft war natürlich auch ein Punkt wo ich gemerkt habe wo andere halt Mama wie und Mama da und also das war nochmal anders präsent.

01:04:48: Also für einen langen Zeitraum konnte ich es gut ausblenden.

01:04:52: Klar, in der Schulzeit war es auch krass.

01:04:53: Wenn über Mama geredet wurde, Mutter gerede, ich hatte gar keinen Bezug zu diesem Thema und auf einmal war das dann so präsent ...

01:05:00: Ja du bist ja eine werdende Mutter?

01:05:02: Ich bin

01:05:03: auf einmal ne werdende Mother!

01:05:05: Und dann ruft man seine Mama an.

01:05:06: Konfrontier

01:05:06: mich damit jetzt einfach noch mal eine Spur mehr mit dem ganzen Konzept-Mutter.

01:05:13: Und mittlerweile ist jedes Mami so heißam... Also jetzt ist es halt ganz anders konnotiert.

01:05:21: Aber auch in Kommunikation mit meinem Kind darüber zu gehen.

01:05:26: Meine Tochter ist drei und alle so wie in Kommunikanion mit dem Kind Und ich versuche Dinge halt grundsätzlich anders zu machen, auch in dem Alter schon wenn mein Kind mir Fragen stellt dann beantworte ich diese Frage kindgerecht.

01:05:38: Ich habe ein sehr sehr enges Verhältnis zu meiner Tochter.

01:05:42: Mir fiel die Eingewöhnung Wie auch anderen Müttern natürlich und Vätern auch schwer.

01:05:48: aber nochmal echt.

01:05:49: also Letzte Nacht war die erste Nacht nicht neben meinem Kind zu schlafen.

01:05:53: Ich schlafe mit ihrem Bett, ich stille noch...

01:05:56: Aber sie hat voll gut geschlafen meintest du ne?

01:05:57: Sie hat elf Stunden

01:05:59: durchgeholt!

01:06:01: Was ist denn da

01:06:01: los?!

01:06:02: Und ich so fünfmal wach.

01:06:05: Ich freu mich total

01:06:06: und

01:06:07: das Ding ist ja auch... Ich versuche, Dinge auch rational zu betrachten.

01:06:12: Ja bei der ganzen Emotionalität, bei dem ganzen Schlafmangel, der einen ja irgendwie rauskickt und man manchmal einfach nicht so wirklich mehr in Zugang zur Rationalität hat usw.

01:06:21: Sie hatten ein liebenden Papa, der sich Mühe gibt, der anders Dinge handhabt als ich.

01:06:25: und das muss ich lernen weil ich habe ja so eine ... In meiner wahnsinnigen Unabhängigkeit auf einer Art im Leben alles alleine zu bewerkstelligen, dass er schon von klein auf liegt ja auch ein gewisses Maß an Kontrolle.

01:06:39: Ja,

01:06:40: total.

01:06:40: Du musst es ja in Kontrolle

01:06:41: gehen!

01:06:42: Ich muss kontrolliert und auch reguliert sein um mein Leben zu bewerkstelligen.

01:06:47: Sonst würde ich jetzt zerbrechen.

01:06:50: Interessantes Zitat meines Therapeuten im Übrigen.

01:06:52: Er meinte nämlich ist das ein großer Unterschied wenn traumatisierte Menschen Eltern werden?

01:07:00: Das kann natürlich gut laufen und zur Heilung beitragen aber auch das Gegenteil.

01:07:03: Und er meinte halt zu mir Sie haben extrem viel erlebt, aber sie sind nicht zerbrochen und es war eine bewusste Entscheidung.

01:07:09: Genau wie es jetzt eine bewustere Entscheidung ist ich will mit meinem Kind anders kommunizieren.

01:07:15: Nicht nur Ich muss, ich will!

01:07:16: Ich will ganz viele Dinge anders machen.

01:07:18: natürlich mache auch Fehler.

01:07:20: Natürlich lerne ich dazu Aber ich lerne vor allem meine Fehler zu kommuniziert.

01:07:25: Das hat mir immer gefehlt.

01:07:27: Warum kann nicht Meine Mutter oder mein Vater dastehen und sagen, das war falsch.

01:07:32: Das war blöd!

01:07:33: Das hat dich doof führen lassen, das hat dich verletzt... ...das ist nicht mal meine Entschuldigung, aber einfach Verantwortungsübernahme.

01:07:40: Ja also eine Validierung auch deiner Gefühle gegenüber?

01:07:44: Genau, dass du das Gefühl haben darfst.

01:07:47: Du hast diese Gefühlen und die sind total okay wenn du dir so fühlst.

01:07:51: Ich muss

01:07:51: keine Lösung finden ich muss mich nicht angegriffen fühlen sondern es ist in Ordnung Und das hat immer extrem gefehlt.

01:08:00: Genau, aber Schwangerschaft, großer Aspekt dieses Okay ich hab keine Mutter und nicht nur ich habe keine Mutter Ich habe keine Oma für mein Kind weil ich bin ja zumindest mit den ganzen Großeltern, kleinen Urgroßeltern und so weiter groß geworden.

01:08:14: Das war natürlich

01:08:15: wunderbar, das war so

01:08:16: schön.

01:08:17: Viele Einflüsse in jungen Jahren vielleicht teilweise schwierig Weil keine Kontinuität usw.

01:08:22: Aber viele Einflüße Und auch eine liebe natürlich, absolute Liebe.

01:08:28: Die ich erfahren durfte und da denke ich mir heute natürlich überschaubare Anzahl an Menschen die mein Kind hat.

01:08:36: und dann aber wiederum dieser Aspekt es muss nicht Familie sein.

01:08:40: Es dürfen auch Freunde, Freundinnen sein und weiterrissen.

01:08:43: Ja klar Familie ist das... Ich finde

01:08:45: das ist gesellschaftlich

01:08:46: manchmal so

01:08:47: schwierig.

01:08:47: Mein Opa zum Beispiel hat immer gesagt die Familie ist die kleinste demokratische Einheit Muss zusammengehalten werden, um jeden Preis.

01:08:53: Nein!

01:08:53: Ihr hättet euch auch trennen sollen als ihr es noch konnt- also wolltet, konntet ne?

01:08:56: Weil das war auch eine schreckliche Beziehung beispielsweise.

01:08:59: Es gab in meinem Umfeld keine einzige Beziehungen ... die liebevoll war.

01:09:04: Ich hab kein einziges Beziehungsvorbild in meinen Sphären gehabt.

01:09:08: Nicht einer Beziehing war irgendwie so wo ich dachte.

01:09:11: Also klar, mal streiten und so weiter im Rahmen.

01:09:13: Wir müssen ja auch irgendwie realistisch drangehen.

01:09:17: Gibt's keinen Beispiel für.

01:09:19: Schlimme Trennung.

01:09:20: Und muss alles

01:09:20: für dich alleine herausfinden, ne?

01:09:22: Ja, auch heute

01:09:23: ja.

01:09:23: Genau das meine ich.

01:09:25: Im Grunde bist du auf die Welt gekommen und musst es von Anfang an.

01:09:30: Panzer bauen auch und alles selber selbst erkunden also nach jedem nach jeder Hand so wie Du das erzählst nach der Du gegriffen hast.

01:09:41: hast Du ins Leere gegriffene Weißte?

01:09:44: Oder es wurde Dir kurz gegeben?

01:09:46: aber wenn Du gesagt hast Also so fühlt sich das, also empfinde ich das gerade.

01:09:51: Selbst mit deinen Großeltern die haben dich dann an die Hand genommen.

01:09:55: aber dann war es... So als hättest du gesagt können wir mal da gucken?

01:09:59: Nee nee ich nehme dich jetzt an der Hand da können wir jetzt grad nicht gucken wir gehen dahin.

01:10:03: Definitiv was jetzt emotionale Themen betrafen.

01:10:06: also ich konnte wirklich über vieles mit ihnen sprechen heutzutage auch wirklich gut noch mit meiner Oma in dem Rahmen wobei ich jetzt auch an einem Punkt bin zu sagen okay sie ist jetzt in einem gewissen Zustand nicht mal alter, weil mein Opa ist auch recht jung gestorben.

01:10:18: Also verhältnismäßig junggestorben.

01:10:20: Ich will ihr nicht mehr alles zumuten.

01:10:22: Das ist aber auch so das Narrativ meines Lebens dass ich immer schaue kann ich meinem Gegenüber das zumuten im Gespräch?

01:10:30: Das mache ich auch jetzt auch mit meinem Vater mache ich das anstellen.

01:10:33: Er kennt auch nicht von abeszeit.

01:10:35: alles was mir wieder fahren ist weil ich immer wieder relativiere.

01:10:39: Also es ist ein einziges Relativieren allen Menschen gegenüber.

01:10:42: Ich glaube, es gibt keinen Menschen in meinem Leben was ja auch nicht unbedingt sein muss.

01:10:46: Aber was da reinfällt mit dem alles alleine ausmachen abseits meines Therapeuten würde ich jetzt mal sagen und was der auch okay ist.

01:10:51: Da gehört's ja auch irgendwie hin aber fortwähren zu relativieren... Okay, wie erzähle ich das?

01:10:58: Wie tief gehe ich da rein?

01:11:00: Und ich möchte auch Menschen nicht abschrecken weil das ist ja auch dieses Paradoxe dir wiederfahren Dinge.

01:11:06: du hast aber Angst davor, dass jemanden, den du nah an dich ranlassen möchtest zu erzählen aus Angst wie dieser Mensch dich dann betrachtet.

01:11:14: Und auch dieses kannst du eine gute Mutter sein ohne eine Mutter zu haben?

01:11:20: Davor hatte ich auch tierische Angst

01:11:21: natürlich.

01:11:22: Wie war das als das Baby dann geboren war?

01:11:24: und du hast hier angeguckt...

01:11:26: Wunder!

01:11:26: Ja es hat sich nie, also ich war einfach kriegvoll gänselt weil ich kann nicht nur so krass an diese Geburtssituation einfach erinnern und die Geburt war natürlich also wie jede Geburt wild Aber dann lag sie halt einfach auf meinem Bauch und es war einfach Erleichterung, purest Glück.

01:11:43: Und warum vergeht die Zeit so schnell?

01:11:48: Also

01:11:49: auch so eine Erleicherung von... Hey krass!

01:11:52: Ich kann dir einfach lieben.

01:11:54: Ja.

01:11:56: Und vor allem ich habe so lange darüber nachgedacht dieser Begriff bedingungslose Liebe was ist Liebe?

01:12:05: und Liebe ist das bedingungslose Interesse an der Entfaltung eines geliebten Menschen.

01:12:14: Das ist meine Definition geworden.

01:12:17: Witzig, hab ich auch heute mal gehört.

01:12:19: Ganz gleich!

01:12:19: Ja?

01:12:20: Hast

01:12:20: du auch hab' ich gestern nämlich ne?

01:12:22: Und ich dachte mir so wie treffend... Ich habe noch nie was Treffenderes gehört.

01:12:26: Ich glaub's war bei Marzia Hilscher,

01:12:27: ne?!

01:12:28: Ich glaub auch, ja,

01:12:29: Podcast irgendwie so was.

01:12:31: Das war dieser ... ich weiß gar nicht, der heißt ältere Herr.

01:12:34: Und ich hab's noch mal gegoogelt tatsächlich und wollte genau die Quote rausduchen weil dieses bedingungsloses Interesse war sowieso immer schon ein Punkt aber dann auch an der Entfaltung.

01:12:46: Weil das ist oftmals etwas, was Eltern extrem vermischen, was schwerlos gelöst zu betrachten ist.

01:12:51: Das Kind gehört dir nicht.

01:12:53: Das Kind ist nicht deine Erweiterung und das sagt sich leicht, aber es natürlich gelebt noch mal eine andere Sache keine Erwartungen an das Kind zu haben und das Kind einfach auf diese Welt kommen zu lassen.

01:13:04: Und klar gibt's so einen Rahmen?

01:13:06: Mein Kind soll nichts passieren!

01:13:07: Okay ich zeige meinem Kind wie sie sich im Straßenverkehr verhält ohne dass es solche Dinge.

01:13:12: Aber Interessen oder Berufsweg bei mir war zum Beispiel stand nie zur Debatte, dass ich ne Ausbildung machen könnte.

01:13:19: So, meine beiden Eltern haben keinen Studium abgeschlossen beispielsweise.

01:13:23: Aber ich konnte gefühlt da auch nicht wirklich frei wählen.

01:13:26: Du musstest studieren meinst du?

01:13:27: Wobei

01:13:28: genau das war schon irgendwie so ein vorgefertigter Weg.

01:13:30: Du machst Abi und studierst halt wobei meine Mutter damals weil es dann darum ging mit BAföG und Finanzierung usw.

01:13:36: meinte ja wenn ihr es euch nicht leisten könnt macht sie halt nur eine Ausbildung dann wird sie halt nix.

01:13:40: so ungefähr also total völlig crazy mir gerade eingefallen weil's darum dann irgendwie ging weil ich dann um ihr BAföGS beantragen musste Und sie dann keine Unterlage, das war immer ... Weil Sie gemeinsames Sorgerecht auch noch haben.

01:13:52: Das ist ja dieses Paradox an der Situation.

01:13:54: Ich weiß nicht, wie mein Vater das bewerkstelligt hat.

01:13:56: Weil du schon ab und zu immer wieder Zustimmung einholen.

01:13:59: Es gibt gewisse bürokratische Punkte.

01:14:02: Gemeinsames Sorgerecht?

01:14:04: Ja!

01:14:04: Ähm...

01:14:07: Als Mama, ne?

01:14:10: Jetzt bist du ja Mutter.

01:14:11: Gibt es

01:14:12: irgendwas,

01:14:12: wo du dachtest, da hab ich jetzt meine eigene Mutter verstanden auf, wenn's richtig schwierig ist?

01:14:19: Gibt's irgendwas, wo du dachtest?

01:14:21: Ah ja.

01:14:21: Verstehe.

01:14:23: Oder bist du immer noch so komplett so...einah was die?

01:14:25: Nee gar nicht!

01:14:26: Einfach gar nicht null.

01:14:28: Also wenn ich meine Eltern separat fragen würde, wie die ersten drei Jahre waren.

01:14:35: Würde ich wahrscheinlich sehr unterschiedliche Antworten an Stellen erhalten.

01:14:37: Meine Mutter würde vermutlich sagen sie hat sich extrem allein gelassen gefühlt mit vielem.

01:14:42: Sie hat versucht Verantwortung zu übernehmen.

01:14:43: Sie hatte im Ersten ja auch wirklich versucht ihr bestes zu geben und das glaube ich ihr auch.

01:14:46: Ich meine es war Anfang zwanzig muss man halt auch mal sehen.

01:14:48: Ich bin jetzt vierunddreißig und konnte schon viel bewältigen und wir stehen auch an einem anderen Punkt heute.

01:14:55: Das heißt ich habe schon auch ein gewisses Mitgefühl für sie Und es ist fucking hart.

01:15:00: Natürlich ist Mutterschaft hart, so je nachdem wie dein Kind auch was dein Kind braucht Was ja auch erst rauszufinden gilt und so weiter.

01:15:08: das heißt ich glaube dass sie sich auf jeden Fall auch sehr allein gelassen gefühlt hat anstellen Auch wenn meine Großeltern präsent waren und so weit aber wahrscheinlich auch verkünft mit einer Erwartungshaltung und so.

01:15:16: also ich glaube dieses Du hast ein kleines Wesen jetzt um dass du dich kümmerst und du willst es gut machen einen Teil von dir zumindest in ihrem fall Und es überfordert dich und du fühlst sich allein gelassen.

01:15:27: Du hast vielleicht auch jemanden an deiner Seite, der einfach nicht auf der gleichen Welle schwimmt wie

01:15:30: du.

01:15:32: Wo dir bestimmte Dinge fehlen oder so.

01:15:34: Und du hast das Gefühl, du musst alles alleine rocken?

01:15:36: Ja!

01:15:37: Damit kann ich mich auch identifizieren.

01:15:40: Das kann ich auch verstehen.

01:15:42: Auch dieses Oh Gott die ersten zwei Jahre waren die schlimmsten.

01:15:43: So würde ich das absolut nicht formulieren weil ist es einfach die schönste Zeit meines Lebens.

01:15:48: Aber es ist natürlich trotzdem super intens und hart usw.

01:15:53: dass sich das schon grundsätzlich nachvollziehen kann, auch ihr Bedürfnis danach irgendwie noch mal was anderes zu erleben.

01:15:59: Und ich meine sie kannte meinen Vater nicht lange also die Erwartungshaltung einander gegenüber ging wahrscheinlich auch extrem quer.

01:16:05: Sie hat sich ein anderes Leben vorgestellt und ich kann mich auch darin wiederfinden.

01:16:09: Ich habe auch manchmal Momente wo ich denke ich hab mir schon Dinge einfach ganz anders vorgestellt.

01:16:14: Aber ich habe mir Dinge anders gewünscht, auch für mich anstellen.

01:16:17: Ich hab mir gewünscht jetzt irgendwie in irgendeiner Form Dorf zu haben was nicht da ist und ein Dorf oder Menschen dieses Dorfes heißt halt nicht ja... ...ich bespiel dein Kind mal kurz oder halt dein Kind Mal kurz.

01:16:27: es ist halt nicht das Dorf so.

01:16:30: Und da war einfach wenig und ich weiß nicht wie verstanden sich meine Mutter gefühlt hat am Anfang.

01:16:36: Das heißt da werden wir schon irgendwie auch anstelle ähnlich ticken im weitesten Sinne natürlich.

01:16:42: wenn ich manchmal Videos von mir sehe oder auch Sprachaufnahmen oder sowas, höre ich sie raus anstelle.

01:16:48: Wir haben natürlich gewisse Arten.

01:16:52: Ja ja klar auf jeden Fall.

01:16:53: Es

01:16:53: ist manchmal auch erschreckend, dass wir diese Denke

01:16:55: so wahnsinnig... Genau, dass du denkst okay ich kann meine Mutter in ihrer Rolle als Mutter auf einer Art verstehen aber das hast du ja die ganze Zeit versucht.

01:17:04: im Endeffekt und es kommt halt einfach nicht an

01:17:07: Ich könnte niemals mein Kind so einen hohen Preis zahlen lassen, mal abseits von diesen ganzen Aussagen und Situationen die so extrem traumatisch waren.

01:17:17: Dieser Grundtenor von meine Freiheit ist mir wichtiger.

01:17:22: Diese ganze Selbstinszenierung dabei irgendwie noch.

01:17:26: Klingt aber auch echt.

01:17:27: also ich meine ich habe überhaupt nicht das Recht das irgendwie einordnen zu können oder sowas klingt echt bisschen also klingt nach Nazismus und Persönlichkeitsstörung am Ende.

01:17:36: ja und es ist halt so ein bisschen.

01:17:37: die Frage macht es auch nicht besser, aber das lässt zumindest eine Zuordnung zu in gewisser Weise und einen Umgang damit.

01:17:45: Ja.

01:17:47: Aber ich finde's einfach... Auch heutzutage, ich stelle mir manchmal vor wenn ich sie jetzt einfach sehen würde.

01:17:52: Seit wann habt ihr keinen Kontakt mit?

01:17:54: Seit... ...Zw.

01:17:54: Jahrzehnt zwanzig jetzt.

01:17:55: Es war einer von, ich weiß nicht, drei, vier, fünf Versuchen final den Kontakt abzubrechen.

01:17:59: weil ist so krass?

01:18:01: ne Ich durchlebe so viele Situationen wo manche Menschen nach ein zwei, drei oder vier Situation sagen würden, ähm, da ist die Tür.

01:18:10: Und diese Niemals endende Hoffnung bis zum Erbitterlichen.

01:18:17: Jetzt ganz andere Nummer, ich hab jetzt eine Tochter um Gottes Willen niemals ... Da kommt die Löwen dann halt raus.

01:18:23: Im Leben möchte ich nicht, dass meine Tochter Kontakt zu ihr hat weil sie nichts Gutes im Sinn hat.

01:18:32: Sie hat ohnehin kein Interesse an Kindern, sie hat meinem Vater eine Mail geschrieben mitunter noch Grüße an die kleine Familie und habe gehört Sie hat eine Tochter bekommen oder ein Kind bekommen.

01:18:42: Auch da ging es wieder nur um sie, ne?

01:18:44: Kommen wir später noch mal drauf von wegen Ja, Gina muss mal gucken und vom Thema Diagnosen usw.

01:18:57: Also komplett das Unverständnis einfach!

01:19:01: Wie verstehst du denn für dich so Mutterschaft jetzt?

01:19:05: Du für dich ohne dass deine Mama dabei ist.

01:19:08: Ohne dass du deine Mutter irgendwie im Kopf hast.

01:19:10: Du für Dich, Gina.

01:19:13: Gina, Mama.

01:19:15: Mama Gina, das klingt mir wie cool.

01:19:17: Das klingt wie ein Getränk!

01:19:18: Es ist das schönste und schmerzhafteste Zugleich auf dieser Welt oder?

01:19:25: Wir machen uns täglich so viele Gedanken und teils auch Sorgen.

01:19:30: Wie wird es immer formuliert?

01:19:32: Ein Organ passt oder das Herz was draußen auf einmal rumrennt.

01:19:34: Oh mein Gott Ich darf begleiten ich darf dieses Wesen Begleiten.

01:19:41: Ich finde dass wir einfach Menschen auf diese welt bringen können.

01:19:47: Ich

01:19:48: find das immer noch so abstrakt einfach.

01:19:49: Es ist

01:19:49: völlig crazy, es ist einfach nur ...

01:19:52: Und ich werde auch... Das klingt immer so abgetauschen Kalendarspruch!

01:19:54: Aber ich werde tatsächlich zu einem besseren Menschen, zu einem bewußeren Menschen dadurch, dass sich Mutter sein darf?

01:19:59: Ja.

01:20:01: Ich bekomme wie... Jetzt muss ich... Ich hab den Eindruck, dass ich damit ein zweites Leben bekomme und nicht darüber, dass irgendwie meine Tochter als Erweiterung von mir oder mich als Mutter nur definiere.

01:20:15: aber ich darf Dinge nochmal anders betrachten.

01:20:18: Ich darf Dinge noch mal aus den Augen meiner Tochter betrachten, ich darf Dinge neu lernen... ...ich darf vieles loslassen!

01:20:25: Also das geht ja zwangsläufig damit einher... ...dingerlos zu lassen und auch schneller loszulassen weil die Zeit ist einfach kürzer?

01:20:33: Die Zeit

01:20:34: rennt?!

01:20:36: Ich darf noch einmal wachsen irgendwie halt nicht physisch mehr aber zumindest mental.

01:20:44: Das ist eine absolute Chance.

01:20:46: Ich darf meine Grenzen wahren, ich darf einfach viel konkreter sein.

01:20:49: bin ich auch?

01:20:51: Ich hab das Gefühl, dass du dadurch richtig gelernt hast deine Grenzen zu setzen.

01:20:54: So nach dem Motto so jetzt... ich find' das Bild Löwin!

01:20:57: Das ist witzig weil als ich meine Tochter bekommen habe mein erster hab ich auch danach gedacht.

01:21:01: also wirklich, ich hab mich gefühlt wie eine Löwin und alle Freundinnen und Beschwerwanden und so alle Frauen in meinem Umkreis allen sag ich mal so ey du dieses Löwin-Gefühl danach Du bist danach ein Löwin Und es ist wirklich du hast diesen krassen Beschützerinstinkt Dadurch, dass du nicht nur dich selbst beschützen musst sondern auch dein Kind.

01:21:25: also so nehme ich das bei dir jetzt wahr.

01:21:27: korrigier mich wenn es falsch ist.

01:21:31: Beschützt Du Nicht Nur Dein Kind Sondern Auch Dich Ganz Anders und Neu In einer anderen Definition Weil Du Weißt Dass Du Ja Diejenige Bist die Jetzt auch Schutz Für ihr kind.

01:21:42: Es weißt Du Das heißt Du Musst auf Dich Aufpassen Damit Du für sie da sein Kannst.

01:21:47: Genau Ja

01:21:49: Voll Geil Voll das Geschenk?

01:21:52: Absolutes Geschenkt, definitiv.

01:21:54: Und ich frag mich halt wie es anders betrachtet werden kann.

01:21:56: Ich gucke so oft meine Tochter an und denke mir so... Also ich sehe mich natürlich auch auf eine Art.

01:22:01: Manchmal ist es wie ein kleiner Spiegel.

01:22:05: In jedem Alter denke ich mir okay jetzt ist sie eins.

01:22:08: Wie war das für mich mit eins?

01:22:09: Jetzt ist sie zwei.

01:22:10: Jetzt ist ihr drei.

01:22:11: Das Thema ist ja schon auf dem Tisch bei uns seit einer Zeit.

01:22:15: Sie fragt mich

01:22:16: einfach.

01:22:18: Wo ist deine Mama?

01:22:20: Ich hab eine ganze Zeit lang immer gesagt, die ist halt nicht mehr da.

01:22:25: Aber das habe ich auch über meinen Opa gesagt und mein Opa ist gestorben, meine Mutter hat nicht.

01:22:29: So dann hatten wir vor ein paar Wochen ja auch diese Situation wo es darum ging wie fühlt sich das denn an Mama zu sein?

01:22:35: Wie fühlte sich das dann an eine Mama zu haben?

01:22:38: Und dann meinte ich halt so naja ich weiß ja gar nicht wie sich das anfühlt eine Mama zuhaben.

01:22:43: Da meinte sie stimmt weil deine Mama ist halt schon gestorbt und ich sag nein Es war so ein Millisekunden, dieses okay schneller Weg raus aus der Situation.

01:22:56: Ja ja sie ist gestorben?

01:22:58: Nee, sie halt nicht!

01:23:01: Sie isst kein Time in meines Lebens... Und einfach das Nachfragen.

01:23:07: Ja, wie erklärst du das Kindgerecht?

01:23:10: Kann ich es überhaupt kindgerecht erklären?

01:23:11: und es gibt natürlich auch Stimmen die sagen, red doch nicht mit deiner Dreierigen schon über so was!

01:23:15: Und ich denke mir doch ganz genau

01:23:17: um weil... Das kommt ja auch darauf an, wie man's formuliert.

01:23:19: Ich sage

01:23:20: jetzt nicht, was mir zugestoßen ist oder ähnliches.

01:23:23: und dann einfach meine Mutter isst kein netter Mensch.

01:23:25: Meine Mutter ist nicht gut mit mir umgegangen oder auch kindlich gemein.

01:23:31: sie sagt ja auch, oh der war gemeint zu mir, er war gemeind zu mir auch schon, als du so klein warst wie ich.

01:23:37: Ja!

01:23:38: Auch schon, dass ich so klein bin wie du.

01:23:41: Und das versteht sie auf ihre Art halt schon.

01:23:46: Meine Mutter war nie für mich da.

01:23:47: Mama?

01:23:48: Ich bin immer für dich da und sie bringt das Thema immer mal wieder hoch zwischenzeitlich wenn es irgendwie um Mütter und Omas und...

01:23:55: Aber ohne Nachfragen was ist ja super

01:23:58: spannend finde ich halt ohne Nachfrage nach.

01:24:00: Sie möchte sie mal sehen oder so.

01:24:01: Ich habe ein bisschen Respekt Angst vor dem Tag, wo sie vielleicht wirklich das noch mal konkret fragt.

01:24:07: Kann ich Sie kennenlernen?

01:24:10: Weil ich möchte ihr gerne jegliche Freiheiten einräumen.

01:24:13: Dinge auszuprobieren, sie zu begleiten aber das steht für mich nicht zur Debatte Wenn sie erwachsen ist und da irgendwie in den Themenbereich angekommen ist.

01:24:26: andere Sache Aber das ist etwas was Ich entscheide und was auch meiner Verantwortung unterliegt als Mutter.

01:24:34: Aber es ist mir trotzdem wichtig.

01:24:36: Und ich weine auch von meinem Kind, das ist ja auch dieses.

01:24:38: Ich zeige ihr wie's mir geht oder dass mich Situationen trigger.

01:24:42: natürlich wir sitzen im Zug und da ist irgendwie eine Familie ne Mutter mit einem Kind und ihrer Mutter.

01:24:47: Es ist so liebevoll und schön und ich freue mich sehr.

01:24:49: für die anderen Menschen.

01:24:50: Habe ich ja häufig, ob ich in der Stadt unterwegs bin und mir kommen irgendwie Mutter Schwiegermutter-Mutter und ihre Mutter Oma-Kind.

01:24:56: also die ganzen Konstellationen, die ich täglich sehe machen natürlich was mit mir.

01:25:01: Aber es ist halt nicht dieses Neidgefüge von wegen, das hab ich nicht.

01:25:05: Es ist so wie schön dass sein muss und das bringt mich natürlich auch zum Weinen.

01:25:09: Das hat meine Tochter schon gesehen und war halt zu mir, warum weinst du da nicht?

01:25:13: Ich freu mich total, dass die Menschen zusammen unterwegs sind und liebevoll miteinander sind.

01:25:18: Du kannst nie dahinter blicken, du weißt es nicht.

01:25:20: Die einzelnen Geschichten kennst du dahinter aber ... Ach Mama, du Weinzweil, du keine Mama mehr hast, stimmt's?

01:25:26: Sie versteht es auf eine Art und finde es wichtig, das zu begleiten und thematisieren.

01:25:30: Voll!

01:25:33: Meine letzte Frage, mein Lieber.

01:25:37: Worauf bist du stolz?

01:25:44: Ich bin stolz darauf, dass ich nie die Hoffnung in mich selbst verloren habe.

01:25:52: Ich hab' die Hoffnungen aufgegeben einen Verhältnis zu meiner Mutter zu haben.

01:25:57: aber ich hab' nie die hoffnung aufgegeben selbst eine gute Mutter zu werden und darauf bin ich jeden Tag stolz weil ich entscheide mich ja jeden Tag dafür.

01:26:07: Und es ist hart ne Selbstregulation sich Fehler einzugestehen.

01:26:15: Auch mal Dinge zu verkacken, das ist ja immer noch so ein Tabuthema.

01:26:19: Dinge auch einfach mal nicht gutzumachen oder so.

01:26:22: Kontrolle zu verlieren?

01:26:23: Kontrolle zufallieren!

01:26:26: Aber einfach mir die Möglichkeit jederzeit offen zu halten mich weiterzuentwickeln für mich aber vor allem auch für mein Kind.

01:26:39: Ich bin auch stolz auf dich.

01:26:40: Danke!

01:26:43: Tina danke dass du hier warst.

01:26:44: Ich danke dir, dass du dich so geöffnet hast.

01:26:48: Krass mutig auf jeden Fall und ich glaube es gibt bestimmt vielleicht nicht mit den crazy studio rapper Geschichten aber ich glaube Es gibt viele Frauen und Mädchen da draußen die mit einigen Sachen echt anknüpfen können Und dadurch das du davon erzählst Können sich mehr Leute trauen auch offen drüber zu sprechen.

01:27:09: vielen vielen dank.

01:27:10: Sehr gerne, mich danke dir.

01:27:12: Mach's gut!

01:27:23: Tschüssi!

01:27:31: Und folgt uns bei Instagram auf.

01:27:40: echteMamasPunktEhrlich gesagt.

01:27:42: Wir hören uns nächste Woche wieder, ich freue mich drauf!

01:27:45: Passt auf euch auf und habt eine gute Zeit!

01:27:48: Bis dann eure Nora.

Über diesen Podcast

Echt. Echter. Ehrlich gesagt.

🎆 Neues Cover, 🎶 neuer Jingle, 🎙️neue Stimme.

Der neue Echte Mamas Podcast geht deep: Jetzt spricht Nora Becker mit echten Eltern über echte Gefühle. Und zwar über die schönen, aber auch die schwierigen! Denn wir wissen genauso gut wie ihr: Das Leben als Eltern ist wunderbar erfüllend, kann aber auch fordernd – und manchmal sogar überfordernd – sein.

Nora fragt ihre Gäste das, was sonst keiner fragt. Wir laden euch ein, mit uns zuzuhören, was unsere Gäste wirklich beschäftigt. Herzlich willkommen bei "Ehrlich gesagt"!

Mehr über Echte Mamas erfahrt ihr unter www.echtemamas.de und auf https://www.instagram.com/echtemamas.ehrlichgesagt - jetzt folgen, abonnieren, kommentieren, liken und weitersagen!

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